Serie Frauen in der Feuerwehr: Laura Durmann aus Eitze

Ein Leben ohne ist undenkbar

Aktiv auf Orts- und Stadtebene: Laura Durmann leitet die Kinderfeuerwehr Eitze, ist als Stadtkinderfeuerwehrwartin aber auch für die anderen vier Nachwuchs-Truppen für die Jüngsten zuständig.
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Aktiv auf Orts- und Stadtebene: Laura Durmann leitet die Kinderfeuerwehr Eitze, ist als Stadtkinderfeuerwehrwartin aber auch für die anderen vier Nachwuchs-Truppen für die Jüngsten zuständig.

Die Anzahl der Frauen in den Einsatzabteilungen der Verdener Feuerwehren steigt. Eine von ihnen ist die 25-jährige Laura Durmann, aktiv bei der Feuerwehr Eitze und auf Stadtebene als Kinderfeuerwehrwartin.

Verden-Eitze – Es gibt da ein Foto, das zeigt Laura Durmann als Vierjährige in einem Feuerwehrauto. „Damals nie gedacht und heute nicht mehr ohne denkbar“, etwas in diesem Sinne habe ihre Mutter unter das Bild geschrieben, berichtet die 25-Jährige und lächelt.

Als Kind oder Jugendliche war es für sie keine Option, der Feuerwehr beizutreten. Trotz der familiären Bindung zu Ulf Carstens, Ortsbrandmeister in ihrem Heimatort Kirchlinteln, der sie schon als Knirps mit zu Wettbewerben nahm. Als junge Erwachsene aber schlägt ihr Herz für die Feuerwehr. Wie zum Beweis präsentiert sie ihren rechten Unterarm. Dort hat sie sich die Kurven eines EKG stechen lassen, inklusive züngelnder Flammen.

Trainerin für Sicherheit auf Windkraftanlagen

„Ich möchte immer für alle das Beste. Auch wenn ich mich da hinten anstellen muss“, sagt Laura Durmann über sich und darüber, was sie in ihrem Ehrenamt motiviert. Wer sie fragt, was sie ihrer Freizeit mache, dem antwortet sie: „Ich lebe für meinen Job, und ich lebe für die Feuerwehr. Wer das nicht versteht, der versteht mich nicht.“

Beruflich unterweist und trainiert die 25-Jährige Mitarbeiter auf Windkraftanlagen in Sachen Sicherheit. Kein „Nine-to-five-Job“, dafür einer, der ihr offensichtlich gut gefällt. Jedenfalls spricht die fröhliche junge Frau mit großer Begeisterung von der Vielfalt ihrer Arbeit.

Diese Abwechslung macht wohl auch den Reiz der Feuerwehr aus. Doch es ist nicht nur das.

Mit 19 Jahren eingetreten

„Die Sirene geht, und die Leute lassen alles stehen und liegen, um anderen zu helfen.“ Das habe sie schon früh fasziniert, berichtet sie. Am Ende war es aber der Freund, Aktiver in der Feuerwehr Eitze, der Laura Durmann mit 19 Jahren bewog, ebenfalls einzutreten.

Anders als diejenigen, die von der Jugendwehr in die Einsatzabteilung kommen, musste sie nun das Handwerk von der Pike auf neu lernen. Da wurde in Eitze nicht lange gefackelt. Zwei Monate nach dem Beitritt schickte man sie zum Erste-Hilfe-Kurs, an den sich umgehend die Grundausbildung, der Truppmannlehrgang, anschloss.

Laura Durmann machte erst mal große Augen, legte los – und hat bis heute nicht damit aufgehört, sich immer neue Kenntnisse anzueignen. Aktuell ist sie dabei, den Lkw-Führerschein zu erwerben. „Den großen“, betont sie. Sie ist Mitbegründerin und Leiterin der Eitzer Kinderfeuerwehr und fungiert als Stadtkinderfeuerwehrwartin auch als Ansprechpartnerin für die anderen vier Nachwuchs-Truppen.

Ihr Ehrenamt geht der 25-Jährigen buchstäblich unter die Haut. Das Tattoo am Unterarm zeigt, für was ihr Herz schlägt.

Wenn Laura Durmann etwas anpackt, so scheint es, dann aber auch gründlich. So war es jedenfalls, als Eitzes Ortsbrandmeister Ole Langer bei ihr anfragte wegen der Gründung einer Kinderfeuerwehr. Laura Durmann sagte zu und holte sich erst einmal mit Yvonne Brune kompetente Unterstützung.

„Wenn, dann machen wir das richtig, und dann machen wir’s alleine“, verwarfen die beiden Frauen die Möglichkeit, sich einer bereits bestehenden Kinderfeuerwehr im Stadtgebiet anzuschließen. „Hilfe kann man sich immer holen“, lautete ihre Devise. Und so verteilten sie Flyer, schrieben Briefe an Eitzer Kinder zwischen sechs und zehn Jahren und luden für den 4. Mai 2019 zu einem ersten Treffen ein.

In der Nacht zuvor habe sie kaum geschlafen, gibt Laura Durmann zu. Was, wenn keiner kommt? „Und dann standen da auf einmal zwölf Kinder vor der Tür“, sagt sie und freut sich, wie gut es noch immer läuft. Sogar eine Warteliste muss sie führen.

Schon bei den Kindern wird die Gemeinschaft gestärkt

Inzwischen sind es 16 Mädchen und Jungen, die sich alle 14 Tage samstags im Feuerwehrhaus treffen. Spielerisch werden sie an die Aufgaben einer Freiwilligen-Wehr herangeführt. Dabei legen die beiden Frauen viel Wert auf die Stärkung der Gemeinschaft. „Wenn ich es nicht alleine schaffe, dann schaffe ich es im Team“, nennt Laura Durmann die Botschaft, die sie und Yvonne Brune ihren Schützlingen vermitteln.

Normalerweise. Denn der letzte Dienst fand Mitte September 2020 statt, auch der nach monatelanger Pause. Seitdem musste wieder alles abgesagt werden. „Wichtig ist, dass die Aktiven einsatzbereit sind“, erklärt die 25-Jährige. Alle anderen müssen da zurückstecken, auch, damit die Feuerwehrhäuser virenfrei bleiben.

So versucht sie, wenigstens über die sozialen Medien Kontakt zu „ihren“ Kindern zu halten. „Die fehlen mir alle“, sagt sie und seufzt. Andersherum scheint es nicht anders zu sein. Alle Mädchen und Jungen der Eitzer Kinderfeuerwehr tragen bei ihrem Dienst einheitliche T-Shirts. „Wann darf ich das wieder anziehen?“, fragte ein Kind per WhatsApp. Dass sie diese Frage nicht beantworten kann, „das bricht mir das Herz“.

Von Katrin Preuss

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