Kreissparkasse Verden: Vermögen um eine Million erhöht / Festakt mit Huber

Stiftung wächst und wächst

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Festredner Professor Huber.

Verden - Von Volkmar Koy. „Wer sich engagiert, macht von seiner Freiheit Gebrauch.“ Dieser Satz mit einer vieldeutigen Interpretationsmöglichkeit stammt aus der Rede von Professor Wolfgang Huber anlässlich des Festaktes zum 20-jährigen Bestehen der Stiftung der Kreissparkasse Verden. Äußeres Zeichen der Feier: Das Stiftungsvermögen wurde um eine Million Euro erhöht.

KSK-Vorstandsvorsitzende Silke Korthals hatte gleich in ihrer Begrüßung die wichtigsten Daten skizziert: „In den vergangenen 20 Jahren konnten 3,4 Millionen Euro für mehr als 460 Projekte im Landkreis Verden ausgegeben werden. Zusammengefasst: alles, was dem Gemeinwohl der Bevölkerung dient. Damit hinterlässt die Stiftung sichtbare und nachhaltige Spuren.“

Für die Musik sorgte die Big Band der Kreismusikschule.

Um dann gleich einen Blick in die Zukunft zu richten. Der Jugendwettbewerb „Vitamin S“ begleite das Jubiläumsjahr, so Korthals. In Zusammenarbeit mit dieser Zeitung werde der Wettbewerb auch in der Öffentlichkeit präsent gemacht werden. „Ihr habt eine tolle Idee, aber euch fehlt das Geld“, lautet der Werbeslogan. Für die Finanzierung habe der Stiftungsrat rund 60000 Euro locker gemacht. Einzelheiten gibt es demnächst auf dieser Seite. In seiner Laudatio unterstrich der Vorsitzende des Stiftungsrates, Landrat Peter Bohlmann, die Bedeutung des Erfolgsmodells, welches das Gemeinwesen des Landkreises immer weiter geprägt und durchdrungen habe. Neben der Förderung von Einzelanträgen setze die Stiftung auch eigene Projekte um. Dazu zähle der Leistungswettbewerb „Formel Zukunft“. Dafür stelle die Stiftung jährlich 40000 Euro bereit. Immer bedeutender werde nach den Worten Bohlmanns der Bereich Natur- und Landschaftsschutz.

Welch exzellenter Redner er ist, bewies Wolfgang Huber, einer der profiliertesten Theologen Deutschlands, in seiner Festrede. Warum der ehrenamtliche Einsatz sowohl für die Gesellschaft als auch für jeden Einzelnen ein Gewinn sei, begründete Huber in seinen Ausführungen. Dabei gingen die Mitgliederzahlen in Parteien, Gewerkschaften und Kirchen insgesamt zurück. Aber die Zahl der Stiftungen, Fördervereine und Projektgruppen steige. Es komme nun darauf an, die neuen Formen von Engagement wahrzunehmen, wertzuschätzen und fruchtbar zu machen, sagte Huber.

Die Fähigkeit zu Toleranz zwischen den Religionen setze voraus, dass Menschen das Eigene wichtig nähmen und eben deshalb achten könnten, was anderen wichtig sei, so der Redner weiter. Eine Offenheit für solche Fragen spüre er in dem Engagement der Kreissparkasse Verden und ihrer Stiftung. „Die Bereitschaft, kulturelle Orientierung und Gesprächsfähigkeit in unserer plural gewordenen Gesellschaft zu stärken, möchte ich ausdrücklich begrüßen und unterstützen.“

Huber erinnerte daran, dass sich die Menschen vor allem aus drei Gründen in einer problematischen Phase befänden. „1. Wir sind zu einer Ökonomie der Incentives übergegangen. 2. Wir erleben eine gesellschaftliche Vereinzelung. 3. Die Unterjüngung der Gesellschaft verändert das Verhältnis zur Zukunft.“ Hubers Kritik gipfelte in der Bemerkung: „Wir wollen alles jetzt.“ Der Theologe versuchte, die Gedankenwelt in eine andere Richtung zu lenken: „Bürgerschaftliches Engagement ist ein großes Pfund, mit dem unsere Gesellschaft wuchern kann.“

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