Dr. Ulrich Skwirblies wird Präsident in Lüneburg / „Ein herber Verlust“

Landgericht Verden lässt seinen Vize ungern gehen

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Landgerichtspräsident Dr. Rüdiger Lengtat (l.) bedauert den Weggang seines Stellvertreters Dr. Ulrich Skwirblies . ·

Verden - Von Erika WennholdVerdener Straßensperrungen und Umleitungen sind für den Vizepräsidenten des Landgerichts, Dr. Ulrich Skwirblies, passé. Allenfalls den „Ausnahmenzustand Domweih“ wird er sich vorerst noch nicht entgehen lassen, ansonsten lässt er sich mit seiner Familie wieder auf Lüneburger Eigenheiten ein. Er wird Präsident des dortigen Landgerichts und vermutlich noch einmal der „Jüngste aller Zeiten“ sein.

Das war er, als er vor sechs Jahren die Nachfolge von Hans-Peter Marsch antrat. Jetzt macht der Ehemann und Vater zweier Kinder einen Karrieresprung, den ihm seine Kollegen in Verden durchaus gönnen. Von Fein- und Fingerspitzengefühl, außerordentlichen Fachkenntnissen, brillanten Formulierungen, Loyalität und Hilfsbereitschaft war beim Abschied die Rede. Gleichzeitig wird ihm nachgesagt, bei schwierigen Verhandlungen mit angespannten Anwälten und aufgeregten Mandanten stets die Ruhe selbst gewesen zu sein, wenn es etwa vor der ersten Zivilkammer um Pferdekrankheiten oder nicht dokumentierte Zahlungen in bar gegangen war.

„Time so say goodbye.“ Landgerichtspräsident Dr. Rüdiger Lengtat war sich bewusst, auf eine tüchtige Hand verzichten zu müssen. „Es ist ein Vergnügen gewesen, mit Ihnen zu arbeiten.“ Viel Lob, das nach sieben Abschiedsreden nicht ansatzweise getrübt worden war, vielmehr reihten sich Worte des Bedauerns aneinander. Vorsitzender Richter Joachim Grebe: „Es ist ein äußerst herber Verlust, melden Sie sich ab und zu bei uns.“ Oder Amtgerichtsdirektor Bernd Bargemann: „Es wird Situationen geben, wo Dich der eine oder andere schwer vermissen wird.“

„Warum nach Lüneburg?“, hatte sich Richterin Andrea Ramsauer gefragt und eine Erklärung gefunden: „Die Daily-Soap ‚Rote Rosen‘ sucht jemanden für die Besetzung der Rolle eines erfolgreichen Lebemannes.“ Erfolgreich ja. Aber Lebemann, das scheint nicht die Rolle zu sein, die Dr. Ulrich Skwirblies spielen möchte. Schon mit der Wahl seines beruflichen Werdegangs im Anschluss an das Studium der Rechtswissenschaften an der Christian-Albrecht-Universität in Kiel und an der University of Surrey/Guildford in Großbritannien entschied sich Skwirblies dafür, viel Verantwortung zu übernehmen. Nach dem zweiten juristischen Staatsexamen setzte er sich 1992 in Schleswig-Holstein zum ersten Mal auf den Richterstuhl. Vier Jahre später ging er nach Lüneburg an das dortige Landgericht, im Jahr 2000 nach Celle, wo er in verschiedenen Zivilsenaten tätig war, und schließlich 2007 nach Verden, wo sein Erscheinen von einem Richter folgendermaßen kommentiert wurde: „Jetzt weiß ich, was mit Verschlankung der Justiz gemeint ist.“

Neben seiner Aufgabe als Vizepräsident am Landgericht hat sich Skwirblies stets engagiert, wenn es um organisatorische Dinge ging. Oberstaatsanwältin Silke Streichsbier bedankte sich für viel Hilfe am Tag der offenen Tür. Privat brachte er sich in der Kirche oder bei den Rotariern ein. Auch hier wird den meisten nicht viel mehr als die Bemerkung „Schade“ einfallen, wenn der zukünftige Landgerichtspräsident seine Sachen packt.

Im Gepäck: Zartbitterschokolade, tiefrote Rosen, ein Poster mit gezeichneten Verdener Ansichten und ein Korb mit allem, was das Fremdeln in neuen Gefilden erträglicher machen kann. Klar, Dr. Ulrich Skwirblies wird seine Verdener Kollegen auch vermissen.

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