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Domweih wie immer, Lätare anders

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Von: Erika Wennhold

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Viele Menschen in sommerlicher Kleidung gehen über einen Platz, an dessen Rand Buden aufgebaut sind.
Karussell fahren, abtanzen im Musikzelt, feiern an der Theke – all das soll in diesem Jahr auf der Domweih wieder möglich sein. © Preuss

Die Lätare-Spende Ende März wird es in gewohnter Form nicht geben. Stattdessen plant Marktmeister Patrick Düsselbach die Verdener Domweih wie geplant. Eine Domweih light wird es nicht geben, „dann fällt sie ganz aus“.

Verden – Zwei Jahre lang sind zwei Verdener Großveranstaltungen ausgefallen. Zwar kann man die eine nicht mit der anderen vergleichen, doch vielleicht beide als Alleinstellungsmerkmal bezeichnen. Wo gibt es schon einen Jahrmarkt, der mittendrin aufgebaut wird und einer Stadt eine völlig neue Silhouette verpasst. Und wo lebt Störtebeker wieder auf und verteilt am Montag nach Lätare Heringe an die Bedürftigen? Ein Spektakel vor dem Rathaus, dass jedes Jahr Fotografen und Fernsehteams in die Stadt lockte.

Ein Mann im historischen Kostüm steigt  von einem Pferd ab.
Störtebeker wird auch diesmal eher improvisieren als provozieren. © wennhold
Ein Mann im historischen Kostüm hält sich einen Hering vor den aufgerissenem Mund.
Runter damit. Störtebeker (alias Bernd Maas) gönnt sich einen salzigen Hering. © -

Daraus wird auch in diesem Jahr wieder nichts. Angelika Revermann, Stadtmarketing, hielt sich gestern noch bedeckt: „Es müssen erst Details mit dem Gesundheitsamt abgesprochen werden“, doch allein der Termin im Verdener Veranstaltungskalender lässt darauf deuten, das es kein Spektakel vor dem Rathaus geben wird. Angekündigt wird die Lätare-Spende für Sonntag, 27. März, in Zusammenhang mit einem verkaufsoffenen Sonntag.

Während die Domweih für den Zeitraum 11. Juni bis 16. Juni angekündigt wird und in gewohnter Form stattfinden soll, ist Revermann, Organisatorin des Domweihumzugs, noch nicht sicher, ob es den geben wird. Mit der Planung müsste sie Mitte/Ende März beginnen, bis dahin will sie noch alles offen halten. „Entscheidend sind immer die aktuellen Corona-Zahlen.“

Etliche Zulassungsbescheide an die Schausteller verschickt

Im Gegensatz dazu plant der neue Marktmeister Patrick Düsselbach eine ganz normale Domweih. Nicht erst seit gestern ist er im Verdener Rathaus für das Markt- und Verkehrswesen zuständig, aber eine Domweih hat er noch nicht organisieren müssen. Zumindest nicht ohne die Unterstützung seines langjährigen Vorgängers Rüdiger Nodorp, der ihn kurz vor seiner Pensionierung schon mal den Marktbeschickern als Nachfolger präsentierte. Doch die Feuerprobe steht Düsselbach immer noch bevor. Seine erste Domweih fiel aus, die zweite ebenso, jetzt ist er aber zuversichtlich, dass sich vom Treffpunkt „Verkehrsamt“ bis zum Pöttjermarkt alles wie gewohnt abspielen wird. Einzige Einschränkung: „Wenn die Infektionszahlen dagegen sprechen, wird es keine Domweih light geben. Dann fällt sie wieder ganz aus.“ Aber davon geht der Marktmeister zurzeit nicht aus. Allenfalls ein paar Anpassungen könnte er sich vorstellen.

Düsselbach ist bereits voll mit den Vorbereitungen beschäftigt. Etliche Zulassungsbescheide sind schon an die Schausteller verschickt worden. Auffällig: „Es gab weniger Bewerbungen als üblich.“ Warum, kann der Marktmeister nicht sagen, vermutet aber, dass mancher Schaustellerbetrieb unter den Corona-Einschränkungen gelitten habe. Dass es am Ende an Besuchern fehlen könnte, davon geht er nicht aus und nennt das Beispiel Bremer Freimarkt. „Da durften sich 20 000 Besucher gleichzeitig aufhalten und haben das auch getan.“ Das Infektionsgeschehen müsse man natürlich immer im Blick haben.

Gesundheitsminister macht Hoffnung auf normalere Umstände

Nicht nur im Rathaus ist man in diesen Tagen zuversichtlich, dass die Pandemie das Leben in den Sommermonaten deutlich weniger einschränken wird, als es im Winter der Fall war. Überall wird gelockert oder werden Lockerungen angekündigt. Mit der Aussage „Der Höhepunkt der Omikron-Welle ist überschritten“ bestärkt auch Gesundheitsminister Karl Lauterbach die Hoffnung auf normalere Umstände.

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