Gute Aussicht auf Grundstück

Tierwohl bis zum Ende: Bio-Bauern planen Schlachthof in Schwarme

Fleischrinder der Rasse Limousin stehen auf einer Weide und blicken neugierig in die Kamera.
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Das ganze Jahr auf der Weide: Der naturnah lebenden Limousin-Herde vom Bio-Hof soll der lange Transport zum Schlachter erspart bleiben.

Fünf Bio-Bäuerinnen und -Bauern wollen sich zusammenschließen und gemeinsam mit Wolfgang Golasowski einen Schlachthof eröffnen, der besonders hohen Ansprüchen genügt.

Landkreis Verden – Die Schlachtermesser zu wetzen, wäre es noch zu früh. Soweit ist das Schlachthofprojekt noch nicht gediehen, das Wolfgang Golasowski und die fünf Bio-Bäuerinnen und -Bauern aus dem Landkreis Verden sich vorgenommen haben. Aber mit der Entscheidung des Schwarmer Gemeinderats, für das geschätzt fünf Millionen Euro teure Vorhaben ein Grundstück an die Genossenschaft zu verkaufen, ist eine wichtige Bedingung erfüllt. Der Standort ist gefunden.

Wolfgang Golasowski ist „verhalten optimistisch“. Das heiße schon etwas für einen Juristen, deutet der Projektmanager an. Über Sektkorken will er denn auch erst nachdenken, wenn der Schlachthof steht. „Wir brauchen so einen regionalen fleischverarbeitenden Betrieb mit Schlachtung“, ist der Thedinghauser überzeugt. Seine Mitstreiter und Mitstreiterinnen, die alle aus der Landwirtschaft kommen und Tiere halten, können es nicht mit sich vereinbaren, dass die gehegten Vierbeiner manchmal über Hunderte Kilometer transportiert werden müssen, damit sie dann irgendwo als Steak, Schnitzel oder Lammkeule auf einem Teller landen.

Es geht um die Qualität des Fleisches

„Auch das hat etwas mit der Qualität zu tun, die das Fleisch hat“, betont Golasowski. Immerhin gehe es im Wesentlichen um Tiere, die in Bio-Qualität aufgezogen und gehalten werden. Viele von ihnen leben ganzjährig naturnah auf der Weide. Das Tierwohl, das heute auch immer mehr Verbraucher fordern, wollen die Halter auf den Höfen für die gesamte Lebensspanne der Vierbeiner nicht aufgeben, also auch bis zum Schlachten.

In der näheren Umgebung ist ein solcher Betrieb aber gar nicht mehr zu finden, sodass die Öko-Landwirte sich nach einem Standort für ein eigenes Projekt umgesehen haben. Keine Großindustrie natürlich, etwa 50 Rinder und 100 Schafe pro Woche, so ist die Vorstellung, können da verarbeitet werden. Aber auch diese Suche gestaltete sich zunächst schwierig, berichtete Golasowski. Im Landkreis Verden wurden sie jedenfalls nicht fündig.

Gewerbefläche in Schwarme

Die Notwendigkeit werde vielfach in den Kommunen schon gesehen, aber geeignete Standorte gab es nicht. Jetzt scheint das Problem ein Stück über die Kreisgrenze hinweg gelöst: etwas außerhalb von der Gemeinde Schwarme im Gewerbegebiet „An der Grasrennbahn“.

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Und nach einigen Diskussionen im Gemeinderat mit einem grundsätzlichen Ja im Sommer und mit der Bestätigung nach nichtöffentlicher Beratung im Oktober steht jetzt für die Projekt-Initiatoren fest, dass der Standort in Schwarme sein soll. Die Bestätigung sei ihm von Bürgermeister Johann-Dieter Oldenburg (SPD) mitgeteilt worden, berichtete Golasowski auf Nachfrage.

Genehmigung, Förderung und Finanzierung: Die Arbeit beginnt

Für die Initiatoren des Projekts beginnt jetzt eigentlich die richtige Arbeit. „Ein wichtiger Schritt und eine entscheidende Hürde ist dann die Genehmigung nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz“, berichtete Golasowski. Danach werde es darum gehen, den Förderantrag beim Land zu stellen. Stichtag sei der 15. März kommenden Jahres. Nebenbei soll dann auch noch die Genossenschaft gegründet werden, die den „fleischverarbeitenden Betrieb mit Schlachtung“ dann betreiben soll.

Wolfgang Golasowski ist zuversichtlich, dass die Förderung, immerhin 40 Prozent der Investitionssumme, bewilligt wird. Damit hätten die Genossen gleichzeitig einen Eigenanteil zur Verfügung, den sie für die Restfinanzierung gut gebrauchen könnten.  kle

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