Kreislandfrauen Verden besuchen Betrieb in Blender / Schweine haben sogar Spielzeug / Angenehm empfundenes Klima

Mehr Licht und mehr Platz zum Wohl der Tiere im Maststall

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Hahn im Korb – Tierarzt Dr. Rudolf Lüdemann inmitten der Kreislandfrauen beim Besuch seines Schweinemastbetriebs in Blender.

Landkreis - „Puh, da stinkt`s“ oder „die armen Schweine.“ Das sind Kommentare, die häufig im Zusammenhang mit modernen Schweinemastställen zu hören sind. Doch wer hat einen solchen Stall schon einmal von innen gesehen, um sich ein Urteil bilden zu können? Die Kreislandfrauen Verden haben Gelegenheit, sich im Betrieb von Landwirt Dr. Rudolf Lüdemann aus Daverden ein Bild zu machen.

Als Verbraucherinnen, überwiegend ohne Bezug zur Landwirtschaft, wollen sie sich ihr eigenes Bild von moderner Schweinehaltung machen. Eine gewisse Skepsis über das, was sie dort zu sehen bekommen würden, ist bei einigen vorhanden, kannten sie die größtenteils eher kritischen Berichte über die Haltungsform.

Für Landwirt Lüdemann gehört das zum Alltag. Der Schweinhalter und Tierarzt öffnet gerne Interessierten seinen Betrieb. Den Menschen zeigen, was moderne Schweinehaltung ausmacht, liegt ihm am Herzen. Für ihn ein Weg, Vorurteilen und Unwissen zu begegnen. Dabei ist ihm der direkte Dialog mit den Verbrauchern wichtig. „Zum Schutz der Tiere vor eingeschleppten Keimen müssen alle entsprechende Schutzkleidung tragen“, sagt Lüdemann vor dem Betreten des Stalls. Entsprechende Overalls und Schuhüberzieher hält er für Besuchergruppen stets parat. Die erste Station dieser Besichtigungstour: die so genannte „Futterküche“. Per Computer wird hier die Fütterung der Tiere gesteuert. Beim Gang durch den Stall erklärt er weiter: „Um das Tierwohl noch zu steigern, bauen wir gerade mehr Fenster für den Einfall von Tageslicht ein und schaffen zusätzliche Möglichkeiten zur Kühlung, falls es im Sommer sehr heiß ist.“

Beim Blick in die einzelnen Abteile mit fast schlachtreifen Tieren unterstreicht der Landwirt: „Zudem haben die Tiere in diesem Stall mehr Platz, als die gesetzlichen Bestimmungen es vorsehen.“ Auf die Frage, warum in den einzelnen Buchten Metallketten mit bunten Objekten hängen würden, erfahren die Kreislandfrauen, dass diese der Befriedigung des natürlichen Spieltriebes dienen.

Ebenso überrascht sind viele hinsichtlich des als eher angenehm empfundenen Stallklimas. „Der Geruch hier im Stall ist gar nicht so schlimm, und die Luft ist auch besser, als ich dachte“, stellt Landfrau Martina Müller aus Posthausen fest. Christine Cordes pflichtet ihr bei und ergänzt: „Nachdem, was vielfach in den Medien über die Ställe berichtet wird, bin ich heute positiv überrascht worden. Die Tiere sehen gut aus.“

So lautet dann auch das einhellige Fazit der Landfrauen: Bietet sich Verbrauchern die Gelegenheit, einen modernen Schweine-, Kuh- oder auch Geflügelstall besichtigen zu können, sollte diese genutzt werden. Man muss nicht mit allem Einverstanden sein. Am Ende bleibt die wichtige Erkenntnis: Ein großer Stall bedeutet nicht automatisch ein vermindertes Tierwohl.

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