Landesspukhauptstadt Verden: Internetinformationen und andere Quellen

Stoff für Schauergeschichten

+
Die Internetseite zeigt vier Spukorte in oder bei Verden an.

Verden - Von Ronald Klee. Alte, verfallene Gemäuer, finstere Ecken, die Mensch und Tier lieber meiden: Eine Stadt mit einer so weit zurück reichenden Geschichte wie Verden hat natürlich auch die passenden Kulissen für Schauergeschichten zu bieten. Mehr noch, auch von dem typischen, mehr oder weniger lebenden Inventar solcher Erzählungen wird in alten Dokumenten, aber auch im Internet berichtet.

Eine Homepage mit dem Namen Spukorte.de würde man vielleicht eher in einem britischen Umfeld vermuten. So nach Art der alten Edgar-Wallace-Filme, mit Spinnweben verhangenen Burg-Ruinen, die von dichten Nebelschwaden in sumpfigen Mooren umgeben sind. Die Internetseite gehört aber zu einer Reihe von Homepages im deutschsprachigen „GespensterWeb“. Offenbar betreibt einer Gemeinschaft von Freunden des Genres das „Gespinnst“ und bedient viele Interessen in dieser Richtung. Wer will kann sogar eine Webcam anklicken und mit Blick auf den schottischen See warten, dass Nessi auftaucht.

Spukorte.de lädt den Horror-Fan ein, sich die staubigen und schaurigen Orte von einer Karte der Bundesrepublik vor nachtschwarzem Hintergrund zu pflücken. Und in Niedersachsen findet der Gruselsurfer das Ergebnis der „jahrelangen Recherchen des Teams von GespensterWeb“: Danach muss Verden so etwas wie die Grusel-Hauptstadt des Bundeslandes sein. Vier von sechs Spukorten zwischen den Nordseeinseln und Göttingen liegen hier.

Eine Hauptrolle in der Verdener Geisterwelt scheint demnach eine geheimnisvolle weiße Frauengestalt zu spielen, die im Zwielicht auf den Allerwiesen erscheint. Sie könnte fast aus Wilkie Collins‘ düsteren Krimi-Klassiker von 1860 entsprungen sein. Bei Verden, aber auch zwischen Stedebergen und Dörverden an der B 215 haben Zuträger des GespensterWebs die weiße Gestalt wandeln gesehen. „Zwischen 2 und 3 Uhr nachts, wenn man zu schnell fährt“, liest man auf der Seite.

Auch berichtet sie von einer alten Villa in Groß Hutbergen, in der „seltsame Lichter, Gestalten in Fenstern und Satanskult“ beobachtet wurden. Irgendwie haben die virtuellen Geisterjäger bei ihren Recherchen da aber wohl etwas durcheinander bekommen, denn die Bilder, die sie mitliefern, zeigen eine leerstehende Villa am Burgberg nahe dem Krankenhaus.

In Hutbergen aber ist der Standort der alten Ziegelei. Und in einem Haus auf dem ehemaligen Gelände des Betriebes sollen ebenfalls Dinge vorgehen, die für Spukorte.de erwähnenswert sind. Ob man dem aber uneingeschränkt Glauben darf, kann man zumindest bezweifeln. Wie bei vielen anderen Internetseiten eben auch.

Auch der Bericht über einen Werwolf, der bei Eissel sein Unwesen getrieben haben soll, muss nicht den Tatsachen entsprechen. Die 1996 erschiene Chronik der Verdener Ortschaft berichtet unter der Rubrik „Hexen- und Aberglaube“ von der befremdlichen Beobachtung eines Knechts, die er bei der Erntearbeit nahe der Ortschaft macht. Er sieht seinen Großknecht, wie der in Gestalt eines Werwolfs ein Fohlen reißt und verschlingt. Wenig später kehrt der Kollege gesättigt wieder zur Arbeit zurück.

Mehr zum Thema:

London: Fast alle Festgenommenen wieder frei

London: Fast alle Festgenommenen wieder frei

Werk-Kunst Ausstellung im Verdener Rathaus

Werk-Kunst Ausstellung im Verdener Rathaus

Unglücksfähre "Sewol" vor Südkorea auf Lastschiff verladen

Unglücksfähre "Sewol" vor Südkorea auf Lastschiff verladen

"Schwung und Kraft": Vettel jagt Hamilton in Australien

"Schwung und Kraft": Vettel jagt Hamilton in Australien

Meistgelesene Artikel

Schlussstrich unter angebliche Sexaffäre

Schlussstrich unter angebliche Sexaffäre

Erst Stromausfall, dann kein Wasser

Erst Stromausfall, dann kein Wasser

Glockenspiel: Zwei Jahre Pause beendet

Glockenspiel: Zwei Jahre Pause beendet

Chemieschüler-Elite des Landes zu Gast

Chemieschüler-Elite des Landes zu Gast

Kommentare