Corona-Hilfen, Digitalisierung und Anlageverhalten

Kreativ trotz Pandemie: Commerzbank in Verden zieht positive Bilanz für 2020

Matthias Schmidt und Hanna Geßner berichteten gemeinsam darüber, welche Veränderungen das Jahr 2020 für die Commerzbank mit sich brachte.
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Matthias Schmidt und Hanna Geßner berichteten gemeinsam darüber, welche Veränderungen das Jahr 2020 für die Commerzbank mit sich brachte.

Verden – Trotz zahlreicher Herausforderungen, die sich aufgrund der Corona-Pandemie sowohl für Mitarbeiter als auch Kunden ergaben, zieht die Commerzbank im Marktbereich Verden für 2020 eine positive Bilanz. „Es war zweifelsohne ein Jahr der Veränderung. Insbesondere Themen wie die staatlichen Corona-Hilfen, die schnell voranschreitende Digitalisierung und das veränderte Anlageverhalten von beispielsweise Privatleuten, haben uns ganz besonders beschäftigt“, sagt Matthias Schmidt, Leiter des Unternehmerkundengeschäfts in der Region Verden.

Die Marktbereichsleiterin für Verden und Nienburg, Hanna Geßner, stimmt ihm zu und ergänzt vor dem Hintergrund des bereits seit Monaten andauernden Lockdowns: „Vor allem stand 2020 für uns auch die Unterstützung der Unternehmer- und Firmenkunden im Fokus. Beispielsweise ist es uns gelungen, innerhalb von 48 Stunden eine digitale Antragsstrecke zur KfW einzurichten.“. Mithilfe derer wurde es Interessenten leicht gemacht, schnell an staatliche Förderungen zu kommen. „Ein besonders positives Echo erreichte uns allerdings, nachdem die Internetseite CommerzbankHilft.de online gestellt wurde.“ Laut Jahresrückblick konnten so 3 000 Händler beispielsweise mit Gutscheinen unterstützt werden, die Kunden über die Seite erwarben und einlösen können, sobald die Geschäfte wieder öffnen dürfen.

Insgesamt habe die Commerzbank bundesweit 8,2 Milliarden Euro an KfW-Corona-Krediten genehmigt, davon 155 Millionen Euro in der Metropolregion Bremen. „Von denen tatsächlich in Anspruch genommen wurden, auf die Metropolregion bezogen, nur rund 120 Millionen Euro“, sagt Schmidt. In Verden habe sich dieser Trend allerdings nicht wiederholt, sodass 98 Prozent aller vergebenen Corona-Hilfen tatsächlich in Anspruch genommen wurden.

„Insbesondere die Gastronomie und die Reisebranche litten“

„Leider konnten wir deutliche Gewinner und Verlierer der Krise erkennen.“ Schmidt erläutert: „Während der Lebensmittel- und der Onlinehandel sowie die Medizintechnik deutliche Gewinne verzeichnen, leiden insbesondere die Gastronomie, die Reisebranche und der Einzelhandel unter den Auswirkungen der Pandemie.“ Doch glücklicherweise hätten viele Leute Kreativität bewiesen. „Zum Beispiel unterstützen wir seit 2020 ein Verdener Hotel, das seine Zimmer für Homeoffice eingerichtet hat und diese vermietet. Gerade mit Blick auf die geltende Homeoffice-Pflicht und darauf, dass viele einfach keinen geeigneten und ruhigen Platz zu Hause haben, finde ich das eine geniale Idee. Und sie funktioniert.“

Ebenfalls nicht den Kopf in den Sand gesteckt habe ein Verdener Event-Manager. „Seit März 2020 war er im Grunde arbeitslos. Aber anstatt sich damit abzufinden, hat er kurzerhand umgedacht und mit Verkauf und Anlieferung von Getränken ein neues Standbein gefunden. Zusätzlich hat er seine alte Profession wieder für sich entdeckt. Denn als gelernter Techniker unterstützt er nun Unternehmen bei ihrem digitalen Ausbau.“

Eine schlaue Entscheidung findet Schmidt, schreite die Digitalisierung seit Pandemiebeginn doch mit großen Schritten voran – auch bei der Commerzbank: „Mittlerweile nutzen mehr als 1,7 Millionen Leute aktiv unsere App“, sagt er. Außerdem habe sich das Bezahlverhalten der Kunden gewandelt. „Immer mehr bezahlen jetzt über ihr Handy, Google oder mit Smartwatches.“ Seit Juli 2020 könnten Kunden zudem zum Beispiel Wertpapiere per Smartphone kaufen oder verkaufen.

Zahlreiche Kunden beschäftigten sich mit Geldanlagen

Bei der Neukundengewinnung spielten digitale Kanäle ebenfalls eine größere Rolle. „Insgesamt haben wir 2020 im Marktbereich Verden netto 220 neue Kunden gewinnen können. Wir betreuen hier nun insgesamt 11 500 Kunden“, sagt Hanna Geßner. Während des Lockdowns hätten sich zahlreiche Kunden verstärkt um ihre Geldanlage gekümmert. Geßner: „Viele haben den Kurssturz im Frühjahr 2020 genutzt und Wertpapiere gekauft – davon einige zum ersten Mal.“ Besonders beliebt seien Wertpapiersparpläne. Ihre Zahl sei im Marktbereich Verden um 20 Prozent gestiegen. Insgesamt habe sich das Depotvolumen um 6,2 Prozent auf über 50 Millionen Euro erhöht.

„Unsere Hoffnung für das laufende Jahr ist, dass die Wirtschaft, sobald der Lockdown vorbei ist und viele geimpft sind, wieder anzieht. 2020 ist das BIP um sieben Prozent gesunken, unsere jetzigen Prognosen rechnen damit, dass es 2021 wieder um 3,5 Prozent steigt. Damit hätten wir die Hälfte des Verlustes wieder aufgeholt“, ist Schmidt zuversichtlich.

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