Sorgenkind bleiben Wohnungseinbrüche

Kriminalstatistik vorgestellt: Landkreis ist sicher

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Einbrecher sind auf das „schnelle Geld“ aus. Dazu suchen sie in Häusern nach Bargeld oder Schmuck. Aufmerksame Nachbarn und gesicherte Türen und Fenster schrecken ab.

Verden - Von Andree Wächter. „Wir leben in einem sicheren Landkreis“, sagte am Freitag Martin Erftenbeck, Leiter des zentralen Kriminaldienstes. Zusammen mit dem Leiter der Polizeiinspektion Verden-Osterholz, Uwe Jordan, stellte er die Kriminalstatistik 2016 vor. Laut den Beamten sei das Straftatenaufkommen auf einem Tiefstand. Sorgen bereitet ihnen die hohe Zahl an Wohnungseinbrüchen im Kreisgebiet.

Insgesamt registrierte die Polizei 511 Wohnungseinbrüche oder versuchte Einbrüche. Laut der Statistik sind dies 128 mehr als 2015. Rund jede vierte Tat wurde aufgeklärt.

„Spitzenreiter“ in dieser Kategorie war im vergangenen Jahr Achim. 186 Straftaten brachten Bürger zur Anzeige. Das ist ein Zuwachs von 58. Zum Vergleich: In Verden waren es 91 (-8) und in Langwedel 34 (+7).

Helga Stilke, Leiterin des Kriminal- und Ermittlungsdienstes Achim, ordnete die Zahlen ein. Zwischen Karfreitag und Ostersonntag gab es eine Serie von mehr als 20 Einbruchsversuchen. Vermutlich sind die Täter von Haus zu Haus gezogen. Eingedrungen sind sie dort, wo sie einen schnellen Zugriff bekamen. Ziel sei immer noch „das schnelle Geld“ zu machen. Meint: Die Einbrecher haben es auf Bargeld und Schmuck abgesehen.

Einbruchsversuche steigen

Dass die Zahl der Einbruchsversuche auf 209 (2015: 163) stieg, kann auch als Erfolg gewertet werden. Bürger schützen sich immer besser. Dazu hat ein Präventionsteam der Polizeiinspektion in den Landkreisen Verden und Osterholz 279 Beratungen zum Thema Einbruchsschutz durchgeführt. Immer häufiger gebe es, so Jordan, Hinweise aus der Bevölkerung. Die Menschen scheuen sich immer seltener, zum Telefonhörer zu greifen, wenn sie etwas Verdächtiges sehen.

Immer weiter zurück gehen Einbrüche in Firmen oder Geschäfte. 2016 wurden 323 Taten gemeldet. 2015 waren es 418 und 2009 noch 737. „Die Einbrecher haben offenbar die Erfahrung gemacht, dass hier kaum noch Beute zu machen ist: Immer seltener ist Bargeld vorhanden, gleichzeitig sind die Einbruchschutzvorkehrungen über die Jahre deutlich besser geworden“, so Martin Erftenbeck.

Rückgang bei der Kriminalität mit Minderjährigen

Überrascht waren die Experten vom starken Rückgang bei der Kriminalität mit Minderjährigen. 434 Tatverdächtige begangen 513 Straftaten. 2009 waren es noch 870 Personen mit 1 177 Delikten. Die Halbierung innerhalb von sieben Jahren ist vermutlich auch ein Ergebnis der Zusammenarbeit von Schule, Beratungsstellen und der Polizei.

Zuwanderer spielen in der Gesamtstatistik eine untergeordnete Rolle. „Das Straftatenaufkommen durch Flüchtlinge hielt sich auch im Jahr 2016 in einem absolut unauffälligen Rahmen“, sagte Inspektionsleiter Jordan.

Im Landkreis Verden wurden insgesamt 8 550 Straftaten (-140) protokolliert. Von ihnen konnten 63,01 Prozent aufgeklärt werden.

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