„Landkreis nicht Teil des Problems“

Schulbus-Chaos im Nordkreis: Antwort an Bahn

Landkreis - Eine gewisse Mitverantwortung an den Problemen mit der Schülerbeförderung im Nordkreis hatte die Bahn AG auch dem Landkreis zugewiesen. Nachdem sich der Bundestagsabgeordnete Andreas Mattfeldt in der Sache an die Bahn AG gewandt hatte, waren in der Antwort auch Fahrplanänderungen angeführt worden.

Die hätten zumindest der Bahn-Tochter Weser-Ems-Bus teilweise die Ausführung des Auftrags für das Linienbündel Nord erschwert. (wir berichteten.) Das aber will Landrat Peter Bohlmann nicht unwidersprochen stehen lassen. „Diese Kritik am ÖPNV und einzelnen Fahrplanänderungen im Landkreis Verden weise ich als Aufgabenträger und Verbandsmitglied des ZVBN entschieden zurück“, antwortete der Chef der Kreisverwaltung auf die Darstellung. In einem Schreiben an den Konzernbevollmächtigten für die Länder Bremen und Verden, Ulrich Bischoping, räumt Bohlmann zwar ein, dass es Änderungen gegeben habe, aber nicht in dem dargestellten Ausmaß. Hatte die Antwort an Mattfeldt von jeder fünften Linie gesprochen, auf der der Fahrplan geändert worden sei, so hatte Bohlmann nur auf acht Prozent der Linien Fahrplanänderungen errechnet. Und die seien teilweise zu Beginn eines Schuljahreswechsels normal und in der Vergangenheit auch problemlos umgesetzt worden.

Wie bereits in der Sitzung des Schulausschusses sieht der Verwaltungschef im Fachkräftemangel die Ursache der Probleme. Der habe das Verkehrsgewerbe voll erwischt. Der Weser-Ems-Bus wirft er in dem Zusammenhang mangelnde Wertschätzung der qualifizierten Kräfte hinter dem Steuer der Schulbusse vor. Das bezieht er in dem Schreiben einerseits auf deren Entlohnung. Andererseits moniert er aber auch, dass sich das in der Unternehmenspolitik ausdrücke, die meine, den „hochsensiblen Bereich der Schülerbeförderung“ an über 100 Kilometer weit entfernte Unternehmen übertragen zu können. Das habe die Fahrerinnen und Fahrer dem berechtigten Frust der Betroffenen ausgesetzt.

Weser-Ems-Bus von Vergabe ausschließen

Mittlerweile liege die rechtliche Prüfung eines externen Anwaltsbüros in Vergabefragen vor. Die Kreisverwaltung informiert in einer neuen Mitteilungsvorlage für den Fachausschuss des Kreistags, dass der Ausschluss von Weser-Ems-Bus von der Ausschreibung für das Linienbündel Verden-Süd positiv beurteilt werde.

Auch mit der Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) sei mittlerweile gesprochen worden. Die Genehmigungsbehörde sei über alle geplanten und bisher eingeleiteten Schritte informiert worden. Einschreiten wolle die Behörde allerdings wegen der hohen rechtlichen Hürden nicht. Aber das Linienbündel Verden-Nord wolle die LNVG beobachten. Und die Kreisverwaltung habe mit ihr vereinbart, sie über alle Schritte zu informieren. 

kle

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