Todesursache nicht sicher

Nach Tod eines 34-Jährigen könnte es nie zu einem Prozess kommen

Verden - Drei junge Männer müssen sich derzeit vor dem Landgericht Verden wegen versuchten Totschlags verantworten. Gemeinschaftlich sollen der 17-Jährige aus dem Kreis Rotenburg und zwei in Untersuchungshaft sitzende 21-Jährige im August 2018 in Verden auf einen damals 82 Jahre alten Mann eingeprügelt und eingetreten haben.

Gegen einen der 21-Jährigen war zum Tatzeitpunkt bereits Anklage wegen einer Gewalttat in Walsrode erlassen worden, die das Opfer - anders als der 82-Jährige in Verden - nicht überlebt hat. Doch nach derzeitigem Stand wird es wegen dieser Tat nie zu einem Prozess kommen.

Laut damaliger Polizeimeldung war es am frühen Neujahrsmorgen in einer Walsroder Sozialunterkunft in der Straße Alter Postweg zu einer Auseinandersetzung unter Bewohnern gekommen. Am Nachmittag entdeckte die Polizei den Leichnam eines 34-Jährigen. Der heute 21-Jährige wurde vorläufig festgenommen und soll bis März 2018 in Untersuchungshaft gewesen sein.

Anklage wurde nicht wegen eines Tötungsdeliktes erhoben, sondern wegen gefährlicher Körperverletzung. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Verden erklärte später auf Nachfrage, dass „die Todesursache nicht mit Sicherheit festgestellt werden konnte. Es ist nicht auszuschließen, dass es auch unabhängig von den Verletzungen zum Tod des 34-Jährigen gekommen wäre.“

Zuvor soll es durch den 21-Jährigen zu einer weiteren ebenfalls angeklagten Körperverletzung in der Unterkunft gekommen sein. Details dazu sind nicht bekannt. Am 5. September 2018 sollte der Prozess am Amtsgericht Verden beginnen. Doch rund 14 Tage zuvor war der Angeklagte wegen der Tat in Verden festgenommen worden. Der Termin für die Gerichtsverhandlung wurde deshalb aufgehoben.

Entscheidung nach Abschluss des zweiten Prozesses

Der Fall sollte in dem aktuellen Prozess in Verden ebenfalls verhandelt werden, wurde dem Landgericht aber zu spät vorgelegt. Inzwischen wurde das Verfahren vorläufig eingestellt. Abgewartet wird der Ausgang des Prozesses und dann entschieden, ob das Verfahren endgültig eingestellt oder es zum Prozess kommen wird.

Eine Tatbeteiligung bei dem Fall in Verden bestreitet der 21-Jährige. Er will dem Pensionär lediglich einen Schlag mit der flachen Hand gegeben haben. Ansonsten habe er versucht, die anderen beiden Angeklagten von Tritten und Schlägen abzuhalten.

Der gebürtige Hamelner berichtete, als Sohn zweier Alkoholiker mit fünf Jahren in eine Pflegefamilie gekommen zu sein. Bei den Pflegeeltern, ein Ingenieur und eine Psychotherapeutin, will er nahezu täglich Gewalt erlebt haben. Drogenkonsum habe zu seinem Alltag gehört.

Nach der Entlassung aus der Untersuchungshaft im März 2018 kam er nach Verden, wo es nach seinen Schilderungen in einer Obdachlosenunterkunft wieder Ärger gegeben habe. „Streit mit einem Nachbarn. Der hat mich mit einem Messer bedroht“, behauptet der Angeklagte. Dann sei er in einer Obdachlosenunterkunft in Verden-Walle untergekommen.

Der Prozess wird am 7. März fortgesetzt. 

wb

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