Landkreis würde Projekt vorfinanzieren

Wichtiger Schritt in Richtung Bettenhaus

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Mediengruppe Kreiszeitung

Verden - Ein neues Bettenhaus für die Aller-Weser-Klinik (AWK) in Verden steht bereits seit 2009 ganz oben auf der Agenda des Landkreises. Seit jenem Jahr liegt in der Landeshauptstadt ein entsprechender Förderantrag vor für den Bau, der den Krankenhausbetrieb patientengerechter, wirtschaftlich effizient und mitarbeiterfreundlicher machen soll.

Nach einem Beschluss des Kreisausschusses signalisierte der Landkreis nun dem niedersächsischen Krankenhausplanungsausschuss die Bereitschaft, das 22-Millionen-Euro-Projekt ab 2016 vorzufinanzieren. Unter der Voraussetzung, dass das Land seine Fördermittel verbindlich für 2018 zur Verfügung stellt. Das brachte offenbar Bewegung in die Angelegenheit.

Wie Landrat Peter Bohlmann dem Kreistag gestern Nachmittag mitteilte, will der Planungsausschuss am 1. Oktober in einer Sondersitzung die vorrangige baufachliche Prüfung beschließen. Das geht aus einem Schreiben von Jörg Röhmann, Staatssekretär im Sozialministerium, hervor.

In dem Brief ist allerdings auch die Rede von einzelnen Ausschussmitgliedern, die „weiterhin Zweifel an der langfristigen Wirtschaftlichkeit und Bedarfsgerechtigkeit der Krankenhausversorgung im Landkreis Verden“ geäußert hätten. Als „höchstbezahlte Kasenfunktionäre“ identifizierte Wilhelm Hogrefe (CDU) diese Zweifler, die sich anmaßten, über etwas zu entscheiden, das sie gar nicht bezahlten. Finanziert würde das Bettenhaus schließlich von Bund, Land und den Kommunen.

Auch Peter Bohlmann zeigte sich wenig erbaut von der Haltung der Kassen-Vertreter. Diese, so der Landrat, machten eine Förderung in Verden abhängig von der Schließung der AWK in Achim.

„Die Krankenkassen bekommen Achim nicht vom Netz“, machte Bohlmann deutlich. Denn sollte die Schließung drohen, würde die Stadt als Mitgesellschafter aus dem AWK-Verbund austreten und sich auf die Suche machen nach einem privaten Investor. Es käme also nicht zum Abbau angeblicher Überkapazitäten.

Ohnehin sei es naiv zu glauben, es würden mehr Patienten nach Verden kommen, wenn Achim kein Krankenhaus mehr habe, verwies Bohlmann auf die Nähe zu Bremen. Und Eva-Maria Hibbeler (SPD), ihres Zeichens Mitarbeiterin der AWK, ergänzte, dass keines der beiden Häuser die Kapazitäten hätte, die Leistungen des jeweils anderen zu übernehmen.

kp

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