Mit Latten und Mistgabeln

Strafprozess über Streit von zwei Familien beginnt

Ein Großaufgebot von Polizei und Rettungskräften war am Abend des 29. Dezembers 2013 im Einsatz.

Verden - Mehr als viereinhalb Jahre nach einer Massenschlägerei in Verden zwischen Mitgliedern zweier Großfamilien soll am 22. August 2018 der Strafprozess gegen sechs Angeklagte beginnen. Sie sollen am letzten Tag des Verdener Weihnachtsmarktes 2013 mehrere Personen angegriffen, teilweise schwer verletzt und sich damit der gefährlichen Körperverletzung schuldig gemacht haben. Die juristische Aufarbeitung lässt jedoch seit Jahren auf sich warten.

Es war der Abend des 29. Dezember 2013. Der Weihnachtsmarkt war beendet. Die Gruppe der Geschädigten soll mit dem Abbau beschäftigt gewesen sein. Es soll zum Streit zwischen Mitgliedern der beiden Familien gekommen sein. Die Geschädigten sollen im weiteren Verlauf mit Dachlatten und Mistgabeln angegriffen worden sein. Es folgte ein Großeinsatz für die Polizei, die tags darauf von mindestens sechs Verletzten berichtet hatte.

Im Juni 2015 hatte es einen ersten Prozessauftakt am Amtsgericht Verden gegeben, doch bereits am dritten Verhandlungstag war das Verfahren ausgesetzt und wegen seines Umfangs an das Landgericht Verden abgegeben worden.

Lange wurde über die Zuständigkeiten gestritten und damit befasst war auch das Oberlandesgericht Celle.

Dort war sogar ein versuchtes Tötungsdelikt in Betracht gezogen worden. Letztlich landete das Verfahren aber mit dem Vorwurf der gefährlichen Körperverletzung bei der 1. Großen Strafkammer des Landgerichts. Dass es bislang keinen weiteren Prozessauftakt gegeben hat, wurde unter anderem mit vorrangig zu bearbeitenden Haftsachen begründet.

Sechs Angeklagte vor Gericht

Nun steht der Strafprozess bevor und statt fünf Angeklagte, die es beim Amtsgericht waren, sollen sich in 14 Tagen sechs Angeklagte verantworten müssen. Elf Verhandlungstage bis zum 30. Oktober 2018 hat das Landgericht eingeplant.

Und möglicherweise startet der Prozess gleich mit der nächsten Besonderheit, denn einer der Angeklagten könnte vom Erscheinen freigestellt werden. In einem nicht öffentlichen Termin am 16. August soll dieser Angeklagte die Möglichkeit bekommen, sich vorab zu den Tatvorwürfen zu äußern. Wie Nikolai Sauer, Pressedezernent des Landgerichts, gestern auf Nachfrage erklärte, soll die Anhörung dieses laut Anklageschrift in Bremen wohnhaften Angeklagten wegen eines anstehenden oder bereits erfolgten Umzugs vorgezogen werden.

Die Strafprozessordnung ermöglicht es, Angeklagte „von der Pflicht zum Erscheinen zu entbinden“. Deshalb ist er aber weiterhin angeklagt und noch zu dem Prozess am 22. August geladen, so der Gerichtssprecher.

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