Mut zur Volbremsung: Erstes Fahrtraining für Senioren am Kreishaus

So lange wie möglich mobil bleiben und sicher fahren

Machen sich für sichere Mobilität im Alter stark: Harald Trisch, Klaus Henninges, Winfried Reimann und Dieter Ebbert. - Foto: Sagova

Verden - Zum Fahrtraining für Senioren ab 65 Jahren hatte der Seniorenbeirat des Landkreises Verden eingeladen und ist damit auf eine überwältigende Resonanz gestoßen. In Kooperation mit der Verkehrswacht Niedersachsen trafen sich gestern zwölf Seniorinnen und Senioren am Kreishaus, um sich und ihre Fitness im Straßenverkehr im Parcours zu testen.

„Natürlich mache ich das an erster Stelle zu meiner eigenen Sicherheit“, erklärte eine Teilnehmerin warum sie dabei ist. „Manchmal hat man das Gefühl die Kinder wollen nicht so gerne, dass ich die Enkel irgendwohin fahre oder sie Mal mitnehme. Daher ist es auch ein wenig für die Kinder, damit sie sehen, dass ich sicher fahren kann.“

Die nächsten sechs Trainingstermine in Verden und Rotenburg, an denen Wilfried Reimann von der Verkehrswacht beteiligt ist, sind schon ausgebucht, weiß der Vertreter der Verkehrswacht. Er war für die Aktion eigens aus der Nachbarkreisstadt angereist. „Das Fahrtraining soll den Senioren mehr Sicherheit in ihrer eigenen Fahrweise geben und ihnen die Neuerungen näherbringen.“

Trainingstage wie den in Verden führen die Verkehrswachten im ganzen Bundesland durch. „Wir wollen zeigen, dass niemand den Senioren den Führerschein wegnehmen will, sondern dass man ihnen helfen möchte, so lange wie möglich mobil zu bleiben. Momentan wird politisch diskutiert, ob solche Trainingseinheiten nicht gesetzlich vorgegeben werden sollen, aber wir von der Verkehrswacht sind dafür, dass dies auf freiwilliger Basis und so privat bleiben soll, wie die Teilnehmer es möchten“, erklärt Reimann.

Bevor die Motoren angeschmissen wurden informierte Verkehrssicherheitsberaterin Anika Wrede von der Polizeiinspektion Verden/Osterholz informierte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer über gesetzliche Neuerungen. In zwei Gruppen aufgeteilt ging es dann in die Praxis: Je sechs Senioren fahren mit zwei Autos in die Stadt. Die Fahrlehrer Klaus Henninges aus Verden und Dieter Ebbert aus Achim begleiten sie und beobachten.

Die jeweils andere Gruppe übte unterdessen auf dem ehemaligen Exerzierplatz hinter dem Kreishaus. Harald Trisch moderierte das richtige Bremsen. „Da die meisten Senioren sich nicht trauen, voll auf die Bremse zu treten, soll diese Übung ihnen Mut machen“, erklärt er.

Nach und nach wurde deutlich, dass vor allem die Damen sich eher nicht trauen, die älteren Herrschaften dagegen haben kaum gezögert. Als eine der Damen fragte: „wann kommt denn der Ballon raus?“, womit der Airbag gemeint war, wurde klar warum sie die Vollbremsung lieber vermeidet.

Karsten Dierks (Ende 70) war durch den Seniorenbeirat auf die Veranstaltung aufmerksam geworden. „Obwohl ich ziemlich sicher und sehr oft fahre, habe ich mich gleich angemeldet, als ich davon erfahren habe. Man kann ja immer etwas dazu lernen“, so Dierks.

„Man sollte im Fahren genauso fit sein wollen, wie man es körperlich sein möchte. Ich habe mich auch wegen der eigenen Sicherheit angemeldet, aber auch, weil wir ein neues großes Auto haben. Als Ehrenamtliche fahre ich sehr viele Kinder im Auto herum. , daher war es mir wichtig, das rechtzeitige Bremsen zu lernen und die neuen Gesetze zu erfahren“, erklärte die 66-jährige Vera Lehnert, warum sie mitmacht.

Trotz der anfänglichen Skrupel, stiegen alle Teilnehmer am Ende voll auf die Bremse. Ganz zur Zufriedenheit von Moderator Harald Trisch und Winfried Reimann.

as

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