Landkreis veröffentlicht Flyer zum Verhalten bei Begegnungen

Wölfe auch in Niedersachsen auf dem Vormarsch

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Wolf im Wolfcenter in Dörverden.

Landkreis - Seit 2008 leben wieder Wölfe in Niedersachsen. Fachleute gehen von 50 bis 60 Tieren aus und rechnen mit einer zunehmenden Ausbreitung. „Es ist wahrscheinlich, dass erste Vorkommen in naher Zukunft auch im Landkreis Verden zu vermelden sein werden“, erwartet Thomas Arkenau von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises. Erste Beobachtungen, die auf ein wanderndes Einzeltier hindeuten, habe es im östlichen Kreisgebiet bereits gegeben. Ein anerkannter Nachweis fehle aber noch.

Zum Thema „Wolfsbegegnung – wie verhalte ich mich“ hat der Landkreis jetzt einen Flyer veröffentlicht, der auf der Internetseite www.landkreis-verden.de abgerufen werden kann. Neben allgemeinen Informationen über den Wolf und Tipps zum Verhalten bei Begegnungen mit ihm, nennt die Broschüre auch die vom Land benannten Wolfsberater für den Landkreis Verden. Das sind Frank Fass, Nicola Gölzner, Imke Mohr und Gesa Wölm, alle vom Wolfcenter.

Der Wolf, so Arkenau, ist eine heimische, europaweit streng geschützte Tierart, die nach wie vor stark bedroht sei. Wölfe seien nicht angesiedelt worden, sondern nach 1990 aus östlichen Ländern zugewandert. Auch in Italien, der Schweiz und Frankreich sei er seit Jahrzehnten wieder heimisch oder nie ausgestorben gewesen.

Für ein konfliktarmes Miteinander von Mensch und Tier hat das Land Niedersachsen mittlerweile eine Reihe von Maßnahmen auf den Weg gebracht. So wurden die Wolfsberater als Ansprechpartner für Bevölkerung und Nutztierhalter ernannt. Zudem führt die Landesjägerschaft ein Wolfsmonitoring im Auftrag des Umweltministeriums durch. Dort werden alle Hinweise und Beweise für gesichtete Wölfe oder durch den Wolf getötete Wild- und Nutztiere zusammengetragen.

Erfahrungen auch in Niedersachsen zeigten bisher, dass Wölfe auch ungenügend geschützte Nutztiere, insbesondere Schafe, Ziegen, Gatterwild und teilweise junge Rinder, angreifen. Daher hat das Land die „Förderrichtlinie Wolf“ erlassen. Danach können Nutztierhalter eine bis zu 80-prozentige Bezuschussung für die Errichtung eines Grundschutzzaunes gemäß Förderrichtlinie erhalten. Hobbyhalter aller Nutztierarten können davon jedoch keinen Gebrauch machen.

Rinder- und Pferdehalter können Bezuschussungen für geeignete Grundschutzmaßnahmen erst beantragen, wenn sie einen Wolfsriss unter ihren Tieren haben. Dass ein Wolf die Ursache war, wird amtlich vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz in Hannover festgestellt, nachdem einer der Berater vor Ort die Dokumentation aufgenommen und von dem getöteten Tier eine DNA-Probe entnommen hat. Der betroffene Halter sollte daher umgehend einen örtlichen Wolfsberater kontaktieren.

Gemäß Förderrichtlinie müssen Grundschutzmaßnahmen bis November 2015 abgeschlossen sein. Sollte danach ein Wolf ungeschützte Schafe, Ziegen oder Gatterwild töten, kann das Land den Antrag auf Schadensausgleich ablehnen. Informationen zur Förderrichtlinie sind unter www.umwelt.niedersachsen.de abrufbar.

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