Leitende Mitarbeitende sprechen über die Zukunft der Diakonie im Kirchenkreis Verden

„Wir sind auf einem guten Weg“

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Schätzen die große Gemeinschaft der diakonisch Engagierten: Constanze Ulbrich, Gabi Kaleita, Bettina Oetting, Hely Zieger und Heike Gronewold (von links).

Landkreis - Am Montag beginnt die Woche der Diakonie in ganz Deutschland. Aus diesem Anlass trafen sich leitende Mitarbeitende der Diakonie im Kirchenkreis Verden zu einem Gespräch. Sie diskutierten über die Bedeutung der Diakonie und ihre Zukunft im Kirchenkreis Verden.

„Diakonie ist wie ein Gütesiegel. Die Menschen haben hohe Erwartungen an sie und großes Vertrauen“, stellt Constanze Ulbrich, Gemeindepastorin in Posthausen und beauftragte Diakoniepastorin des Kirchenkreises, fest. Sie zitiert eine große Studie der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), nach der mehr als 80 Prozent der Befragten das wichtigste Aufgabenfeld der Kirche im diakonischen Bereich sehen. „Diakonie rangierte damit noch vor religiösen Anliegen“, sagt die Pastorin.

In der Region Verden befinden sich in diakonischer Trägerschaft die Kirchenkreissozialarbeit, die Fachstelle für Sucht & Prävention, die Kontaktstelle für Selbsthilfe, das Evangelische Dorfhelferinnenwerk, der Herbergsverein für Wohnungslose, sieben evangelische Kindertagesstätten, die Diakoniestationen sowie die Senioren-Wohnanlange St. Johannis.

In der täglichen Arbeit spüren die Mitarbeitenden diese hohen Erwartungen durchaus. „Zu uns kommen öfters junge Familien und melden ihr Kind an, weil sie sagen: Hier weht ein anderer Wind“, sagt Gabi Kaleita, Leiterin des Evangelischen Kindergartens Otterstedt und Kollegiale Praxisberaterin im Kirchenkreis Verden. Sie ist davon überzeugt: „Wir sehen den Menschen anders.“

Die Runde war sich einig, dass es relativ schwierig ist, diesem Selbstverständnis im Alltag immer gerecht zu werden. Auch diakonische Einrichtungen haben mit Fachkräftemangel, knapper werdenden finanziellen Mitteln und den weiteren Branchen-spezifischen Problemen zu kämpfen. „Wir müssen dieses Selbstverständnis vorleben und weiterhin sehr viel Wert darauf legen“, sagt Bettina Oetting, Geschäftsführerin Pflege und Pflegedienstleiterin im St. Johannisheim in Verden. Heike Gronewold, Leiterin der Fachstelle Sucht & Suchtprävention in Achim und Verden, stimmt ihr zu und ergänzt: „Man spürt eine Grundhaltung, die am Menschen orientiert ist und nicht nur an Wirtschaftlichkeit denken muss.“

Dabei kommen der Diakonie die in der Kirche traditionell stark verankerten Spendenstrukturen zugute. „Unser Vorstand hat beispielsweise schon vor zwölf Jahren eine Stiftung gegründet. Aus deren Zinsen zahlen wir eine zusätzliche Pflegekraft in Teilzeit“, sagt Oetting. Auch die Diakoniestationen profitieren von ihren Fördervereinen. „Zusätzliche Gesprächsleistungen können wir über Spenden tragen“, sagt Hely Zieger, Geschäftsführerin der Diakoniestationen im Kirchenkreis Verden. Trotzdem erkennen die Anwesenden ein Spannungsfeld zwischen den hohen Ansprüchen an ihre Arbeit und den Möglichkeiten im Alltag. „Wir müssen auch aufpassen, dass unsere Mitarbeitenden nicht verheizt werden“, sagt Kaleita.

Das gilt sowohl für die fest Angestellten als auch für die vielen Ehrenamtlichen, die sich in den Kirchengemeinden diakonisch engagieren. Sie tun das in den unterschiedlichsten Bereichen: in der Flüchtlingsarbeit in Sprachcafés oder als Integrationslotsen, in Besuchsdiensten, bei Lebensmittelausgabestellen oder im sozialen Kaufhaus, in Selbsthilfegruppen, in Kinder- und Jugendgruppen sowie an vielen anderen Stellen. „Viele tun Gutes und reden doch nicht darüber“, sagt Kaleita. Für alle Anwesenden ist klar, dass Kirche und Diakonie im Kirchenkreis gemeinsam daran arbeiten müssen, das Netzwerk zu pflegen. , erklärt Oetting abschließend.

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