Studie zur Entwicklung des Wohnraumbedarfs

Labor Verden: 2045 im Blick

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Wie müssen Stadtplaner für das Wohnen in 20 Jahren vorsorgen? Hinweise liefert eine Studie aus Dresden.

Verden - Die Alterung der Gesellschaft verändert sie zunehmend. Auch in Verden wandelt sich der Bedarf an Angeboten und Versorgung der Bevölkerung. So werde es in den nächsten 20 Jahren deutlich mehr kleine Haushalte geben, die Wohnungen im Stadtgebiet suchen, berichtete Soziologe Andreas Blum den Mitgliedern des Ratsausschusses für Stadtentwicklung.

Bei der Bauleitplanung und der Gestaltung von Versorgungsstrukturen brauchen sie demnach weniger die großen Haushalte beachten. Die Tendenz zum Neubau, so der Referent, werde bis 2045 anhalten. Die Studie, aus der Blum zitierte, hatte eigentlich den Verbrauch von Ressourcen im Blick. Das Umweltbundesamt habe sie beim Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung in Dresden in Auftrag gegeben, um die Bedarfsentwicklung für den Wohnungsbau vor dem Hintergrund des demografischen Wandels besser abschätzen zu können. „Wir erarbeiten wissenschaftliche Grundlagen für eine dauerhaft umweltgerechte Entwicklung von Städten und Regionen im nationalen und internationalen Zusammenhang. Die Ausrichtung der Forschung zielt auf Antworten für ökologische Fragen nachhaltiger Entwicklung“, fasst das Institut seine eigene Herangehensweise zusammen.

Abnahme bis 2045 verhältnismäßig gering

Was der Mitarbeiter der Studie da den Ratsmitgliedern vorlegte, war eigentlich nur so etwas wie ein Abfallprodukt. Das Institut wollte sich damit gewissermaßen dafür bedanken, dass es Verden als Labor benutzen durfte. Um der großen Frage näher zu kommen, habe das Wissenschaftler-Team zwei Städte ausgewählt, um Extrembeispiele der Effekte des demografischen Wandels zu geben. „Verden, mit seiner bislang stabilen, wenn nicht sogar noch wachsenden Bevölkerung ist eine davon“, berichtete Blum. Hier sei noch ein Zuwachs bei Familien mit kleinen Kindern: „Ein positives Zuwanderungssaldo“, stellte der Soziologe fest.

Das Gegenbeispiel sei eine Stadt, in der sich die Bevölkerungspyramide bereits deutlich zu einem höheren Anteil älterer bis hochbetagter Bewohner verschoben hat. Zugleich sinke die Einwohnerzahl schon deutlich. In Verden, so konnte Blum die Ratsmitglieder beruhigen, sei die Abnahme bis 2045 verhältnismäßig gering.

26 .560 Verdener, so das Ergebnis der Prognose, würden noch im Stadtgebiet leben. Allerdings seien mehr als die Hälfte Senioren, zum Teil in einem hohen Alter. Und das habe Folgen für den Wohnraumbedarf. Die Suche nach Einfamilienhäusern und der Trend zum Neubau würden noch eine Weile anhalten. Zugleich würden aber zentrale Wohnungen für kleine Haushalte immer stärker nachgefragt werden. Zum einen seien das junge Leute mit bescheideneren finanziellen Mitteln, zum anderen Ältere, die eher kleine stadtnahe Einheiten anstreben.

Leerstand von Wohnraum erst ab 2035

Einen nennenswerten Leerstand von Wohnraum erwarten die Verfasser der Studie erst ab 2035. Vorher, so die Annahme, könne vieles durch bedarfsgerechte Umbauten in der Nutzung behalten werden. Das wäre ressourcen-schondender als Neubauten und im Sinne des Auftraggebers Umweltbundesamt. Die vielen Einfamilienhäuser, so die Idee für den schwindenden Bedarf, könnten so für mehr Bewohner hergerichtet werden.

„Die Ergebnisse überschneiden sich mit Überlegungen, die wir in anderen Zusammenhängen für die Stadtentwicklung bereits angestellt haben.“ Norbert Schaffeld, Leiter der räumlichen Planung und Entwicklung im Rathaus, bewertete die Darstellung als hilfreich. So könne sie eine erhebliche Bedeutung für das künftige Vorgehen bei Planungen bekommen.

Auch Rasmus Grobe (Grüne) konnte die Studie loben und die Hinweise, die sie liefert. Für ihn sei damit die Grundlage gegeben, weitere Schlüsse zu ziehen. 

kle

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