Politik statt Technik

Rockpoet Kunze in der ausverkauften Stadthalle nicht nur gefeiert

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Puristisch und politisch: Kunze in Verden.

Verden - Denkt man an Heinz-Rudolf Kunze, hat man vermutlich zunächst seine ungewöhnliche Stimme und dann Ohrwürmer des Sängers wie „Dein ist mein ganzes Herz“ , „Ich hab’s versucht“ , Aller Herren Länder“, oder „Wenn du nicht wiederkommst“ im Ohr.

An Gitarren, eine Mundharmonika und an ein Klavier als einzige Instrumente denkt man eher nicht. Dabei fühlt sich gerade das so richtig heimelig an. Sogar in der nahezu ausverkauften Verdener Stadthalle, wo Kunze sein Solo-Programm „Einstimmig“ spielte.

Das Gros der Zuhörer genoss das außergewöhnliche Konzert. Fast drei Stunden stand oder saß der Künstler ohne Pause auf der Bühne. Seine Botschaft war eindeutig: Politisches Engagement, Zivilcourage, „Leben und leben lassen“, Umweltschutz oder Empathie liegen ihm am Herzen. Ebenso natürlich Zweisamkeit.

Stimmlich und handwerklich war das Konzert wie erwartet ausgezeichnet. Der Musiker und Poet präsentierte am Sonnabend in der gut besuchten Stadthalle ein Konzert der Extraklasse. ZZumindest für die, die Kunzes Musikgeschmack und seine überwiegend politisch fokussierten Botschaften teilen. 

Ohne technisches Brimborium, nur mit akustischen Instrumenten, bot der Rockpoet seine handgemachte Musik, wunderbar ursprünglich und pur, flankiert von Versen und Geschichten, die gleichfalls aus seiner Feder stammten. Und wie von Kunze gewohnt, nahm er kein Blatt vor den Mund.

Einige Besucher enttäuscht

Den einen oder anderen Besucher störte das. „Uns ist er diesmal viel zu politisch. Wir sind enttäuscht“, war ein Paar irritiert, das lieber im Foyer das Ende des Konzerts abwartete. Doch solche Reaktionen blieben die Ausnahme. Den meisten gefiel das Programm, in dem Kunze auch über seine besondere Beziehung zu Vergangenem sprach, sagte „Ich bin die Beatles, alle 4!“ oder dem Publikum seine Gedanken zu Filmen wie „FACK JU GÖHTE“ mitteilte. „Wer Goethe ficken will, muss schon einen sehr langen Schwanz haben“.

Bei den bekannteren Songs lief das Publikum sogar geradezu zu Höchstform auf und klatschte im Takt mit. Dagegen war es bei nachdenklichen Passagen und Ansagen so still, dass man sogar eine Stecknadel hätte fallen hören können. Schließlich war es bereits kurz vor 23 Uhr als Kunze die beiden letzten Zugaben spielte und sein Publikum mit „Mabel“ und einer Version von Bob Dylans Klassiker „Blowin’ In The Wind“ in eine sternenklare Nacht entließ. 

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