Leichte Sprache war schwierig

Bundestagskandidaten stellen sich den Fragen Behinderter

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Herbert Behrens, Monika Geils, Christina Jantz-Herrmann und Andreas Mattfeldt (v. l.) stellten sich.

Verden - Auch Menschen mit Behinderung haben ein Recht auf politische Meinungsbildung. Dass sie das auch wollen und über das aktuelle Geschehen informiert sind, wurde im Kreistagssaal bei einer Diskussion mit den vier Bundestagskandidaten Christina Jantz-Herrmann (SPD), Monika Geils (Bündnis 90/Die Grünen), Andreas Mattfeldt (CDU) und Herbert Behrens (Die Linke) deutlich.

Der Saal war gut gefüllt mit Menschen, die von der Lebenshilfe Rotenburg/Verden, der Tragenden Gemeinschaft Schafwinkel, der Stiftung Waldheim Cluvenhagen und auf dem Parzival Hof Ottersberg betreut werden.

Die Fragen an die Politiker hatten es in sich. Flüchtlingspolitk, Waffenexporte, das Verhältnis zur Türkei, Umweltthemen und natürlich die Rechte von Behinderten waren die Themen. Die Moderatoren Theresia von Friderici (Parzival Hof) und Jan Hogrefe (Lebenshilfe Nienburg) achteten darauf, dass die Politiker in leicht verständlicher Sprache antworten, und gerade das fiel ihnen nicht immer ganz leicht. Zunächst stellten sich alle Kandidaten vor und formulierten die Ziele ihrer Partei. 

„Unsere wichtigste Aufgabe ist, dass alle Menschen Arbeit haben, aber auch den Firmen, die ihnen Arbeit geben, soll es gut gehen“, sagte Mattfeldt. Allen Menschen solle es gut gehen, war das Ziel von Jantz-Herrmann: „Es gibt viele Menschen, die zu wenig verdienen. Alle verdienen die gleiche Chance, egal wo sie herkommen.“ „Wir setzten uns dafür ein, dass es dem Klima besser geht und wollen etwas gegen die Luftverschmutzung tun“, sagte Geils. Behrens stellte fest: „Die Linke steht für die Interessen der Mehrheit der Menschen. Wir wollen Gerechtigkeit für alle, mit oder ohne Arbeit.“

Umwelt, Flüchtlinge und eigene Belange interessierten die Teilnehmer im Publikum.

Dann folgten die Fragen aus dem Publikum. „Wie lange dauert es, bis die Autos umweltfreundlicher werden“, wollte jemand wissen. „Die Autos sind schon besser geworden, aber da geht noch viel mehr“, meinte Mattfeldt. Die Frage, warum es keine Bauern mehr gibt wie früher, beantwortete Behrens. Er verwies auf Betriebe mit Tausenden von Tieren. Seine Partei wolle, dass sie sich wieder am Tierwohl orientieren.

Eine weitere Frage drückte Angst aus, dass es in Deutschland zu viele Flüchtlinge gibt. „Alle sollen ein sicheres Leben haben, auch Flüchtlinge“, war Behrens’ Antwort. „Wichtig ist, dass auch andere Länder Flüchtlinge aufnehmen“, ergänzte Jantz-Herrmannn. Mit der Türkei müsse man weiter im Gespräch bleiben, war ihre Antwort auf eine weitere Frage. Behrens antwortete mit einen Vorschlag gegen IS-Terror: „Wir müssen Frieden in dem Land herstellen, aus dem die Terroristen kommen“.

Doch auch die eigenen Belange brannten den Menschen mit Behinderungen auf der Seele: Die Angst, dass die Werkstätten aus Geldmangel geschlossen werden könnten etwa. Mattfeldt betonte, dass die Einrichtungen wichtig seien und versprach, sich um Aufträge für sie zu bemühen. Viele bedauerten, dass sie nicht wählen dürfen. Die Kandidaten versicherten, dass ihnen die Belange behinderter Menschen am Herzen liegen und verwiesen auf das Teilhabegesetz. Behrens ging das aber noch nicht weit genug. „Behinderte werden in vielen Bereichen anders behandelt. Sie sollten daher nicht in den Werkstätten arbeiten, sondern in normalen Betrieben.“

ahk

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