Landessuperintendent Brandy besucht Verden / Schwerpunktthema Flüchtlinge

Mit Gemeindearbeit Meinungsbildung betreiben

+
Landessuperintendent Dr. Hans Christian Brandy besuchte Superintendentin Elke Schölper in Verden. Zuvor war der Theologe bei Flüchtlingen in den BBS-Hallen.

Verden - Die Flüchtlingsthematik und die aktuelle Situation der Asylsuchenden standen im Mittelpunkt des Besuchs von Landessuperintendent Dr. Hans Christian Brandy im Kirchenkreis Verden. Verden war die letzte Station der mehrwöchigen Reise.

Begleitet von Superintendentin Elke Schölper, Kerstin Dierolf (Öffentlichkeitsarbeit Kirchenkreis Verden), Diakoniepastorin Constanze Ulbrich und Kirchenkreissozialarbeiterin Heike Walter besuchte der leitende Theologe die in den Turnhallen der BBS untergebrachten Flüchtlinge und sprach mit Verantwortlichen. Ferner informierte er sich im Gemeindehaus Westen über die ehrenamtliche Flüchtlingsarbeit. Außerdem standen Gespräche mit Landrat Peter Bohlmann und Sozialarbeitern der Caritas in der Flüchtlingsberatung auf dem Programm.

Bei einem anschließenden Pressegespräch in der Superintendentur sprach Brandy von großen Herausforderungen, die nun zu bewältigen seien. Ferner betonte er, dass es die christliche Verantwortung der Kirchen sei, sich für die Flüchtlinge einzusetzen. Beeindruckt zeigte sich der Landessuperintendent vom großen Engagement, das er gerade auch in Verden bei haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern erlebt habe.

„Ohne die vielen Ehrenamtlichen würde das System sofort kollabieren“, so Brandy. Wichtig sei es daher, diese zu begleiten und ihnen fachliche Beratung und Supervision anzubieten, damit sie der Belastung standhalten können. „Wir werden uns da als Kirche engagieren“, versprach der Landessuperintendent.

Superintendentin Schölper berichtete in diesem Zusammenhang, dass der Kirchenkreistag im September beschlossen habe, eine neue hauptamtliche Stelle in der Flüchtlingsarbeit einzurichten. „Es ist wichtig, die Arbeit der Ehrenamtlichen zu vernetzten und zielgerichtet einzusetzen, damit sie nicht verpufft“, so Schölper. Schon jetzt bestehe eine gute Kooperation des Kirchenkreises mit der Caritas und dem Landkreis.

Angesichts der vielen Menschen, die nach Deutschland kämen, rief Brandy dazu auf, die bürokratischen Hürden abzubauen und mit einigen Vorschriften ruhig etwas „sportlicher“ umzugehen, zum Beispiel, wenn es um die Beschaffung von Wohnraum, die Bewilligung von Geld oder Beschäftigungsmöglichkeiten für Flüchtlinge geht. Man bemühe sich auch, kircheneigenen Wohnraum unbürokratisch zur Verfügung zu stellen.

Schölper und Brandy möchten die Gemeindearbeit dazu nutzen, den Meinungsbildungsprozess in der Flüchtlingsfrage zu gestalten. „Diskussionen auf Konfirmandentreffen, in der Männergruppe oder beim Frauenfrühstück können dazu beitragen, dass nicht alle allein sitzen und in Abwehr verfallen“, so Schölper.

„Es gilt, ausländerfeindlichen Reden ein klares und scharfes Nein entgegenzusetzen. Natürlich gibt es kritische Fragen und Sorgen. In der Kirche muss Raum sein, um auch über solche Fragen zu sprechen“, unterstrich Brandy.

„Flüchtlinge müssen zu Nachbarn werden“, betonte Schölper. Abschließend zog sie aus dem Besuch des Landessuperintendenten ein positives Fazit. „Der Tag heute hat in vielen Punkten verdeutlicht, welche Wege wir beschreiten werden.“

ahk

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Rettungskräfte kämpfen mit Regenmassen

Rettungskräfte kämpfen mit Regenmassen

Bilder vom ersten Sieg des FC Bayern auf der Asien-Reise

Bilder vom ersten Sieg des FC Bayern auf der Asien-Reise

Der kunterbunte Tintenkampf: "Splatoon 2" im Test

Der kunterbunte Tintenkampf: "Splatoon 2" im Test

Für diese unglaublichen Dinge können Sie Cola verwenden

Für diese unglaublichen Dinge können Sie Cola verwenden

Meistgelesene Artikel

Großeinsatz: Aber der Kanute übte nur

Großeinsatz: Aber der Kanute übte nur

Schlaumeier tauscht Verkehrsschilder aus

Schlaumeier tauscht Verkehrsschilder aus

Feierabend-Markt: „Ich sitze hier beim Wein und warte auf die Achimer“

Feierabend-Markt: „Ich sitze hier beim Wein und warte auf die Achimer“

19-Jährige prallt frontal gegen Baum

19-Jährige prallt frontal gegen Baum

Kommentare