Dank Novemberhilfe vom Staat

Luisa und Leon Dobias atmen auf: Leons Lasertag in Verden übersteht harten Lockdown

Leons Lasertag in Verden wird den harten Lockdown überstehen. Doch komplett ausgestanden ist die Krise noch nicht.

  • Seit Anfang November hat Leons Lasertag in Verden coronabedingt geschlossen.
  • Dank der Novemberhilfe vom Staat muss Betreiber Leon Dobias keine Privatinsolvenz anmelden.
  • Leon Dobias ist von der Verdener Politik enttäuscht.

Verden – An der Decke reihen sich Kürbisköpfe und kleine Geister-Aufhänger, die Stühle sind ordentlich an die Tische herangeschoben und die Laser-Tag-Westen nebeneinander ausgeschaltet auf ihren Ladestationen platziert. „Unser letzter Öffnungstag war Halloween, darum die gruselige Deko“, erklärt Leon Dobias mit einem Lächeln. „Da hatten wir von abends bis morgens früh die ganze Nacht lang geöffnet und waren mit 30 Leuten insgesamt komplett ausgebucht“, schildert er weiter.

UnternehmenLeons Lasertag
StandortVerden
InhaberLeon Dobias
AdresseBernhard-Warnecke-Straße 5, 27283 Verden (Aller)

Neben ihm sitzt Luisa Dobias, ihre gemeinsame, zwei Monate alte Tochter Dalia auf ihrem Arm. „Der Oktober war auch mit Abstand unser allerbester Monat bisher. Also zwischen den beiden Lockdowns. Es hat sich fast so angefühlt, als hätte es da kurzzeitig kein Corona mehr gegeben“, sind sich beide einig.

Spenden retten Leons Lasertag in Verden

Seit Anfang November muss Leons Lasertag wieder für den Publikumsverkehr schließen. Damals, beim ersten Lockdown, ist das Paar gerade so über die Runden gekommen. „Die Spenden und Unterstützung von außerhalb haben uns damals wirklich den Hintern gerettet. Und nicht nur das, gleichzeitig waren sie eine unglaublich große Motivation für uns, allen Umständen zum Trotz weiterzumachen, weil man merkt, dass die Leute wirklich wollen, dass der Laden bestehen bleibt“, so Dobias.

Leon, Dalia und Luisa Dobias freuen sich, dass die Lasertag-Halle erhalten bleibt. Sobald alle noch offenen Rechnungen abbezahlt sind, planen sie, die „Flats“-Option wieder einzuführen.

„Noch warten wir auf die letzten 25 Prozent der Novemberhilfe des Staates, die ersten 50 wurden am vergangenen Montag überwiesen. Oder anders formuliert: Ich muss keine Privatinsolvenz anmelden“, freut sich Leon Dobias. Doch selbst mit denen könnten die noch ausstehenden Kosten, wie beispielsweise die Miete für die Halle, nicht bezahlt werden. „Wir hoffen nun, dass der Rest bald kommt und unser Antrag für die Dezemberhilfe durchgeht“, so das Paar. Ihre Vermieter seien weiterhin sehr geduldig mit ihnen und die Kommunikation zwischen ihnen sehr gut. „Schön wäre natürlich, wenn wir ab dem 11. Januar wieder öffnen könnten, aber mit Blick auf die Corona-Zahlen glaube ich, dass das erst etwas später möglich sein wird“, schildert der Betreiber.

Um nicht nur auf staatliche Hilfen angewiesen zu sein, sei er seit einigen Wochen wieder in Vollzeit als Maurer tätig. „Ich liebe den Job. Und es tut sehr gut in diesen schwierigen Zeiten ein festes Standbein sowie ein sicheres Einkommen zu haben.“

Leons Lasertag Verden: Kostenloser Trailer dank unerwarteter Hilfe

Ganz unerwartete Hilfe erhielt das Paar kürzlich von außerhalb. „Ich habe vor einer Weile meinen Nachbarn bei etwas Handwerklichem geholfen. Die haben eine Tochter, die daraufhin bei uns auch mal zum Lasertag spielen vorbeikommen ist und eines Tages plötzlich mit bestimmt zehn weiteren Jugendlichen bei uns stand, die angeboten haben, für uns einen kostenlosen Trailer zu drehen. Sie würden hobbymäßig Videos machen und schneiden. Flyer wollten sie auch verteilen. Wir haben die Hilfe natürlich dankend angenommen, gerade weil uns zu dem Zeitpunkt das Wasser bis zum Hals stand“, so Dobias.

Das Resultat ist ein Video, das aussieht als sei es professionell in einem Studio entstanden. „Wir waren völlig baff und nachdem wir es online geteilt hatten, wurden wir zig-mal angesprochen, wie wir uns denn so etwas leisten konnten. Die Antwort war leicht: gar nicht. Das haben wir dem Engagement der Jugendlichen zu verdanken.“ Bereits im Frühjahr machte Betreiber Leon Dobias selbst mit einem Video auf Facebook auf seine Situation aufmerksam. Damals löste das Video eine große Welle der Unterstützung aus.

Leons Lasertag Verden: Leon Dobias von Verdener Politik enttäuscht

Sehr enttäuscht ist Leon Dobias weiterhin von der Verdener Politik. „Immer noch ist überhaupt keine Hilfe gekommen“, schildert er traurig und etwas sauer. Entmutigen lässt er sich davon aber nicht. „Das Hygienekonzept steht für die Zeit, wenn wir wieder öffnen dürfen. Aber ich glaube, dass selbst wenn Corona von den einen auf den anderen Tag verschwinden würde, würden wir zwei Dinge trotzdem so beibehalten. Das eine ist die Möglichkeit, sich hier vor Ort die Hände zu desinfizieren, und das andere die angepassten Öffnungszeiten.

So habe Leons Lasertag seit Beginn der Krise montags geschlossen und von Dienstag bis Donnerstag, öffne die Halle nur, sofern jemand vorreserviert hat. „Lediglich Freitag, Samstag und Sonntag gibt es dann die normalen Öffnungszeiten von 15 bis 21 Uhr. Das hat sich auch schon des Öfteren bewährt, früher gab es unter der Woche Tage, wo gar keiner kam“, so Dobias abschließend.

Rubriklistenbild: © Hustedt

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