Dreh- und Angelpunkt der Domfestspiele

Kultur als Herzenssache: Gabriele Müller erhält Verdienstmedaille

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Landrat Peter Bohlmann überbrachte Gabriele Müller im Namen des Bundespräsidenten die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. 

Verden - Ob „Ladenfüller“, Domfestspiele oder Aller-Symphonie: Gabriele Müller, geschäftsführende Vorsitzende des Vereins Verdener Domfestspiele, bringt seit Jahren kulturelles Leben in ihre Heimatstadt. Eine Leistung, die gestern im Domherrenhaus gewürdigt wurde. Dort verlieh Landrat Peter Bohlmann ihr im Auftrag von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

„Wir haben uns zusammengefunden, um eine Frau zu ehren, die sich mit großem Einsatz, Ideenreichtum und Tatkraft für das kulturelle Leben in der Allerstadt Verden engagiert und als Motor und Seele der Domfestspiele gilt“, sagte Bohlmann und befand, dass sie diese Ehrung vollkommen zu Recht erfahre.

Als Neunjährige kam die gebürtige Bremerin, geboren 1963, mit ihrer Familie nach Verden, die ihr zur Heimat wurde. Sie besuchte die Grundschule am Sachsenhain, machte Abitur am Domgymnasium, schnupperte kurz in ein Jurastudium hinein, gab dann jedoch einer freien journalistischen Tätigkeit den Vorzug.

„Ende der 1980er-, Anfang der 1990er- Jahre fingen Sie an, sich für Kulturveranstaltungen zu engagieren“, sagte der Landrat. Er hob Müllers Interesse an Kunst und Kultur hervor. Ihre besondere Leidenschaft für die Musik, die bereits im Elternhaus gefördert wurde. Ihre spontane Begeisterung für die Domfestspiele, die 1997 nach einer Idee von Dieter Jorschik und Dr. Björn Emigholz ins Leben gerufen wurden. „Als der Verein gegründet wurde, gehörten Sie zu den ersten, die einem Aufruf folgten, mit dem ehrenamtliche Helfer gesucht wurden“, so der Laudator. Schon im Jahr darauf habe sie dem Vorstand des neuen Festspielvereins angehört, sei von 2000 bis 2010 dessen stellvertretende Vorsitzende und von 2005 bis 2011 die Geschäftsführerin gewesen. Seit 2012 leitet Müller den Verein als geschäftsführende Vorsitzende.

Ausführlich ging Bohlmann auf die Bedeutung der Domfestspiele für die Stadt und die ganze Region ein, die in jeder Saison rund 10 000 Gäste nach Verden locken. Außerdem verwies er auf den lokalgeschichtlichen Bezug der Stücke, die seit 2003 auch inhaltlich die Handschrift von Müller tragen. „Ob ,Raub des Domschatzes’, ,Der steinerne Mann’, ,Das geheime Attentat’ oder ,Der brennende Mönch’, für all diese Stücke sammelten Sie die Ideen, recherchierten in antiquarischen Büchern nach Anregungen und Anekdoten, entwickelten Geschichten und Figuren, unterstützt vom fachlichen Rat von Museumsleiter Dr. Björn Emigholz“, lobte Bohlmann.

Aber Müllers Engagement reiche noch weit darüber hinaus. Als Vorsitzende und Geschäftsführerin sei sie ein wichtiger Dreh- und Angelpunkt hinter den Kulissen und Ansprechpartnerin für alle Belange der Festspiel-Kompanie. Und dann sei da noch die Gabe Müllers, gut mit Zahlen umzugehen, sowie ihr großes Organisationstalent und die Fähigkeit, Menschen selbst für ungewöhnliche Vorhaben zu begeistern. „Sie haben diese Auszeichnung mehr als verdient“, fasste Bohlmann zusammen.

Ihre kurzen Dankesworte widmete Müller insbesondere ihrer Familie aus Anverwandten und Festspielern, die ihr Engagement stets mitgetragen und maßgeblichen Anteil an den Erfolgen hätten. „Ich nehme die Auszeichnung daher stellvertretend entgegen“, sagte sie. Ihre Motivation, sich für die kulturellen Belange ihrer Heimatstadt einzusetzen, sei ungebrochen groß und ihr eine Herzensangelegenheit.  nie

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