Viel zu viel Regen

Landwirte suchen nach Alternative für Wintergetreide

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Diese Wintergerste schaffte es im Herbst noch in den Boden, litt dann aber auch im Landkreis Verden unter den Folgen der anhaltenden Nässe.

Landkreis - Im vergangenen Jahr ist vielerorts das Doppelte der durchschnittlichen Jahresniederschlagsmenge auf die Äcker niedergegangen. Einige Mais-, Kartoffel- und Zuckerrübenflächen wurden bisher nicht abgeerntet, da die Erntemaschinen auf den aufgeweichten Böden keine Chance hatten.

An die Aussaat von Wintergetreide oder Raps war daher auf zahlreichen Flächen deshalb ebenfalls nicht zu denken. Insgesamt haben die niedersächsischen Landwirte im vergangenen Herbst 67.600 Hektar, etwa zehn Prozent, weniger Fläche mit Wintergetreide oder Raps bestellt, zitiert der Landvolk-Pressedienst Daten des Statistischen Bundesamtes. Auf ganz Deutschland gesehen, wurden zwei Prozent (120.900 Hektar) weniger Ackerflächen mit Wintergetreide bestellt, zu dem neben Weizen Gerste, Roggen und Triticale gehören.

57 Prozent von knapp der Hälfte der 33.000 Hektar Ackerland im Landkreis Verden müssen laut Dr. Gert Kracke von der Landwirtschaftskammer im Herbst bestellt werden, da der Getreideanbau mit 1600 Hektar hier eine bedeutende Rolle spielt. Auf rund 1500 Hektar konnten die so genannten Winterungen nicht ausgebracht werden.

In Rotenburg, das mit 86.000 Hektar über deutlich mehr Ackerfläche verfügt, konnte aufgrund der anhaltenden Nässe schätzungsweise auf rund 2000 Hektar kein Wintergetreide angebaut werden. Jährlich wird hier auf etwa 31 Prozent Getreide und Raps (zwei Prozent) angebaut.

Landwirte müssen Planung umstellen

Betroffene Landwirte müssen jetzt ihre Fruchtfolgeplanung neu aufstellen und Alternativen finden. Sämtliche Sommerungen, also Ackerfrüchte, die erst im Frühjahr ausgesät werden, kommen dafür in Frage, müssen aber zum Standort passen.

Andere Sommergetreidearten, die wie Körnermais als Futtermittel vermarktet werden, erzielen vergleichsweise niedrige Erträge und stehen unter hohem Preisdruck, heißt es vom Landvolk Hannover. „Die Landwirte müssen sich daher vor der Aussaat bereits mit den regionalen Abnehmern auseinandersetzen, damit sie bei der Ernte keine böse Überraschung erleben. Die könnten die Landwirte in diesen Tagen auch beim Landhandel erleben, denn die Nachfrage nach Saatgut für Sommergetreide ist groß, das Angebot rar und der Preis dementsprechend hoch“, heißt es aus der Pressestelle des Niedersächsischen Landvolkes.

Saatgut wird importiert

Der Grund: In Deutschland ist nicht ausreichend Saatgut für so eine Ausnahmesituation wie derzeit vorrätig. Deshalb werden Partien aus Frankreich und Dänemark importiert.

„Ein Jahr wie dieses bietet den Landwirten allerdings auch Chancen, etwas Neues auszuprobieren. Ackerbohnen, Erbsen oder Sojabohnen sind dann eine interessante Alternative, wenn Technik, Know-How und Abnehmer vorhanden sind und die Standorte passen“, sagt dazu auch Jörn Ehlers, Vize-Präsident des Niedersächsischen Landvolkes und Kreisvorsitzender.

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