Behindertengerechte Gestaltung von Wohnungen: VdK informiert sich

Leben ohne Barrieren

Studienfahrt in Sachen Barrierefreiheit: Mitglieder des VdK-Kreisverbandes informierten sich in Cloppenburg und Garrel.

Verden - Passend zum diesjährigen Motto des Verbandes „Weg mit den Barrieren“ hatte der VdK-Kreisvorsitzende Peter Müller eine Studienfahrt für Vorstandsmitglieder und weitere Interessierte geplant. Erstes Ziel war das Museumsdorf Cloppenburg. Mehr als 50 Gebäude stehen auf dem etwa 15 Hektar großen Gelände des Museumsdorfes.

Große Hofanlagen, mittlere Bauernhöfe, die Wohn- und Arbeitsstätten von Heuerleuten und Handwerkern, drei Mühlen, ein Herrenhaus, eine Kirche und eine Schule konnten die Besucher ausgiebig bei einem Rundgang in Augenschein nehmen. Dabei stellten sie fest, dass das Leben früher nicht so einfach war und der Alltag Menschen mit einem Handicap vor noch mehr Barrieren stellte.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen im Dorfkrug im Museumsdorf ging es weiter zur zweiten Etappe nach Garrel. Fachplaner und Experten haben in erfolgreicher Kooperation in Garrel ein einzigartiges Kompetenz-Zentrum Barrierefreies Bauen & Wohnen geschaffen. In einer Ausstellungshalle mit 600 Quadratmetern Präsentationsfläche sind ein barrierefreies Musterhaus mit einer Wohnfläche von 120 Quadratmetern und weitere Ausstellungen integriert.

Ausgewählte Hersteller und Lieferanten präsentieren eindrucksvoll empfehlenswerte Baustoffe- und Materialien, Sanitärinstallationen, Elektroinstallationen, Hilfsmittel und Zubehör, Einrichtungsgegenstände und andere Produkte.

Die etwa zweieinhalb Stunden dauernde Führung übernahm Karin Lüers. Sie ist Reha-Beraterin und selbst auf einen Rollstuhl angewiesen. Überzeugend und mit viel Humor wies sie auf wichtige Details in dem Haus hin, die vielen im ersten Moment unscheinbar vorkommen könnten. Die Türschwelle etwa, die ebenerdig gestaltet ist. Keine Stufe behindert Bewohnern und Gästen den Zutritt.

Im Hauswirtschaftsraum (HWR) sind Waschmaschine und Trockner erhöht aufgestellt. Anders als in 99 Prozent der Fälle sitzen die Sicherungen in dem Modell-HWR in einem Sicherungskasten, der tiefer aufgehängt wurde, so dass er für Rollstuhlfahrer erreichbar ist.

Im Badezimmer lässt sich die Duschverkleidung wegklappen und das Fenster ist elektrisch bedienbar. Die Tür ist zum Schieben und verschwindet in der Wand. Sie steht dann nicht im Wege.

Die Tür zum Schlafzimmer ist breit genug für einen Rollstuhl gestaltet. Die Griffe an den Fenstern sind tiefer angebracht, und die Scheiben weiter nach unten gezogen, sodass „man auch was sieht, wenn man sitzt“, erklärt Lüers den Grund.

Küche und Wohn- und Essbereich sind nicht durch Türen getrennt, sondern offen gestaltet. Geschirrspüler und Kühlschrank sind etwas erhöht angebracht. „Auch das erleichtert Menschen im Rollstuhl zurecht zukommen“, erläutert Lüers. Der Kühlschrank hatte Schubladen statt Einlegeböden. In der Musterküche entdeckten die Verdener Besucher zudem elektrisch höhenverstellbare Schränke und Arbeitsplatten.

Nachdem die Verdener bei Kaffee und Kuchen über das Gesehene und die neuen Erkenntnisse nachgedacht und diskutiert hatten, traten siedie Heimfahrt an. Ihr Fazit: „Viele Barrieren lassen sich heute mit technischen Mitteln abbauen, aber manchmal ist auch etwas Aufwand und Nachdenken notwendig.“

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