Christine Klasen in den Ruhestand verabschiedet

Das kulturelle Leben in Verden geprägt

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Als Erinnerung an ihre Zeit bei der Stadt Verden schenkte Bürgermeister Brockmann Christine Klasen ein Bild aus dem Rathaus.

Verden - Die Schlange der Gratulanten im Ratssaal wollte nicht abreißen. Nach über 44 Jahren im öffentlichen Dienst, davon fast 38 Jahre bei der Stadt Verden, wurde Christine Klasen gestern mit einem Empfang in den Ruhestand verabschiedet. Zu ihren Aufgaben in Verden gehörten von Beginn an die Kulturförderung sowie Paten- und Partnerschaften. Ab 1987 übernahm sie die Leitung des neu geschaffenen Kulturamts der Stadt Verden.

„Sie haben mit Herz und Engagement viele Dinge vorangetrieben“, würdigte Bürgermeister Lutz Brockmann die Verdienste Klasens. Er erinnerte noch einmal an die markanten Punkte ihres beeindruckenden Berufslebens.

Ihre Ausbildung im gehobenen nichttechnischen Verwaltungsdienst begann Christine Klasen am 1. Oktober 1970 in der Oberfinanzdirektion Hamburg. Als aktive Reiterin führte ihr Weg schließlich nach Verden, am 1. August 1978 begann ihr Dienst bei der Stadt Verden. Hier war sie die erste Frau als Stadtinspektorin und auch die erste Amtsleiterin im gehobenen Dienst.

„Unter Ihrer Leitung entwickelte sich die Kulturförderung der Stadt sehr erfolgreich“, erinnerte Brockmann. Zu den größeren bis heute prägenden Veranstaltungen gehören das Kommunalkino, die Sommerkonzerte im Dom, die Jazz- und Blues-Tage sowie die Domfestspiele.

Viele wichtige Veranstaltungen wurden von Christine Klasen organisiert, eine besondere Herausforderung waren die Veranstaltungen zu 1000 Jahre Markt-, Münz-, Zoll- und Bannrechte 1985. 1987 gab es die erste Kunstbörse. Insgesamt 119 Ausstellungen hat Christine Klasen bis 2003 organisiert.

„Sie haben mit Geschick und Weitblick zur Völkerverständigung beigetragen“, nannte Brockmann einen weiteren Meilenstein in Klasens Laufbahn. 1987 und 1993 organisierte sie die Feiern zu 20 und 25 Jahren Städtepartnerschaft mit Saumur. Auch die Städtepartnerschaften mit Havelberg und Warwick 1990, mit Zielona Gora 1993 sowie mit Gorowo Ilaweckie und Bragationowsk 1996 kamen mit der organisatorischen Unterstützung von Christine Klasen zustande. Seit 1991 hat sie zudem zum Tag der deutschen Einheit die Bürgerfahrt nach Havelberg oder den Besuch in Verden organisiert.

Besonders am Herzen liegt ihr die Patenschaft mit dem Schnellboot Hyäne, die in diesem Jahr das 50. Jubiläum feiert.

„Ihre größte Herausforderung und wichtigste Leistung war sicher die gute Vorbereitung und hervorragende Organisation der insgesamt drei Besuche ehemaliger jüdischer Bürgerinnen und Bürgerin ihrer alten Heimatstadt. Diese Besuche waren menschlich sehr bewegend. Mit großem Feingefühl haben Sie zum guten Verlauf der Begegnungen beigetragen“, sagte Brockmann anerkennend.

Mit der Verwaltungsreform 2004 übernahm Christine Klasen die stellvertretende Leitung im Fachbereich Bildung und Kultur. Auch die Sportförderung gehört seitdem zu ihren Aufgaben.

Maßgeblich mitorganisiert hat Christine Klasen 2005 den Aktionstag gegen Rechtsextremismus „Verden ist bunt“. Auch bei der Bildung des Wabe-Bündnis´ 2006 hat Klasen mitgewirkt und 2007 für die Stadt Verden die Projektleitung übernommen. „Das erfolgreiche Wirken für Demokratie und Menschenrechte in unserer Region ist auch Ihr persönlicher Verdienst, herzlichen Dank für dieses besondere Engagement“, so Brockmann.

Noch mehrere Wegbegleiter sprachen ein paar Worte zum Abschied. „Sie haben viele Spuren hinterlassen“, sagte Thomas Gern stellvertretend für den Rat. „Sie haben das kulturelle Leben in Verden geprägt und dafür gesorgt, dass die Kultur nicht kaputtgespart wird“, so die Kulturausschussvorsitzende Gesine Ahlers.

Christine Klasen dankte für die netten Worte „Ich hatte einen der interessantesten und vielseitigsten Jobs“, versicherte sie. Als Höhepunkte ihres Berufslebens nannte sie das Jubiläumsjahr 1985, die Besuche der jüdischen Mitbürger und die Enthüllung des Mahnmals, die Entwicklung des Holzmarktgeländes, die Städtepartnerschaften sowie die Kontaktaufnahme mit Polen und Russland. Ihren Ruhestand möchte Christine Klasen mit Reisen Fahrradfahren, Gartenarbeit oder Nichtstun verbringen. 

ahk

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