Stadt muss Bau an der Eitzer Straße selbst bezahlen / 2,6 Millionen Euro für Max-Planck-Straße

Unterwegs in Verden: Kreisel ist nicht gleich Kreisel

Kreuzung am  Berliner Ring. Ein Radfahrer lässt einen schweren Lkw passieren.
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Auch für Radfahrer soll es mit dem Kreisel am Berliner Ring sicherer werden. Mit der Zusage von Fördergeldern kann die Stadt anfangen zu planen.

Ordentlich Geld nimmt die Stadt Verden in die Hand, baut in den kommenden Jahren zwei Kreisel. Einen am Berliner Ring, einen zweiten auf dem Andreaswall, höhe der Aller-Weser-Klinik. Doch Kreisel ist nicht gleich Kreisel. Für den einen gibt‘s viel Förderung, für den anderen keinen Cent.....

Verden – Ein Kreisel soll in naher Zukunft den reibungslosen Verkehr zwischen Berliner Ring/Max-Planck-Straße und umgekehrt regeln. Ein ähnliches Projekt steht für den Knotenpunkt Andreaswall/Eitzer Straße im Bereich der Aller-Weser-Klinik auf dem Programm. Beide Bauvorhaben bewegen sich bei den Kosten im Millionenbereich. Aber auch wenn es von außen so aussieht, Kreisel ist nicht gleich Kreisel.Zuschüsse gibt’s nur für ein Bauwerk. Da herrschen klare Rahmenbedingungen, an deren Ende es um viel Geld geht.

Wer an dem Verkehrsknotenpunkt Berliner Ring/Max-Planck-Straße steht, braucht schon etwas Fantasie, um sich vorzustellen, wie es dort mal aussehen könnte. Allein 500 000 Euro wird der Kreisel kosten, weitere circa vier Millionen Euro der Bau der Max-Planck-Straße zwischen Berliner Ring und Borsteler Dorfstraße. Der etwa 1,2 Kilometer lange Abschnitt wird völlig neu geordnet, mit Parkstreifen für Lkws und breitem Rad- und Fußweg auf der rechten Seite in Richtung Gewerbegebiet am Finkenberg in Borstel.

Stadt Verden: Kreisel Berliner Ring/Max-Planck-Straße für insgesamt 4,5 Millionen Euro.

Kreisverkehrsplatz und Straße, zusammengerechnet also 4,5 Millionen Euro stehen dafür auf der Rechnung. Aufgestockt haben die Planer den Durchmesser des Kreisels, durch den an der Kreuzung Max-Planck-Straße/Berliner Ring zukünftig der Verkehr rollen soll. Das Bauwerk wird demnach einen Durchmesser von 35 Metern haben, plus angrenzenden Rad- und Fußwegen. „Wir werden allerdings nur anfangen, wenn die positiven Bescheide auf dem Tisch liegen“, hatte die Stadt angekündigt. Und da gibt es Signale: Das Programm für Kreisel und Straße wurde von der Förderstelle für das Jahr 2022 dem Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung vorgeschlagen. Der Weg für eine Aufnahme in das Förderprogramm im Rahmen des sogenannten Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes (GfVG) wäre damit frei.

Kreisel und Straße in Verden: Fördergelder von circa 2,6 Millionen Euro stehen in Aussicht.

An den Plänen für den Kreisel-Neubau wird derzeit seitens der Stadt in Zusammenarbeit mit dem Planungsbüro kräftig gefeilt. Die Zeit sitzt den Planern aus Verwaltung und Büro dabei ein wenig im Nacken – und hat letztendlich mit Bürokratie zu tun. Die Verwaltung muss die Baureife des Vorhabens nachweisen und spätestens bis 15. Januar 2022 die endgültigen Antragsunterlagen einreichen. Der Aufwand dürfte sich für Stadt und damit auch die Anlieger lohnen. Fördergelder von circa 2,6 Millionen Euro stehen in Aussicht. Weitere Unterstützung – bis zu 80 Prozent – gibt es zudem für den Bau des Fuß- und Radweges.

Max-Planck-Straße in Verden: 12 .000 Fahrzeuge, darunter etwa 800 Lkws.

Das Vorhaben ist alternativlos: An dem Verkehrsknotenpunkt Berliner Ring/Max-Planck-Straße stauen sich zur Hauptverkehrszeit, in den frühen Nachmittagsstunden, Autos und Lkws. Circa 11 .000 Fahrzeuge, darunter 600 Schwerlastwagen, sind dort im Tagesverlauf unterwegs. Viele davon biegen zu den Verbrauchermärkten ab, der Großteil, etwa 8 000, fährt weiter in Richtung Borstel und Finkenberg. „Bis zum Jahr 2030 werden die Zahlen bei circa 12. 000 Fahrzeugen, darunter etwa 800 Lkws, liegen“, so die Prognose der Verkehrsplaner.

Kreisel Andreaswall/Grüne Straße: Baukosten dürften bei 800.000 Euro liegen

Die Einmündung Andreaswall/Grüne Straße: Der Kreisel soll den Verkehr reibungslos auf das Gelände der benachbarten Klinik führen.

Dass es für einen Kreisverkehrsplatz nicht grundsätzlich Geld gibt, die Erfahrung muss die Stadt an anderer Stelle machen. Ein Kreisel soll in naher Zukunft auch den Verkehr an der Ecke Eitzer Straße/Andreaswall mit Einmündung Grüne Straße regeln. Nur so kann der Verkehr rund um die Neubauten der Aller-Weser-Klinik reibungslos fließen, vom Wohngebiet am Burgberg fern gehalten werden. Gebaut werden soll ab 2022/23. Grundstückserwerb, neue Fahrrad- und Fußwege, nach derzeitigen groben Schätzungen dürften die Baukosten bei circa 800. 000 Euro liegen. Auf der Rechnung würde die Stadt allerdings komplett sitzen bleiben, deutet Fachbereichsleiter Rainer Kamermann an. Das Land Niedersachsen hat bereits der Aufnahme des Projektes in das Mehrjahresprogramm eine Absage erteilt.

Andreaswall in Verden: Kein Geld für den Kreisel, weil es eine Landesstraße ist

Die Begründung: Weil es sich um eine Landesstraße handele, das Land aber eigene Straßen nicht bezuschussen dürfe, scheide eine Förderung aus. Zwar ärgerlich, aber Gesetz ist Gesetz, sei die Argumentation noch nachvollziehbar. Für Unverständnis sorge hingegen die Ablehnung eines Zuschusses für eine andere Baustelle. Denn auch für den Umbau der Grünen Straße, im Anschluss des Kreisels, gebe es kein Geld, heißt es in einem Schreiben an die Stadt. Das Land beruft sich dabei auf eine gesetzliche Regelung, wonach die Umgestaltung von Straßen mit Verkehrsbeschränkungen grundsätzlich nicht bezuschusst werde . „In der Grünen Straße herrscht Tempo 30 und dabei wird es auch bleiben“, so Kamermann.

Grüne Straße: Kein Geld für den Ausbau, weil Tempo 30 statt Zempo 50 gilt.

Bei Tempo 50 indes würde das Geld fließen. Einen kleinen Seitenhieb auf die Behörde kann sich der Fachbereichsleiter denn auch nicht verkneifen: „Wir halten die Regelung für nicht mehr zeitgemäß.“ Tricksen komme allerdings auch nicht infrage: „Tempo rauf und nach der Förderung wieder runter, da spielt die Behörde nicht mit“, winkt Kamermann ab. Also zahlt wohl die Stadt selbst.

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