Große Resonanz auf „Eine Welt aus Ton“

Kreativität ohne Altersgrenzen

Drei Frauen stehen an einem großen Tisch und betrachten die vielfältigen ungebrannten Kunstwerke aus Ton, große abstrakte Skulpturen sind zu sehen, aber auch kleine Figuren.
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Nicht alle wollten mitmachen, manche Besucher der „Welt aus Ton“ wollten auch einfach nur gucken. Die Ergebnisse werden jetzt im Schaufenster Große Straße 70 gezeigt.

Sechs Tage lang hatten alle, die sich gerne kreativ betätigen, die Möglichkeit, ihren Beitrag zu leisten zu „Eine Welt aus Ton“. Und das Angebot des Vereins Tintenklecks und der Stadt Verden im Rahmen des Kunstlabors wurde so gut angenommen, dass die verantwortlichen sogar noch 200 Kilo Ton nachordern mussten.

Verden – Erstaunlich ruhig war es am späten Sonnabendvormittag im Tonatelier in der Verdener Fußgängerzone, obwohl hier rund ein Dutzend Erwachsene und Kinder arbeitete. Konzentriert modellierten sie individuelle Werke aus Ton und verbrachten gemeinsam eine ebenso kreative wie erfüllende Zeit bei „Eine Welt aus Ton“. Das Mitmach-Projekt von Tintenklecks und Stadt Verden des Kunstlabors 2021 fand bis einschließlich Sonntag statt.

Linda Heuermann war am Sonnabend mit Sohn Finn extra aus Schwarme gekommen, weil der Junge unbedingt mitmischen wollte. Tags zuvor hatte der Sechsjährige im Vorübergehen erspäht, was andere Kinder dort mit dem natürlichen Material erarbeiteten, und „genau das“, so die Mutter, „wollte er auch“.

Er habe einen Außerirdischen gebaut, verwies Finn nun stolz auf das Ergebnis seines künstlerischen Tuns. Auch Finns Mama war kreativ gewesen und hatte aus Ton eine Eule und eine Vogeltränke gebaut.

Am gegenüberliegenden Arbeitstisch war der erst fünfjährige Joris aktiv, der in eine mit beiden Handballen geformte Kugel eine kleine Mulde drückte und diese mit einem Smiley verzierte. Außerdem hatte er mit flinken Fingern winzige Würste gerollt, diese geschickt an die Kugel gedrückt und die fertige Skulptur vorsichtig auf einer etwas schiefen tönernen Platte befestigt „Das ist eine Sonnenblume“, sagte er stolz.

Künstlerin Silke Mohrhoff begutachtet mit Teilnehmer Paul die entstandenen Werke.

Auch was der achtjährige Paul mithilfe seiner Großmutter formte, war gut zu erkennen. „Es ist ein Monster, das schaut gruselig aus“, sagte der Junge. Die gleiche Idee hatte die sechsjährige Franziska, die gemeinsam mit ihrem Papa einen Tonklumpen bearbeitete.

Aber es gab natürlich noch viele andere kreative Ideen: Hannah und Madeleine gestalteten mehrere Figuren, um sie zu einem Gesamtbild zusammenzufügen, von Noah wurde eine „Muckibude“ und von Oskar die Katze Nori modelliert, Liane hatte ein Karussell aus dem Naturmaterial geschaffen, Rüdiger gemeinsam mit seiner Mutter ein Schiff modelliert, wie sie es zuvor in einem Hafen gesehen hatten. „Das Schiff, mit dem wir einmal einen Ausflug gemacht haben, sah genauso aus“, beschrieb er sein Werk.

Die Erwartungen der Initiatoren von Tintenklecks und Stadt an das sechstägige Projekt schienen demnach erfüllt. Die beteiligten Künstler, Christoph Liedtke aus Halle und Silke Mohrhoff aus Bremen, zeigten sich angesichts der zahlreichen kleinen und großen Kunstwerke schon vor Projektende rundum begeistert. „Der Erfolg ist schon toll und natürlich freut uns die gute Resonanz“, so Liedtke und Mohrhoff, die bis Sonnabendmittag bereits 170 Projektteilnehmer gezählt hatten und noch etliche weitere Teilnehmer erwarteten. „Wir haben schon 200 Kilogramm Ton nachgeordert. Das zuvor auf eine Tonne kalkulierte Material war bereits am Freitagnachmittag verarbeitet und aufgebraucht“, erzählten sie.

Liedtke, der schon vergleichbare Projekte geleitet hat, lobte insbesondere die gestalterische Freude der Beteiligten. „Viele sind unglaublich kreativ. Es sind Kunstwerke entstanden, die mich sehr beeindrucken.“ Mohrhoff erzählte, dass auch Menschen vorbeischauen ohne die Absicht, selbst Hand am Ton anzulegen. „Sie zeigen aber großes Interesse an dem Projekt und bewundern die entstandenen Kunstwerke“, so die Künstlerin, die von teils berührenden Begegnungen und Kommentaren sprach.

Beispielsweise habe eine Besucherin gesagt, dass „Eine Welt aus Ton“ ein großes Geschenk für Verden sei und eine andere habe betont, dass es in Verden bislang noch nie etwas Vergleichbares gegeben habe. Wer in den nächsten Tagen zu einem Schaufensterbummel in der Innenstadt unterwegs ist, sollte nach den Kunstwerken Ausschau halten, die im Schaufenster in der Große Straße 70 zu bewundern sind.

Von Christel Niemann

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