„Es läuft hier prima“

Lars Schmidtke, Lutz Brockmann und Dieter Eggert (v.l.) im Rathaus. Foto: koy

Das Verständnis für die Belange von Behinderten in der Bevölkerung wächst. Und dennoch: Es gibt noch eine Menge zu tun. Dieses Fazit zogen die beiden Behindertenbeauftragten der Stadt Verden, Lars Schmidtke und Dieter Éggert, als sie nach der Wiederwahl durch den Stadtrat für die kommenden drei Jahre die Ernennungsurkunden in den Händen hielten.

VON VOLKMAR KOY

Verden – Nach zwei Perioden hat Eggert nun die Möglichkeit, in vielen städtischen Gremien Einfluss zu nehmen im Sinne der Behinderten. Das gilt ebenso für seinen Stellvertreter Schmidtke, der auch schon eine dreijährige Periode hinter sich hat. Die beiden Rollstuhlfahrer waren vom Verein Behindertenbeirat im Februar für ihre Ämter vorgeschlagen worden. Der Stadtrat folgte diesem Gedanken jetzt einstimmig.

Verdens Bürgermeister Lutz Brockmann legte ihnen die entsprechende Verpflichtung zur Unterschrift vor. Die Beiden sollen die Verwaltung beraten, dazu haben sie bei allen Beschlussvorlagen in den Fachausschüssen ein Mitspracherecht. Schmidtke betonte, dass ihre Meinung zunehmend gehört werde. Da sei die Stadt Verden beispielgebend. Eggert: „Es läuft hier prima.“

Als Beispiel nannten sie die Planung und Umsetzung des Bahnhofsvorplatzes, der zwar allen DIN-Normen gerecht werde, aber eben nicht „alltagstauglich“ (Zitat Lutz Brockmann) gewesen sei. Die Abstufungen wurden, wie berichtet, durch Pflanzbeete ersetzt. „Jetzt ist es super einfach, auch als Behinderter in den Bahnhof zu kommen“, sagte Dieter Eggert. Barrierefreiheit und Vorschriften seien unter einen Hut gebracht worden, wobei auch an Mütter mit Kinderwagen oder an Menschen mit Rollatoren gedacht worden sei.

Was am Bahnhof jetzt funktioniere, sei in der Verdener Innenstadt mit seinen unterschiedlichen Pflasterungen nicht selbstverständlich. Manche Auslagen versperrten die Fahrt für die „Rollis“ auf den glatten Fußwegen, teilweise müssten sie dann auf das dunkle kleinteilige Natursteinpflaster in der Mitte ausweichen. Für Rollstuhlfahrer eine echte Herausforderung.

Jetzt ist es super einfach, auch als Behinderter in den Bahnhof zu kommen.

Dieter Eggert, Behindertenbeauftragter

Eggert nannte andere Beispiele, die Außenstehende gar nicht nachvollziehen könnten. Das gelte für die so genannten Blindenstreifen, das gelte für das Zuparken von Absenkungen in Stadtstraßen, das gelte für die Anzahl der Behindertenparkplätze. Aufklärung sei ferner geboten bei künftigen Bauvorhaben oder bei Renovierungen von Altbauten, sagte Bürgermeister Brockmann. Oft sei es nach wie vor schwer, eine barrierfreie Wohnung zu finden.

Eggert und Schmidtke stehen auch jedem Interessierten jeden zweiten Donnerstag, von 11 bis 13 Uhr, in der Stadtbücherei (Telefon 04231/807180) für Auskünfte zur Verfügung.

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