Weitere Beschränkungen drohen

Kreis Verden plötzlich der Hotspot Niedersachsens

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Die Corona-Inzidenz im Landkreis Verden seit dem 10. März 2020.

Innerhalb weniger Tage steigt die Inzidenz im Landkreis Verden auf 350. Eine der Hauptursachen ist die Omikron-Variante.

Verden/Achim – Die Corona-Lage im Landkreis Verden hat sich erheblich zugespitzt. Allein über das Wochenende wurden dem Gesundheitsamt 198 neue positive Fälle gemeldet. Bei der Inzidenz liegt der Raum zwischen Ottersberg und Dörverden inzwischen auf Platz eins in Niedersachsen. Der Wert war im Vergleich zum Sonntag am Montag noch einmal um rund 25 gestiegen, er wurde vom Robert-Koch-Institut mit 350,4 angegeben.

Jetzt droht dem Landkreis Verden einer Pressemitteilung zufolge die höchste der drei Warnstufen, verbunden mit weiteren Einschnitten und Beschränkungen.

An den vergangenen Tagen stieg der Sieben-Tage-Wert sprunghaft. Am 9. Dezember wurde die 200er-Marke überschritten, seit letztem Freitag liegen die Inzidenzwerte bereits über 300. Eine der Ursachen, so Amtsärztin Jutta Dreyer: „Omikron ist im Landkreis Verden angekommen.“ Sie vermute in der neuen, hochansteckenden Coronavirus-Variante den Hauptgrund für den explosionsartigen Anstieg der aktuellen Fallzahlen. In vier Fällen im Landkreis liegen Nachweise für die Omikron-Variante vor. Da die Labore derzeit nur fünf Prozent der positiven Tests nach Virusvariante aufschlüsseln würden, sei eine genaue Festlegung in Prozenten nicht möglich, so Dreyer. Hintergrund sei die aufwändige Analyse, die viel Zeit beanspruche. Auch das Robert-Koch-Institut wendet lediglich die Fünf-Prozent-Analyse an, und rechnet daraus die Gesamtzahlen hoch.

In vielen Fällen fordere das Gesundheitsamt jetzt die Labore auf, die Sequenzierung nachzubestimmen, um Klarheit zu bekommen. Dies ziehe sich aber gelegentlich über Tage hin. „Wo ein positiver Fall ist, ist auch ohne direkten Labornachweis klar, dass positive Angehörige oder Freunde dieselbe Variante haben“, sagt Dreyer. Die ersten Erfahrungen mit der Variante Omikron würden bestätigen, was bereits über die Medien bekannt sei: Die Ansteckung gehe rasant schnell, selbst ein kurzer, flüchtiger Kontakt könne ausreichen.

Einen nicht unerheblichen Anteil an den hohen Fallzahlen hat zudem der aktuelle Corona-Hotspot in der Behinderteneinrichtung Stiftung Waldheim in Cluvenhagen. Dort war in der ersten Dezemberwoche ein Corona-Ausbruch gemeldet worden, in dessen Verlauf bis zum vergangenen Freitag rund 160 Personen positiv getestet worden waren. In der Zwischenzeit wurden in der Einrichtung die Auffrischungsimpfungen abgeschlossen. Zudem konnten auf der Grundlage von Nachtestungen die ersten Positivfälle aus der Quarantäne entlassen werden.

„Die Omikron-Variante, das sagen die Virologen und zeigen bereits auch die Nachrichten aus England und anderen Ländern, wird sich in kürzester Zeit auch hierzulande durchsetzen“, sagt Landrat Peter Bohlmann. Umso wichtiger sei es, einerseits die Booster-Impfungen mit hohem Tempo fortzusetzen und andererseits eine deutliche Zurückhaltung bei den persönlichen Kontakten, bei Treffen und auf Feiern zu üben. „Je länger wir es schaffen, die Ausbreitung der Omikron-Variante zu verzögern, umso weniger stark wird unser Gesundheitssystem belastet“, so der Landrat.

Dass sich bei einem Corona-Ausbruch wie in der Stiftung Waldheim nur vereinzelt schwerere Verläufe ergeben hätten, verdeutliche, wie wichtig das Impfen gegen die Pandemie sei, erklärt Bohlmann weiter. Jede und jeder solle sich um einen Termin für die Erst-, Zweit und Drittimpfung bemühen. Die Praxen der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte stünden dafür zur Verfügung. Und auch die Angebote der Impfstationen des Landkreises – ob als offenes Impfen bei Dodenhof in Posthausen oder als Impfen mit Termin in den Containerbauten am Verdener Kreishaus – würden gut angenommen und fortgeführt.

Mit Stand 19. Dezember hatten die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte sowie die Impfteams im Landkreis Verden rund 39 758 Auffrischungsimpfungen durchgeführt. Die Impfquote liegt aktuell bei 68,87 Prozent.

Mit einem Inzidenzwert von erstmalig über 350 droht dem Landkreis Verden auch die Verhängung der Warnstufe 3 gemäß Niedersächsischer Corona-Verordnung. Wird der Wert von 350 an fünf aufeinanderfolgenden Werktagen überschritten, treten zwei Tage später, frühestens am zweiten Weihnachtstag, weitere Kontakt- und Zugangsbeschränkungen im Landkreis in Kraft.

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