Fachausschuss stimmt für Projekt

Berliner Ring in Verden: Kreisel entschärft Unfallschwerpunkt

Die Kreuzung  Berliner Ring/Max-Planck-Straße in Verden
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Der Knotenpunkt am Berliner Ring/Max-Planck-Straße ist Unfallschwerpunkt und überlastet. Er wird zum Kreisel umgebaut.

Die Kreuzung Berliner Ring/Max-Planck-Straße, immer wieder passieren dort Unfälle. Tausende Fahrzeuge müssen pro Tag da rüber. Chaotisch! Schon länger ist ein Kreisel im Gespräch, nun soll gebaut werden...

Verden – Die Planungen für den Bau des Kreisels am Knotenpunkt Berliner Ring/Max-Planck-Straße stehen. Auch die komplette Umgestaltung der Max-Planck-Straße, knapp 1,3 Kilometer lang, ist in trockenen Tüchern. Baubeginn könnte demnach im Laufe des kommenden Jahres sein. Circa zwei Jahre dürfte die Umsetzung des Projektes dauern. Die Kosten dafür belaufen sich auf circa fünf Millionen Euro.Der Fachausschuss für Straßen und Stadtgrün segnete die Pläne in seiner Sitzung am Mittwochabend ab.

Kreisel Berliner Ring: Durchmesser von 35 Metern

Noch einmal hatten sich Stadtverwaltung und Planungsbüro zahlreiche Einwände und Anregungen notiert, die Ergebnisse aus Anliegerversammlungen und Ortsrat Eitze in die Zeichnungen eingearbeitet. Der Kreisel misst, statt 32,5 nun 35 Metern im Durchmesser. „Auch Schwertransporter sollten da durchkommen“, hatte Sven Sottorff (CDU) zu bedenken gegeben. „Wird funktionieren“, so Thorsten Fiebig von der Stadtverwaltung. Das zusätzlich notwendige Gelände für das Kreiselmaß holt sich die Stadt vom angrenzenden Rewe-Markt. Die Gespräche sind auf einem guten Weg, heißt es. Auch der angrenzende Rhododendron-Park muss Federn lassen, verliert 14 Bäume, die allerdings in den angrenzenden Bereichen nachgepflanzt werden sollen.

14 Bäume am Rhododendronpark müssen gefällt werden

Drei Fuß- und Radweg-Übergänge, farblich markiert – so hatte es Ausschussmitglied Sven Ommen (Grüne) angemahnt – wird es geben. Radler und Fußgänger, auch das klar geregelt, haben Vorfahrt. Zwei statt drei Übergänge hatte Carsten Hauschild (SPD) gefordert, fand die Querung auf dem Berliner Ring, Richtung Eitze, überflüssig und störend für den fließenden Verkehr. Sein Einwand steht im Protokoll. Bei der Abstimmung über das gesamte Projekt ging Hauschild indes mit.

Blick auf den Kreisel-Plan: Nach rechts geht’s vom Berliner Ring in die Max-Planck-Straße. Diskutiert wurde noch ein Überweg (im Bild unten).

Verkehrsaudit für Kreuzung Berliner Ring/Max-Planck-Straße

Einen weiteren Fußgängerüberweg setzen die Planer in Höhe der Einmündung Moorstraße über den Berliner Ring. Gedacht für eine sichere Querung der Fußgänger aus dem Wohngebiet auf das Gelände des Rewe-Marktes und umgekehrt. Dass der Kreisverkehrsplatz den Unfallschwerpunkt entschärft, haben sich die Beteiligten mit einem Verkehrsaudit belegen lassen. „Qualitätsstufe A“, so das Urteil, Note Eins würde im Schulzeugnis stehen. Ein Beleg dafür, dass der für das Jahr 2030 täglich prognostizierte Verkehr von bis zu 12 000 Fahrzeugen, darunter etwa 800 Lkw, durch den Knotenpunkt kommt.

Aber auch nur dann, wenn die angrenzende Max-Planck-Straße komplett aufgemöbelt wird. Ein anspruchsvolles Unterfangen, wie Dirk Rother vom zuständigen Planungsbüro Heidt & Peters, zugab. Wenn der Diplom-Ingenieur von Parzelle spricht, dann meint er die Breite der Straße. „Und die ist mit nur 16 Metern begrenzt. Da muss es zweifellos Kompromisse geben.“ Fußgänger, vor allem aber Radfahrer, die kamen bislang in der Straße kaum vor. Jetzt wird ihnen Platz gemacht, allerdings auf Kosten von Parkplätzen. Der linke Streifen, stadtauswärts, fällt komplett weg, der rechte kann für Lkw und Auto nur noch bedingt genutzt werden. „Das ist mit den Anliegern besprochen“, so Rainer Kamermann, Fachbereichsleiter Straßen und Stadtgrün. „Parkraum ist zudem ausreichend in den Seitenstraßen vorhanden, es fehlen nur die Hinweisschilder“, merkte Ausschussmitglied Imke Burhop (CDU) an. Platz ist damit für einen breiten Fuß- und Radweg, einen Grünstreifen mit Bäumen sowie freie Sicht, wenn Lkw von den Firmen-Grundstücken auf die Straße wollen. „Und mehr Licht, und zwar LED-Lampen auf beiden Seiten der Straße“, forderte Andrea Wacker (CDU). Soll so kommen, sagte Kamermann.

Max-Planck-Straße in Verden: In der Breite auf 16 Meter begrenzt

Die Maße im Detail:

– Auf der Nordseite –

• 1,50 Meter Gehweg, getrennt durch schmalem Grünstreifen/Pflasterung von der Fahrbahn.

• Sieben Meter Fahrbahn (bislang 6,50 Meter)

– Auf der Südseite –

• Acht Parkbuchten, 2,50 Meter breit, für Autos. Vier Parkbuchten, drei Meter breit, Länge 36 Meter, für Lkw.

• Bis 2,50 Meter breiter Grünstreifen, inklusive Bäume und Leuchten. • Fünf beziehungsweise 4,50 Meter breiter, getrennter Geh-/Radweg für Zweirichtungsverkehr.

• Zwei Fußgängerüberwege, Höhe Bäckerei Baalk und Zollamt.

• Geplant sind außerdem Buswartehäuschen.

Die Stadt rechnet für das gesamte Projekt mit circa fünf Millionen Euro Baukosten für Kreisel (860 000 Euro), Straße (3,7 Millionen) und Geh- und Radweg (350 000). Im Rathaus rechnen die Verantwortlichen mit etwa 2,5 Millionen Euro Fördergeldern.

Erst die Straße, danach der Kreisel, so der Bauplan in den Jahren 2022 bis 2024. Verwaltungsausschuss und Stadtrat haben das letzte Wort, ehe der Startschuss offiziell fallen kann.

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