Leipziger Blechbläserensemble Embrassment mit Tillmann Benfer

Ministerriege regiert im Verdener Dom

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Virtuos, humorvoll und kompetent: das Bläserensemble Embrassment im Dom.

Verden - Von Ilse Walther. Erneut war das Blechbläserensemble Embrassment aus Leipzig zur Dommusik zu Gast. Die fünf Herren sind nicht nur in Verden bestens bekannt und äußerst beliebt, das zeigte sich schon an dem außergewöhnlichen Besuch am Donnerstag. Und das Publikum erlebte die Musiker in bester Form.

Dass die fünf Humor haben, bewiesen sie schon, als sie sich als Ministerriege vorstellten. Trompeter Christian Scholz als Justiz- und Arbeitsminister, Trompeter Lukas Stolz, der als Ersatz eingesprungen war, wurde als Staatsgast willkommen geheißen, Minister für Kultur und Verkehr ist Hornist Thomas Zühlke, Posaunist Lars Proxa Minister für Wirtschaft und Finanzen und Nikolai Kähler trat als Regierungssprecher auf.

Makellos in Ansatz und Ton, mühelos in der Technik und mit ausgereifter Phrasierung musizierten die fünf Bläser dann. In den ersten Werken hatten sie Tillmann Benfer an den Orgeln eingebunden, und das gab eine grandiose Klangfülle und Intensität, bei der man schon Gänsehaut bekommen konnte. Von der West-empore aus musizierte Embrassment mit dem Organisten „Awake the Trumpets lofty sound“ aus Händels Oratorium „Samson“als ständiges Geben und Nehmen zwischen Orgel und Bläsern. Ein mitreißender Auftakt.

Auch das Bläserarrangement von Präludium und Fuge in g-Moll von Dietrich Buxtehude präsentierten die Musiker in bewegender Phrasierung, würdig fließend das Präludium und in der Fuge ließen sie die Stimmen miteinander verweben, das Thema aber klar durchhören.

Franck, Bach

und Grieg

Das „Offertoire en fa mineur“ von César Franck in der Bearbeitung von Ekkehard Carbow für Bläser und Orgel wurde großartig und sehr intensiv wiedergegeben. Gemessen und mit Würde begann die Tuba ihr Thema, das an „O Heiland, reiß die Himmel auf“ erinnert. Als sich das Thema dann im Wechsel zwischen Orgel und Bläsern entwickelte, wurde ein feierlicher musikalischer Gottesdienst daraus, gewaltige Fortissimi und intensive Pianopassagen wechselten ab bis zum großartigen Schluss.

Vom Altarraum aus brachte Embrassment dann eine durchgefeilte und transparente Version des „Contrapunctus IX“ aus Bachs Kunst der Fuge. Mitreißend musizierten Benfer und Bläser von der Hillebrand-Empore aus eine Bearbeitung von Bachs Concerto in C nach Vivaldi BWV 594 für diese Besetzung. Virtuose Musik hinreißend wiedergegeben. Ausdrucksstark schon der schreitende Beginn und dann Benfers großes Solo ein wahres Feuerwerk spielerischer Leichtigkeit.

Im Altarraum folgten dann Auszüge aus der neuen Skandinavien-CD von Embrassment, zunächst vier Sätze aus der Peer-Gynt-Suite Nr. 1 von Edvard Grieg. Man wurde mitreißend in diese verwirrende Geschichte mit der stimmungsvoll und warm musizierten bekannten „Morgenstimmung“ entführt.

Von dem Dänen Mogens Andresen stammten farbige Norwegische Tänze und ein ungewöhnlicher „Rheinländer“. Ruhig schwingend war der „Trondepolz“, ein Walzer mit Akkorden voller Dissonanzen und getupften oder richtig gequakten Motiven der Posaune. Der dritte Satz erwies sich als munteres Lied, humorvolle Musik, mit Esprit serviert.

Die Begeisterung des Publikums war groß, und so gab es eine Zugabe, die das kurze Leben eines Schmetterlings musikalisch nacherzählte. Ein hinreißendes Konzert.

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