Kurt Sindel trifft ehemaligen Schüler und erfährt etwas über das ferne Land Suriname

Wiedersehen nach 47 Jahren

Jethro Rübenhagen (l.) und Kurt Sindel haben sich einst als Schüler und Lehrer kennengelernt. Jetzt gab es ein Wiedersehen.

Verden - „Einen solchen Schülernamen vergisst man nicht wieder.“ Der Verdener pensionierte Lehrer Kurt Sindel hatte am 12. Mai ein Treffen der besonderen Art: Jethro Rübenhagen meldete sich per Facebook aus Suriname. Das relativ kleine Land befindet sich weit weg im Norden Südamerikas. Dennoch klappte es mit der Kontaktaufnahme. Kurt Sindel erinnerte sich sofort, als sein ehemaliger Schüler ein Treffen in Verden vorschlug.

Jethro Rübenhagen muss den damaligen Realschullehrer für Kunst, Deutsch und Geografie aber nicht nur wegen seines Namens ein bisschen mehr als andere Schüler beeindruckt haben, denn Sindels beruflicher Schwerpunkt befand sich nur für zwei Jahre an der Verdener Realschule. Jethro war in der 5 e, Schuljahr 69/70, Sindel ein Jahr lang sein Klassenlehrer. Vielleicht zeichnete sich damals schon ab, dass der Schüler Rübenhagen später einmal ein eher nicht alltägliches Leben führen wird.

Jethro Rübenhagen ist inzwischen 58 Jahre alt und lebt mit seiner Familie in Suriname als Verkünder, gleichbedeutend mit Missionar. Nach der Mittleren Reife hatte er zunächst den Beruf des Bauzeichners erlernt, wanderte dann aber nach dem Besuch einer Missionar-Schule in Wiesbaden im Jahr 1982 nach Suriname aus. Dort arbeitet er seit 35 Jahren in einem Dorf namens Wageningen, heiratete eine Einheimische und bekam mit ihr drei Kinder, die inzwischen erwachsen sind.

Das alles erzählte er beim Treffen im Restaurant „Parthenon“ (ehemals Hesterberg) seinem früheren Lehrer Sindel, der ihn seinerseits derart beeindruckt haben muss, dass er sich ein Wiedersehen in Verden wünschte.

Weil Jethro Rübenhagen noch die deutsche Staatsbürgerschaft hat, muss er immer mal wieder zurückkommen, um Behördengänge zu machen. Diesmal nahm er sich drei Wochen Zeit mit Verabredungen so gut wie in ganz Deutschland. Endlich einmal wieder Unterhaltungen in der Muttersprache, „das hat er wohl genossen“, war der Eindruck von Kurt Sindel, der viele Fragen an seinen ehemaligen Schüler hatte.

Und Jethro Rübenhagen erzählte: In seiner Wahlheimat Suriname leben heute um die 500 000 Einwohner (drei Menschen pro Quadratkilometer). Erst seit 1975 ist das tropische Land ein unabhängiger Staat. Jedes Jahr am 25. November, dem Nationalfeiertag, wird in Suriname die Unabhängigkeit von den Niederlanden gefeiert – vormals war das Land Niederl. Guayana. Die Amtssprache ist Niederländisch. Gesprochen wird aber hauptsächlich Surinamisch. Die Einwohner sind sehr unterschiedlicher Abstammung und Herkunft, leben zwischen Atlantischem Ozean, Französisch-Guayana, Brasilien und Guayana aber friedlich zusammen.

Die Zeit verging wie im Fluge, als Kurt Sindel und Jethro Rübenhagen zusammensaßen. Der frühere Klassenlehrer wollte so viel wie möglich über das Land Suriname und das dortige Leben im Alltag wissen. „Ich sehe und begebe mich gerne über den Stadtrand hinaus.“ Eine Vorliebe, die er als Lehrer an seine Schüler weitergeben wollte. „Mir lag viel an dem Austausch und der Kontaktpflege mit polnischen und spanischen Schülern.“ - wen

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