Eine Frage – sechs Antworten

„Lehrermangel ist für mich...“

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Niedersächsischer Landtag

Landkreis  - Die sechs Landtagskandidaten des Wahlkreises 61 Verden im direkten Vergleich: Das soll die Serie zur Wahl bieten. Zweimal in der Woche haben die Kandidaten von SPD, CDU, Grünen, FDP, Die Linke und AfD Gelegenheit, ihre ganz persönlichen Gedanken zu einem aktuellen Thema zu äußern, das ihnen die Redaktion vorgibt. Zum Auftakt heißt es: „Lehrermangel ist für mich...“

Dörte Liebetruth (SPD)

Dörte Liebetruth (SPD)

„..eine ganz wichtige Baustelle! Zwar haben wir 2017 mit 71 018 schon mehr Lehrkräfte an Niedersachsens Schulen als je zuvor (3 332 mehr als 2012) und die Zahl der Lehrer-Stunden pro Schüler ist gestiegen. Schulsozialarbeiter werden endlich fest eingestellt und vom Land bezahlt. Das reicht aber noch nicht! 

Als SPD wollen wir die Unterrichtsversorgung auf 100 Prozent ausbauen, ohne mit einer unseriösen „Unterrichtsgarantie“ die Schulqualität zu beeinträchtigen. Die Aufgaben sind gewachsen, unter anderem durch Berufsorientierung an Schulen, Ausbau von Ganztagsschulen, Sprachförderung und die Verwirklichung des Menschenrechts auf Inklusion. Ich setze auf mehr Lehramts-Studienplätze, eine Vereinfachung des Quereinstiegs ins Lehramt sowie eine bessere Bezahlung angefangen bei Grundschulleitungen.“

Adrian Mohr (CDU)

„...ein echtes Problem! Seit Amtsübernahme von Rot-Grün ist die Unterrichtsversorgung im Land in jedem Jahr gesunken, zuletzt auf den schlechtesten Wert seit 15 Jahren.

Adrian Mohr (CDU)

Die BBS in Dauelsen ist bei miesen 86 Prozent angekommen. Jeden Monat fallen Hunderte Schulstunden im Kreis Verden aus! Wie soll Inklusion gelingen, wie sollen Schüler ihre Ziele erreichen, wenn täglich Unterricht ausfällt? Rot-Grün hat mit der rechtswidrigen Erhöhung der Arbeitszeit der Gymnasiallehrer, welche zurückgenommen werden musste, selbst zum jetzigen Mangel beigetragen. Für die Abi-Verlängerung auf „G9“ ist null Vorsorge getroffen!

Wir brauchen mehr Lehrer, dafür muss die Zahl der Studien- und Referendarplätze erhöht werden. Lehrkräfte müssen Zeit für Unterricht haben: Vorrang für Pflichtunterricht laut Stundentafel! Lehrer müssen entlastet werden, wir brauchen dafür mehr schulische Verwaltungskräfte.“

Doris Gerken (Die Grünen)

„...eine zentrale politische Herausforderung.

Doris Gerken (Die Grünen)

Es ist mehr als ärgerlich, wenn das Kind wieder unerwartet vor der Tür steht, weil Unterricht ausgefallen ist. Obwohl mehr Lehrer und Lehrerinnen eingestellt wurden, ergeben sich Engpässe. An den weiterführenden Schulen liegt die Lehrerversorgung bei einem Durchschnittswert von 98,9 Prozent. Aber die Verteilung ist regional unterschiedlich.

Kurzfristige Lösungen erleichtern den qualifizierten Quereinstieg, insbesondere bei Naturwissenschaften, bieten Erhöhung der Arbeitszeit bei Teilzeitlehrkräften und Einbindung von Pensionären in den Unterricht. Mehr Studierende werden für die Schulen ausgebildet, der Vorbereitungsdienst ausgeweitet, ausländische Berufsabschlüsse von Lehrern und Lehrerinnen werden einfacher anerkannt.

So bekommen wir ausreichend gut ausgebildete, motivierte Lehrer für eine Schule, die die Zukunft unserer Kinder gestalten kann.“

Corinna Rosander (FDP)

Corinna Rosander (FDP)

„...kein vorübergehendes oder überraschendes Problem, das man daher auch nicht mit der kurzfristigen Zwangsabordnung von Gymnasiallehrern an Grundschulen lösen kann. Sich oben die zu kurze Decke über den Kopf zu ziehen, macht unten kalte Füße. Wir fordern daher eine Unterrichtsgarantie für Schülerinnen und Schüler. 

Das bedingt eine vorausschauende Lehrerausbildung an Niedersachsens Hochschulen gemäß dem Bedarf, derzeit noch verstärkte Rekrutierung jenseits der Landesgrenze und Förderung des Quereinstiegs sowie Attraktivitätssteigerung der Grundschullehrerlaufbahn mit Blick auf die Zukunft. Wer nachrangige Aufgaben wie Aufsichtsdienste an Grundschulen abdecken will, sollte dafür nicht an Gymnasien und Gesamtschulen den Unterricht ausfallen lassen, sondern Verbände und Ehrenamtliche um Mithilfe bitten.“

Rainer Andrzejewski (Die Linke)

Rainer Andrzejewski (Die Linke)

„…auch in unserem Landkreis ein großes Problem. Bei massivem Stundenausfall sinkt die Schul- und Bildungsqualität drastisch. Das Durchschnittsalter der Pädagogen ist zwar am Sinken, liegt aber immer noch bei knapp 45 Jahren. Unter ihnen sind etliche Lehrer, die in absehbarer Zeit in den Ruhestand gehen. Was wir brauchen, sind mehr Lehrer und kleinere Klassen! Des Öfteren wird behauptet, das Geld würde fehlen. Doch ist es die Prioritätensetzung. 

In den vergangenen 25 Jahren wurden ca. 21 Milliarden Euro für Auslandseinsätze der Bundeswehr ausgegeben. Würden wir den niedersächsischen Anteil in mehr Personal an Schulen investieren, könnten wir hunderte neuer Lehrer und Lehrerinnen einstellen. Meine Meinung: mehr Lehrer für Schulen statt Soldaten im Ausland!“ 

Sebastian Dahlweg (AfD)

Sebastian Dahlweg (AfD)

„...ein untragbarer Zustand. Deutschland bezeichnet sich als Bildungsnation, rutscht jedoch im internationalen Vergleich immer weiter ab. In Niedersachsen ist die Unterrichtsversorgung auf dem schlechtesten Stand, seit Jahren. Die Landesregierung hat es versäumt, rechtzeitig zu handeln. 

Die Probleme werden kurzfristig nicht zu lösen sein, da neue Lehrkräfte erst eingestellt und ausgebildet werden müssen. Mittel- und langfristig sind jetzt die Weichen richtigzustellen. Eine starke AfD im niedersächsischen Landtag wird sich dafür einsetzen, die Rahmenbedingungen zu schaffen, dass wieder mehr Menschen den Lehrerberuf ergreifen und die Unterrichtsversorgung bei uns sicherstellen.“

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