Eine Frage - sechs Antworten

„Die ärztliche Versorgung auf dem Lande ist...“

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Niedersächsischer Landtag

Landkreis Verden  - Die sechs Landtagskandidaten des Wahlkreises 61 Verden im direkten Vergleich: Das soll die Serie zur Wahl bieten. Zweimal in der Woche haben die Kandidaten von SPD, CDU, Grünen, FDP, Die Linke und AfD Gelegenheit, ihre ganz persönlichen Gedanken zu einem aktuellen Thema zu äußern, das ihnen die Redaktion vorgibt. Die Frage heute ist: „Die ärztliche Versorgung auf dem Lande ist...“

Dörte Liebetruth (SPD)

Dörte Liebetruth (SPD)

„...unbedingt bedarfsgerecht sicherzustellen. Das ist der gesetzliche Auftrag der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN). Als Gesundheits- und Sozialausschussvorsitzende im Kreistag habe ich die hausärztliche Versorgung zum Thema gemacht: Weil in den kommenden Jahren zahlreiche Hausärzte in den Ruhestand gehen, gibt es viel zu tun. 

Gemeinsam mit der KVN setzt die rot-grüne Landesregierung beispielsweise auf Investitionskostenzuschüsse und Umsatzgarantien für Praxisübernahmen in unterversorgten Gebieten sowie Stipendien für Medizinstudierende, die sich verpflichten, dort zu praktizieren. Erfüllt die KVN ihren Auftrag nicht, muss die Politik handeln! Da bin ich mit Ministerin Cornelia Rundt einig. So sind zehn Prozent der Medizinstudienplätze an künftige Landärzte zu vergeben..“

Adrian Mohr (CDU)

Adrian Mohr (CDU)

„…ein Thema, zu dem jetzt alle Parteien interessante Vorschläge formulieren. Wenn ich mir die Punkte dazu in den Programmen von SPD und Grünen ansehe, frage ich mich schon, wer eigentlich die letzten Jahre in Hannover regiert hat.

Gerade in meiner Heimatgemeinde Dörverden wird sich die Lage nach dem für 2018 angekündigten Altersrückzug von Herrn und Frau Dr. Gente massiv verschärfen. Da müssen die Kommune, die Kassenärztliche Vereinigung (KVN) und die Politik auf allen Ebenen gemeinsam anpacken. Das ist mein Ding. Vorgestern habe ich den Bundesgesundheitsminister und den Vorstand der KVN nach Dörverden geholt. Die Zusage der KVN, eine Neuansiedlung in Dörverden mit 50.000 Euro zu fördern, ist ein neues, konkretes, gutes Signal!

Daneben brauchen wir ein ganzes Maßnahmenbündel: mehr Medizin-Studienplätze, eine Abkehr vom strengen „Numerus Clausus“, mehr Routineleistungen durch nichtärztliche Fachkräfte sowie in ein echtes Landeskonzept „Gesundheitsversorgung 2030“.“

Doris Gerken (Die Grünen)

Doris Gerken (Die Grünen)

„im Umbruch. Der Tag und Nacht einsatzbereite traditionelle Landarzt, wie wir ihn aus dem Fernsehen kennen, verschwindet. Neue Modelle wie medizinische Versorgungszentren (MVZ) ermöglichen jungen Ärztinnen und Ärzten eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Anreize motivieren Mediziner und Medizinerinnen, sich im ländlichen Raum niederzulassen: Stipendien, Niederlassungsförderung, Umsatzgarantien und Weiterbildungsförderungen sowie Kinderbetreuung, gute Schulen und Kultur.

In einer alternden Gesellschaft sind mehr chronisch kranke Menschen zu versorgen. Über Delegation übernehmen das gut qualifizierte Fachkräfte, fahren regelmäßig zu den Kranken, sichern die Pflege und erheben die erforderlichen Daten, die dann über Telemedizin weitergegeben werden.

Die Zukunft des Verdener Krankenhauses ist gesichert: der offizielle Fördermittelbescheid in Höhe von 30 Millionen Euro für 120 neue Betten und 4 OP-Säle liegt vor und wird gute Fachkräfte nach Verden ziehen.“

Corinna Rosander (FDP)

Corinna Rosander (FDP)

„...nur mit den richtigen und innovativen Maßnahmen zu sichern. Eine Praxiseröffnung ist der Gründung eines kleinen Unternehmens gleichzusetzen, worauf das Medizinstudium nicht ausreichend vorbereitet. Das schreckt viele ab, diesen Schritt allein zu wagen. Wir müssen daher Gemeinschaftspraxen fördern, medizinische Versorgungszentren gründen und Telemedizin als Chance für den ländlichen Raum und die ärztliche Versorgung erkennen und nutzen. 

Zusatzqualifikationen wie Versorgungsassistentinnen und -assisstenten in der Hausarztpraxis oder das Modell Niedersachsen („MoNi“) erlauben es Medizinischen Fachangestellten, ärztlich delegierte Tätigkeiten bei Hausbesuchen selbstständig auszuüben, und sind daher ebenfalls eine wichtige Komponente zur Sicherstellung der medizinischen Versorgung im ländlichen Raum.“

Rainer Andrzejewski (Die Linke)

Rainer Andrzejewski (Die Linke)

„...ein außerordentlich wichtiges Thema für mich. Ich selbst bin auf dem Land aufgewachsen und weiß, wie die Situa-tion in überfüllten Wartezimmern der Ärzte aussieht, in denen man trotz Termin ein bis zwei Stunden warten kann. Politik muss weitere Anreize neben den schon bestehenden schaffen. 

So könnte weitere finanzielle Förderung und Schaffung eines attraktiven Umfelds (Wohnung, Kindergarten, Schule, Kultur) junge Ärzte zur Niederlassung auf dem Land bewegen. Allerdings wären ausreichende Studienplätze im medizinischen Bereich notwendig. Dafür sollten in Zusammenarbeit mit den Hochschulen neue Strategien für einen besseren Zugang zum Medizinstudium entwickelt werden.“

Sebastian Dahlweg (AfD)

Sebastian Dahlweg (AfD)

„...auch in Zukunft sicherzustellen. Es gehört zu den Grundpfeilern eines modernen Sozialstaates, dass alle Menschen versorgt sind. Ärztemangel und eine älter werdende Gesellschaft stellen den ländlichen Raum schon jetzt vor große Herausforderungen. Ich werde mich für eine flächendeckende, dezentrale und wohnortnahe medizinische Versorgung einsetzen, damit ältere Leute keine langen Wege auf sich nehmen müssen und auch junge Familien sich auf dem Lande niederlassen. 

Um dies zu erreichen, muss die finanzielle Unterstützung von Ärzten, die beispielsweise mit ihrer Praxis in den ländlichen Raum wechseln, gegeben sein. Auch sind regionale Krankenhäuser wie die Aller-Weser-Klinik mit ihren Standorten in Verden und Achim zu erhalten und gut auszustatten.“

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