Neuinfektionen ohne Hotspot

Landkreis Verden: Coronavirus-Infektionen per Tagebuch verfolgen

Für Coronavirus-Infektionen im Landkreis Verden sind keine großen Ereignisse verantwortlich. Meistens sind es „Einzelfälle“, bei denen sich Menschen anstecken.

  • Der Landkreis Verden liegt weiter unter dem kritischen 50er-Grenzwert.
  • Für die Ausbreitung von Coronavirus-Infektionen sind meist Einzelfälle verantwortlichen.
  • Die Kreisverwaltung ruft zur Einhaltung der Coronavirus-Hygieneregeln auf.

Verden – Die Coronavirus-Infektionszahlen steigen. Mal besorgniserregend mit zehn neuen Fällen wie vorgestern und mal moderat mit drei wie gestern. „Reiserückkehrer spielen im Geschehen nicht mehr die große Rolle“, berichtete der Pressesprecher der Kreisverwaltung, Ulf Neumann. Eine eindeutige Tendenz sei zurzeit nicht zu erkennen. Bei der Nachverfolgung der Infektionsketten stoßen die Ermittler im Gesundheitsamt häufig auf schlichte private Einzelfälle, bei denen allerdings die Coronavirus-Hygiene vernachlässigt wurde.

Deutscher Landkreis:Verden
Fläche:787,7 km²
Bevölkerung:135.842 (2016) Statistisches Bundesamt
Hauptstadt:Hochstift und Herzogtum Verden
Sehenswürdigkeiten:RitterRost-Magic Park Verden, Wolfcenter
Universität:Hochschule für Künste im Sozialen, Ottersberg

Landkreis Verden: Neue Coronavirus-Infektionen ohne Hotspots – Einzelfälle sind verantwortlich

Gestern war ein eher guter Tag. Nur drei Coronavirus-Infektionen von drei Männern aus dem Südkreis wurden dem Gesundheitsamt bestätigt. Weil aber zugleich fünf Betroffene aus der Quarantäne entlassen werden konnten, verringert sich die Zahl der Covid-19-Patienten auf aktuell 34. Sechs Patienten werden zurzeit stationär behandelt, acht Personen sind bislang im Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion gestorben. „Der Wert der kumulativen Inzidenz der letzten sieben Tage (bezogen auf 100. 000 Einwohner) liegt aktuell bei 21,2“, meldet das Gesundheitsamt die Infektionsrate.

Die Corona-Zehlen steigen. Aktuell sind 34 Infizierte wegen einer Covid-19-Erkrankung im Landkreis Verden in Behandlung.

„Die ,Corona-Lage’ ist hochkomplex und es ergeben sich immer wieder neue Erkenntnisse, die eine Überarbeitung der Handlungsempfehlungen erfordern.“ Dieser Hinweis steht in einem überarbeiteten Strategie-Papier, das das Robert-Koch-Institut (RKI) vor zwei Tagen erst veröffentlicht hat. Ähnliche Erfahrungen macht auch das Gesundheitsamt im Kreishaus Verden. „Wir haben Einzelfälle“, betont Ulf Neumann. Bei den bestätigten Ansteckungen gebe es keine auffälligen Schwerpunkte. Und auch, wenn die Mitarbeiter in der Behörde den Quellen hinterhertelefonieren, stoßen sie nicht etwa auf immer dieselben Ansteckungsherde.

Coronavirus im Landkreis Verden: Ursachenforschung in der Region – Ansteckungen bei Kontakt überall möglich

Selbst der Zusammenhang mit dem Vereinssport, der sich bei Fällen vor einer Woche angedeutet hatte, sei nicht zu halten. Ulf Neumann ordnet die Coronavirus-Fälle mittlerweile eher bei den Einzelfällen ein. „Zu Ansteckungen kann es überall da kommen, wo die Kontakte besonders eng sind“, erklärt der Sprecher die Überlegungen. Das sei bei Kontaktsportarten so, aber auch bei privaten Treffen, bei denen die Regeln vernachlässigt werden. Nicht mal bei Feiern sei ein Schwerpunkt erkennbar. Große Familienfeste, die andernorts zu den „Superspreading-events“ mit vielen Angesteckten wurden, habe es nicht gegeben und seien auch nicht an den Infektionszahlen abzulesen.

Die Ansteckungsrate im Landkreis Verden jeweils innerhalb der zurückliegenden sieben Tage.

Regionale Zusammenhänge, Häufungen von Coronavirus-Infektionen in bestimmten Teilen des Verdener Kreisgebiets, seien ebenfalls nicht auszumachen. Wenn Tests dann doch, wie in diesen Tagen, immer wieder mal Ansteckungen bestätigen, ist die Suche aber gerade deswegen eher aufwendig, bestätigt Neumann. Da müssten schon mal die Kräfte an den Telefonen im Gesundheitsamt von zusätzlichen Mitarbeitern aus dem Kreishaus Verden unterstützt werden. Die „Landesteams“, die mit den Hilfsorganisationen im Krisenstab gebildet wurden, seien allerdings für die Nachverfolgung im Landkreis noch nicht benötigt worden.

Berlin verteilt gute Noten an kommunale Gesundheitsämter

Das Bundesinstitut zur Krankheitsüberwachung und -prävention in Berlin stellt den kommunalen Gesundheitsämtern unterdessen schon einmal ein gutes Zeugnis aus. „Das aktuelle Ausbruchsgeschehen belegt die Effektivität der bereits eingeleiteten Maßnahmen zur Unterstützung der Gesundheitsbehörden in Ländern und Kommunen: Ermittlung von potenziell infektiösen Personen und Kontaktnachverfolgung sind effektive Maßnahmen zur Unterbrechung von Infektionsketten. Es gelingt meist zuverlässig und zeitgerecht, Verdachtsfälle zu identifizieren, zu isolieren, die notwendige Diagnostik durchzuführen und Infektionsschutzmaßnahmen lageabhängig umzusetzen“, heißt es in dem Papier des RKI.

Für Ulf Neumannn steht deshalb in der augenblicklichen Lage die Beachtung der Coronavirus-Hygieneregeln im Vordergrund: Abstandhalten, Mund-Nasen-Schutz und, je mehr die Begegnungen in geschlossenen Räumen stattfinden, zu lüften. „Wenn man sich unsicher fühlt, sollte man überlegen, ob man das Ansteckungsrisiko eingehen will“, empfiehlt der Sprecher.

Von Ronald Klee

Rubriklistenbild: © wienken

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