Landesstraßenbaubehörde stellt erste Planungen zur neuen Brücke vor / Nord-Trasse wird bevorzugt

Breiter, schneller, länger, leiser

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Die Nordvariante wird zurzeit von der Landesbehörde favorisiert. Sie beschreibt einen sanften Bogen um die jetzige Brücke.

Verden - Spätestens im Juni soll der Verkehr wieder zweispurig und ohne Lastenbeschränkung über die Nordbrücke fließen. „Wir sind absolut im Zeitplan“, sagte Bernd-Wilhelm Winkelmann. Gemeinsam mit seinen Kolleginnen Melanie Winter-Lücking und Anja Becherer-Keßler von der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Verden stellte er am Dienstagabend im Rathaus die ersten Pläne für die neue Allerquerung vor. Denn trotz aller Sanierungen: Der jetzigen Brücke geben die Statiker allenfalls noch zehn Jahre. Das Bauwerk sei „totgerechnet“ worden, so der Experte.

Breiter, schneller und länger soll der Ersatz nach gegenwärtigem Stand der Planungen werden.

Breiter, weil die Fachleute zum einen mit 3,50 Metern pro Fahrspur kalkulieren müssen. Dann können sich auch Lkw gut begegnen. Zum anderen sieht die Behörde die Notwendigkeit eines beidseitigen, je 2,50 Meter messenden Rad- und Fußweges.

Ein Maximalgewicht fällt mit der neuen Brücke übrigens weg. Winkelmann: „Was drüber passt, darf auch drüber.“

Schneller, da es sich um eine Bundesstraße außerhalb der Ortsdurchfahrt handelt. Geplant wird darum mit einem Tempolimit von 70 Stundenkilometern.

Und länger, weil die Experten der Landesbehörde derzeit eine Brücke favorisieren, die zwar am Nordertor und in Hönisch an die bestehenden Straßen anknüpft, in ihrem Verlauf aber bis zu 40 Meter weiter Richtung Norden rückt und dabei einen sanften Bogen beschreibt.

Ein Umstand, der Anwohner des Allerufers um ihre Ruhe fürchten ließ. Winkelmann beruhigte. Mittlerweile gebe es schallreduzierte Brückenübergänge, erklärte er. Das typische „Klack-klack“ beim Überfahren gebe es dann nicht mehr. Und auch die Wahl des Straßenbelages trage dazu bei, dass es auf der neuen Brücke vermutlich leiser zugehe als auf der jetzigen.

Mit bis zu drei Jahren Bauzeit rechnen die Experten. Vor den ersten Spatenstich, vorgesehen für 2020, und den Abriss der alten Brücke hat der Gesetzgeber aber ein aufwändiges Prüfungs- und Genehmigungsverfahren gesetzt. Für die Landesbehörde heißt dies, dass sie exakt planen und dabei möglichst alle Belange berücksichtigen muss, damit später keine Klagen kommen.

Hier haben die Ingenieure in den zurückliegenden eineinhalb Jahren schon vieles abgearbeitet. Erste schalltechnische Berechnungen und Verkehrsuntersuchungen liegen vor, der Bestand schützenswerter Güter wurde ermittelt, bevor es an das Erarbeiten verschiedener Varianten ging. Stets unter Berücksichtigung der Anforderungen an den modernen Straßenbau.

Das Bauwerk berührt zwei Schutzgebiete, die es nicht aus dem ökologischen Gleichgewicht bringen darf. Zudem muss die Fließgeschwindigkeit der Aller unverändert bleiben. Die neue Brücke darf weder aufstauende noch beschleunigende Wirkung haben.

So war auch ein Ersatz an gleicher Stelle im Gespräch. Hier wäre aber eine Behelfsbrücke nötig, die nicht für jedes Gewicht ausgelegt ist, dafür aber sehr laut ist und zusätzliche Kosten verursacht. „Wir wollen die Variante nicht, aber wir müssen das sauber abarbeiten“, machte Melanie Winter-Lücking deutlich.

Mit 2500 Euro pro Quadratmeter Brücke kalkuliert die Landesbehörde. Bezahlen wird sie der Bund. Dem muss man dafür beispielsweise plausibel machen, dass ein beidseitiger Rad- und Fußweg wegen der Nähe zur Innenstadt und der Funktion als Fernweg sinnvoll ist.

kp

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