Lebenshilfe verzichtet auf Weihnachtspost und spendet an Verden hilft

Unterstützung auch für die neuen Nachbarn

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Umut Ünlü (l.) und Jürgen Doldasinski beim Blick ins Wimmelbuch.

Verden - Fast niedlich anzusehen, wie zwei gestandene Männer da gemeinsam ihre Nasen in ein Bilderbuch steckten. Das bunte Druckwerk war Teil eines Geschenkes, das Jürgen Doldasinski, Geschäftsführer der Lebenshilfe Verden, Umut Ünlü, Vorstandsmitglied von Verden hilft, überreichte. Der Verein hatte sich Anfang Oktober gegründet mit dem Ziel, sich in der Flüchtlingshilfe zu engagieren.

Die Unterstützer der Lebenshilfe erhielten in diesem Jahr statt der gedruckten Weihnachtspost so genannte E-Cards, erklärte Doldasinski. Mit dem gesparten Porto wolle die Lebenshilfe nun „die wichtige und wertvolle Arbeit“ des Vereins unterstützen, betonte er. So gab es zusätzlich zum Wimmelbuch eine Spende über 700 Euro, die der Verein Verden hilft doch bitte für die Flüchtlingskinder verwenden möge, wünschte sich der Geschäftsführer.

Dass die Lebenshilfe zur Spendenübergabe in ihr neues Domizil am Allerufer gebeten hatte, geschah nicht ohne Hintergedanken. Just hatte Jürgen Doldasinski von Landrat Peter Bohlmann einen Anruf erhalten, der ihn über den Ankunftstermin von bis zu 60 Flüchtlingen informierte. Sie werden ab dem 20. Januar ehemalige Räumlichkeiten der Stadtwerke in unmittelbarer Nachbarschaft zur Lebenshilfe beziehen.

Unter den Neuankömmlingen sollen sich auch Familien befinden, so der Geschäftsführer weiter. Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen bilde zwar den Schwerpunkt der Lebenshilfe. Aber was den Umgang mit Flüchtlingen betreffe, „da sind wir ja völlig unbedarft.“ Doldasinski erhoffte sich daher ein paar Tipps von Umut Ünlü, auf welche Weise die Einrichtung denn Nachbarschaftshilfe betreiben könne.

Koordiniert von den Ehrenamtlichen Sandra Bruns und Tanja Brockmann, bietet Verden hilft täglich Betreuung für Kinder aus Flüchtlingsfamilien in den Sporthallen von BBS und Gymnasium am Wall an. Insofern kann der Verein schon auf einige Erfahrungen zurückgreifen. „Unsere Vereinshistorie ist nicht lang. Aber wir haben schon viel geschafft“, sagte der zweite Vorsitzende denn auch nicht ohne Stolz.

Basteln und Spielen ist bei den Kindern ganz weit vorne. Da unterscheiden sie sich nicht von ihren deutschen Altersgenossen. Die Spende werde daher in den Kauf von entsprechenden Utensilien fließen, kam Ünlü dem Verwendungswunsch der Lebenshilfe gerne nach.

„Es ist wichtig, dass man diese Menschen sinnvoll beschäftigt“, erklärte Umut Ünlü. Das betreffe Kinder und Erwachsene gleichermaßen. Denn die Langeweile sei groß.

Vorrangig habe sich Verden hilft für das kommende Jahr vorgenommen, den Flüchtlingen Terminals mit Internetverbindung zur Verfügung zu stellen, damit sie Kontakt zur Familie in der Heimat halten können. Darüber hinaus würde der Verein gerne einen Treffpunkt schaffen und das Sportangebot erweitern.

Auch die Idee der Lebenshilfe, gemeinsam zu kochen oder den Frauen die Möglichkeit zum Nähen zu bieten, fand Ünlü gut. Gleichzeitig mahnte er zur Geduld. Es gelte zunächst, das Vertrauen der neuen Nachbarn zu gewinnen. „Einfach ein Angebot zu machen“, weiß er, „das reicht nicht.“

kp

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