Krebsmeldungen aus Bothel im Kreistag

Verpressung in Frage gestellt

Landkreis - Auf die Suche nach einem Gleichgewicht zwischen geduldigem Warten auf Erkenntnis und Panikmache hat sich der Kreistag gestern begeben. Anlass waren Meldungen über eine erhöhte Zahl von Krebsneuerkrankungen in der Gemeinde Bothel im Nachbarlandkreis Rotenburg. Weil ein Zusammenhang mit der Erdgasförderung dort angenommen wird, hatte der Kreisausschuss erste Konsequenzen gezogen und die Genehmigung zur Verpressung von Lagerstättenwasser in Frage gestellt.

Der Vergleich mit Völkersen liegt nahe. Die erhöhte Zahl von Leukämie-Fällen in Bothel, so die Annahme, könnte mit Gifteinträgen ins Grundwasser oder anderen Begleiterscheinungen der Gasgewinnung zusammenhängen. „Die Bevölkerung ist in Sorge“, machte Axel Eggers (Grüne) gestern deutlich. Er wünschte sich verlässlichere Daten über die Gefährdung. Die aber liegen derzeit für das Verdener Kreisgebiet nicht vor.

Und auch zusätzliche Informationen aus dem Sozialministerium lassen auf sich warten. Der Landkreis hatte sie als erste Reaktion auf die Erkenntnisse über Bothel erbeten, die aus dem Epidemiologischen Krebsregister Niedersachsen (EKN) gewonnen wurden. Das konnte allerdings weder die Grünen noch Andreas Mattfeldt beruhigen. „Wir brauchen Gewissheit“, forderte der CDU-Politiker.

Für Bothel seien die Zusammenhänge nicht gesichert und erst recht nicht für Völkersen, mahnte SPD-Fraktionschef Heiko Oetjen zur Besonnenheit. Alarmierenden Erkrankungszahlen seien dort bislang gar nicht beobachtet worden, Er befürchtete, dass die vehementen Forderungen nach Ermittlungen in die Nähe der Panikmache gehen.

Bereits in der vorgeschalteten Sitzung des Kreisausschusses hatte es längere Diskussionen zu dem Thema gegeben, die dann zu einem Entschluss geführt haben. Die Genehmigung zur Verpressung von Lagerstättenwasser in der Völkerser Bohrung H1 aus dem Jahr 1999, so hatten SPD, CDU und Grüne festgelegt, wird rechtlich überprüft. Außerdem soll die Landkreisverwaltung ermitteln, ob mit der Ausweisung von Vorrangstandorten die Erdgasförderung räumlich und mengenmäßig eingeschränkt werden kann. Bei der Windkraft haben sich die Vorranggebiete als raumordnerisches Instrument bewährt.

kle

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