Nur Kreissparkasse etwas günstiger / Keine Auskunft bei der Commerzbank

Fast alle Banken nehmen 10,95 Prozent Dispozinsen

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Mediengruppe Kreiszeitung

Verden - Von Volkmar Koy. 26 Prozent der Verbraucher in Deutschland überziehen ihr Konto wenige Male pro Jahr. 17 Prozent tun es regelmäßig. Das hat die Stiftung Warentest in ihrer jüngsten Untersuchung herausgefunden. Gleichzeitig hat sie fast 1500 Banken nach ihren Dispozinsen gefragt. Die seien immer noch viel zu hoch, betont die unabhängige Verbraucherorganisation.

Finanztest hatte exakt 1472 Kreditinstitute befragt. Wie zugeknöpft zahlreiche Banken bei der eher simplen Frage nach den Dispozinsen reagieren, den sie für die Überziehung des privaten Girokontos kassieren, zeigt das nächste Ergebnis. Gut zwei Drittel verweigerten eine Auskunft.

Anlass für unsere Zeitung, die Institute in Verden zu befragen. Dabei kamen mehrere erstaunliche und damit erwähnenswerte Fakten zutage. Bis auf eine Bank waren alle anderen auskunftsbereit. Noch interessanter sind die Angaben über die aktuellen Zinssätze. Reiner Zufall, so die Reaktionen, als klar war, dass sich bis auf den der Kreissparkasse Verden der Dispozins bei 10,95 Prozent eingepegelt hat.

Die KSK, die bekanntermaßen Kontoführungsgebühren kassiert, nimmt einen Dispozins von 10,65 Prozent. Wer ein bisschen blättert, findet diese Zahl auch auf der Homepage der Kreissparkasse. Damit entspricht sie schon fast der Gesetzesinitiative von Bundesjustizminister Heiko Maas, der alle Banken verpflichten möchte, ihre Dispozinssätze auf ihren frei zugänglichen Internetseiten zu veröffentlichen.

Ganz anders die Reaktionen der Commerzbank Verden, die zwar auf ihrer Internetseite damit wirbt, keine Kontoführungsgebühren zu nehmen, im Kleingedruckten aber auch die Bedingungen dafür angibt. „Wir dürfen am Telefon keine Auskunft geben“, lautete indes die Reaktion einer Commerzbank-Mitarbeiterin auf die Frage nach den Dispozinsen. Und weiter: „Für Presseauskünfte wenden Sie sich bitte an unsere Zentrale in Frankfurt.“

Viel offener dagegen ein Mitarbeiter der Deutschen Bank in Verden. Die Zinssatz laute 10,95 Prozent, weitere Informationen halte der Kontoauszug bereit. Im übrigen könnte die Höhe der Kontoführungsgebühren individuell abgestimmt werden.

Bei der Volksbank Aller-Weser ein ähnliches Bild. 10,95 Prozent und ein Kontofinder auf der Internetseite gibt Auskunft über Fragen, welche Kontomodelle zu jedem Kunden im einzelnen passen könnten. Damit würden Möglichkeiten eröffnet, die besser in einem persönlichen Beratungsgespräch erörtert werden könnten.

Am einfachsten hatte es die Oldenburgische Landesbank in Verden mit der Fragestellung. Sie habe eine reine Firmenniederlassung in der Reiterstadt. Wer ein privates Girokonto eröffnen möchte, müsse sich an die Filialen in Syke, Stuhr oder Brinkum wenden.

Überaus vorbildlich zeigt sich die Postbank am Norderstädtischen Marktplatz. Sie hat einen Aushang, für alle Kunden einsehbar, gleich neben den Postschaltern aufgehängt. Darin sind alle Konditionen aufgeführt, so auch die aktuellen Dispozinsen. 10,95 Prozent sind da nachzulesen.

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