Teure Umgestaltung der Max-Planck-Straße

Kreisel und Straße kosten 4,5 Millionen Euro

Blick auf eine viel befahrene Einmündung mit abbiegendem Lkw und einfahrendem Pkw. Dazwischen steht ein Radfahrer auf einer Verkehrsinsel, darauf wartend, dass er seinen Weg fortsetzen kann.
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Warten oder fahren? An der Kreuzung Berliner Ring / Max-Planck-Straße herrscht immer Betrieb. Ein Kreisel soll den Knotenpunkt entlasten.

Da kann einem schon ein wenig schwindelig werden: Die Kreiselpläne und der Neubau der Max-Planck-Straße nehmen weiter Formen an. Und: Der Kreisel wird größer als ursprünglich gedacht. Fest steht dabei, dass die kalkulierten Kosten über dem ursprünglichen Plan liegen werden. Letzte Schätzungen liegen bei nun circa 4,5 Millionen Euro. Baubeginn könnte im nächsten Jahr sein.

Verden - Aufgestockt haben die Planer den Durchmesser des Kreisels, durch den an der Kreuzung Max-Planck-Straße/Berliner Ring zukünftig der Verkehr rollen soll. Das Bauwerk wird demnach einen Durchmesser von 35 Metern haben, plus angrenzenden Rad- und Fußwegen. Bislang stand der Kreiselneubau mit einem Durchmesser von 32 Metern in den Plänen. Bedenken dagegen hatte nicht nur der Fachausschuss angesichts des zunehmend größeren und wachsenden Schwerlastverkehrs geäußert.

Platz für das größere Kreisel-Format dürfte in dem Bereich aber ausreichend vorhanden sein. Allerdings müsste zur Umsetzung des Projektes eine Ecke des angrenzenden Rhododendronparkes angeknabbert werden. Die Fläche befindet sich in städtischem Besitz. Das Problem dürfte demnach konfliktlos zu lösen sein.

Info-Veranstaltung für Anlieger geplant

Die Kosten für das Bauwerk schätzen die Verantwortlichen auf circa 410.000 Euro. Bislang standen etwa 50.000 Euro weniger auf dem Zettel. Was rund um den Kreisel passiert, dürfte nicht weniger spannend sein. Dazu gehören die Anbindung der Moorstraße an den Berliner Ring sowie Übergänge zum Rewe-Einkaufsmarkt. Der Fachausschuss hat detaillierte Wünsche geäußert. Was davon übrig bleibt, steht in einer zweiten Runde des Gremiums zur Diskussion. Auch eine Info-Veranstaltung für die Anlieger der Max-Planck-Straße wird es geben.

Den Großteil der Investitionen, circa vier Millionen Euro, dürfte die komplette Umgestaltung der Max-Planck-Straße verschlingen. „Von Umbau kann eigentlich nicht die Rede sein. Es wird ein kompletter Neubau“, sagt Rainer Kamermann, Fachbereichsleiter Straßen und Stadtgrün. Was auf dem circa 1,2 Kilometer langen Abschnitt zwischen Berliner Ring und Borsteler Dorfstraße passiert, hat mit dem jetzigen Erscheinungsbild nichts mehr zu tun.

Mit dem Rad fahren auf der Max-Planck-Straße...
... weil der Radweg nur wenig Platz bietet.

Der Verkehr, darunter viele Lkw, rollt künftig über eine sieben Meter breite Fahrbahn, 50 Zentimeter mehr als bisher. Auch die Parkbuchten für die Schwerlaster bieten mehr Raum. Festhalten werden die Planer aller Voraussicht nach an der Idee, an der Südseite einen getrennten Rad- und Fußweg, Breite bis zu vier Meter, bauen zu lassen. Im weiteren Verlauf würde die Verbindung direkt am Radweg im Industriegebiet am Finkenberg andocken.

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Auf der Nordseite, beginnend beim Rewe-Markt, gäbe es lediglich einen 1,50 Meter breiten Fußweg und keinen Radweg. Das war im Fachausschuss noch bemängelt worden. Allerdings gebe der Querschnitt der gesamten Straße nicht mehr her. „Die Parzelle ist begrenzt“, hatte Kamermann im Ausschuss bereits dargelegt. Dafür, dass sowohl Fußgänger, aber vor allem Radfahrer die Märkte und Betriebe von Süd nach Nord sicher erreichen, sollen Zebrastreifen sorgen.

Baustart am liebsten schon im kommenden Jahr

Bauen würde die Stadt gerne schon im kommenden Jahr. „Die Förderanträge sowohl für Straßen- als auch Rad- und Fußwegausbau laufen“, so Kamermann. „Wir werden allerdings nur anfangen, wenn die positiven Bescheide auf dem Tisch liegen.“ So könnte sich der erste Spatenstich von 2022 auf 2023 verschieben.

Bleibt Zeit, sich um die Organisation des Baustellenmanagements zu kümmern. „Das dürfte eine der größten Herausforderungen sein“, sagt Kamermann. Eine Vollsperrung der Straße, so machte der Fachbereichsleiter deutlich, komme nicht infrage. „Wir rechnen mit einer Bauzeit von einem Jahr. Die Firmen müssen trotzdem erreichbar bleiben.“

Das machen auch die Zahlen deutlich: An dem Verkehrsknotenpunkt Berliner Ring/Max-Planck-Straße stauen sich zur Hauptverkehrszeit, in den frühen Nachmittagsstunden, Autos und Lkw. Circa 11.000 Fahrzeuge, darunter 600 Schwerlastwagen, sind dort im Tagesverlauf unterwegs. Viele davon biegen zu den Verbrauchermärkten ab, der Großteil, etwa 8000, fährt weiter in Richtung Borstel und Finkenberg. „Bis zum Jahr 2030 werden die Zahlen bei circa 12.000 Fahrzeugen, darunter etwa 800 Lkw, liegen“, so die Prognose der Verkehrsplaner. Auch deshalb werde der Kreisel gebaut.

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