Grant Hendrik Tonne mit Förderbescheid

Kultusminister als „Geldbote“: 500.000 Euro für Inklusionsprojekte

Haben sich die Förderung der Inklusion auf ihre Fahnen geschrieben: Claudia Pappert vom Kultusministerium, Katharina Kuß (Stadt Verden), die Landtagsabgeordnete Dörte Liebetruth, Bildungskoordinatorin Christiane Morré, Kultusminister Grant Hendrik Tonne, Projektkoordinatorin Margarete Meyer, Bürgermeister Lutz Brockmann, Sepideh Heydarpur, für Bildung und Qualifizierung zuständig, und Projektleiterin Ilaria Massari (v.l.). - Foto: Preuß
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Haben sich die Förderung der Inklusion auf ihre Fahnen geschrieben: Claudia Pappert vom Kultusministerium, Katharina Kuß (Stadt Verden), die Landtagsabgeordnete Dörte Liebetruth, Bildungskoordinatorin Christiane Morré, Kultusminister Grant Hendrik Tonne, Projektkoordinatorin Margarete Meyer, Bürgermeister Lutz Brockmann, Sepideh Heydarpur, für Bildung und Qualifizierung zuständig, und Projektleiterin Ilaria Massari (v.l.).

Verden - Nein, Tagesgeschäft sei das für ihn nicht, sagte Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne, als er Verdens Bürgermeister Lutz Brockmann am Dienstagnachmittag einen Förderbescheid für „Inklusiv Ver-Bunden“ überbrachte. Alltäglich ist aber auch das Verdener Projekt nicht.

Das stellte Tonne nach den Ausführungen der Beteiligten fest. „Da ist etwas außerordentlich gut gelungen“, sagte er. „Dazu kann man Sie nur beglückwünschen.“

Genau 501.230,71 Euro erhält die Stadt für die Weiterführung des Projektes. Die gleiche Summe steuert die Stadt bei, in Form von Arbeitsstunden, daher die krumme Zahl. Wohin das Geld fließt, erfuhr Tonne am Dienstag aus erster Hand.

Ein Ziel von „Inklusiv Ver-Bunden“ ist eine hochwertige Bildung für alle. Unabhängig vom jeweiligen sozialen, ökonomischen und religiösen Hintergrund. Dem folgend, setzte die bereits vor zehn Jahren eingestellte Bildungskoordinatorin Dr. Christiane Morré zunächst in den Kitas an, den Orten frühkindlicher Bildung. Was 2008 mit Fortbildungen für Kita-Leitungen begann, hat inzwischen weite Kreise gezogen.

„Bildung findet überall statt“, betonte Projektkoordinatorin Margarete Meyer. Und so holte man nach und nach (Grund-)Schulen, Vereine, Bürgerhäuser, Kirchengemeinden, Ortsräte und die Bewohner der verschiedenen Ortschaften dazu.

Aus Netzwerken werden Kooperationen

Aus dem gegenseitigen Kennen, wie es in einer Kleinstadt üblich ist, entstehen nun nach und nach Netzwerke und daraus wiederum Kooperationen: Der eine hat beispielsweise die Idee für eine Veranstaltung, einen Ferienspaß, der zweite den passenden Raum dafür und der dritte in seinen Reihen möglicherweise die Betreuer oder Referenten.

Sechs Netzwerke gibt es bereits in der Stadt Verden: „Wir im Flüsseviertel“ im Wohngebiet Maulhoop, „Wohnen am Stadtwald“, „Verden Ost/Borstel“, das „Netzwerk Walle“, das „Netzwerk Jugendarbeit“ und das „Netzwerk Jahnstraße“. Drei weitere, in Dauelsen, Eitze und Hönisch, sollen bis 2020 folgen.

Ziel sei es, dass alle Bewohner sich willkommen fühlen und immer mehr Menschen sich für ihre Belange in ihrer Nachbarschaft einsetzen und erfahren, dass sie etwas bewirken können. Dies komme letztlich der Stärkung von Familien und damit der Förderung von Kindern zugute, formulierte es Margarete Meyer.

Ein anderer Schwerpunkt von „Inklusiv Ver-Bunden“ ist die Weiterentwicklung der städtischen Kindertagesstätten zu Familienzentren. Hier sei nicht nur „jedes Kind mit seinen Eigenarten“ willkommen. Auch die Angehörigen erführen Unterstützung, so Christiane Morré.

Start von Fortbildungen

Die Bildungskoordinatorin mitgerechnet, besteht das Team von „Inklusiv Ver-Bunden“ inzwischen aus sechs Mitarbeiterinnen. Zuletzt, im Sommer dieses Jahres kam Sepideh Heydarpur dazu, zuständig für Bildung und Qualifizierung. 

Sie kündigte für das zweite Halbjahr 2019 den Start von Fortbildungen, Workshops und Coachings an für unterschiedliche Zielgruppen, Bedarfe und Interessen. Das, so Heydarpur, könne bei Basisinformationen zu Was ist Inklusion? beginnen und bis zu Seminaren zu barrierefreier Architektur gehen. Wichtig sei es hier, möglichst alle Menschen zu erreichen.

2020 endet die aktuelle Förderperiode des Programms „Inklusion durch Enkulturation“, gespeist aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds. Minister Tonne stellte den Verdenern am Dienstag allerdings schon mal eine Förderung über 2020 hinaus in Aussicht. Vielleicht ja dann unter einem allgemein verständlichen und aussprechbaren Namen. Einfache Sprache ist schließlich ein Bestandteil von Inklusion.

kp

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