Kooperationsmodell: Neue Fachschule soll Azubis die Wahl erleichtern

Ein klareres Bild von Beruf

Feierlicher Akt: Reinhard Kleinschmidt, Landrat Peter Bohlmann, BBS-Leiter Manfred Runge und Frank Gundlack (vorne v. l.), André Förster, Marita Schülbe, Norbert Meinken, Joachim Duensing, Kerstin Wendt und Volker Utermark (hinten v. l.).
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Feierlicher Akt: Reinhard Kleinschmidt, Landrat Peter Bohlmann, BBS-Leiter Manfred Runge und Frank Gundlack (vorne v. l.), André Förster, Marita Schülbe, Norbert Meinken, Joachim Duensing, Kerstin Wendt und Volker Utermark (hinten v. l.).

Verden - Eine Kooperationsvereinbarung zur dual-kooperativen Berufsfachschule Elektrotechnik feiern die Berufsbildenden Schulen in Verden. Die Partner, BBS, Landkreis Verden und regionale Unternehmen mit der Agentur für Arbeit und der Anstalt Arbeit im Landkreis Verden (ALV), wollen neue Wege gehen, um dem drohenden Fachkräftemangel in der Elektrobranche zu begegnen. Wichtig ist ihnen das Ziel, jungen Menschen, die auf Unterstützung angewiesen sind, den Weg in die duale Ausbildung zu ermöglichen.

Junge Menschen, die auf dem Weg in die Ausbildung Hilfe benötigen, sollen mit der neuen Form der Berufsfachschule ein optimales Angebot erhalten. Initiiert von der Fachkräfteoffensive Landkreis Verden, kooperieren in dem Modellprojekt bislang die Firmen Block Transformatoren-Elektronik, Gundlack Automation, Klöckner Desma Schuhmaschinen und Elektro Meinken mit den Berufsbildenden Schulen.

„Normalerweise absolvieren Schüler in der einjährigen Berufsfachschule Elektrotechnik zwei kurze Firmenpraktika und erlernen in der übrigen Zeit an den BBS fachtheoretische und -praktische Grundlagen rund um das Berufsbild des Elektronikers. In der dual-kooperativen Berufsfachschule Elektrotechnik wird der praktische Anteil deutlich erhöht und zwar auf drei Wochentage das ganze Schuljahr lang“, erklärt Marita Schülbe von der Fachkräfteoffensive.

Schüler könnten so einen intensiven Einblick in die betriebliche Praxis und in die Ausbildungsberufe der Elektrotechnik gewinnen. Ein weiterer Vorteil: Im Verlauf des Berufsschuljahres lernen sie nicht nur ein Unternehmen und einen Ausbildungsberuf kennen, sondern mindestens drei regionale Firmen und unterschiedliche Tätigkeiten.

„Auf diese Weise können sich die Jugendlichen ein vollständigeres Bild von dem Berufsfeld machen“, so die Projektleiterin. Denn die Branche habe verschiedene Ausbildungsberufe zu bieten: Elektroniker für Automatisierungstechnik, für Betriebstechnik, für Energie- und Gebäudetechnik oder die zweijährige Ausbildung zum Industrieelektriker. „Fast niemand, der von der Schule kommt, wird eine Vorstellung davon haben, was sich hinter den Berufsbezeichnungen verbirgt“, so der Tenor unter den Kooperationspartnern.

Abbruch der

Ausbildung vorbeugen

Da könne es schon mal zu einem Abbruch der Ausbildung kommen. Wer indes die neue Berufsfachschule erfolgreich durchlaufen hat, werde eine genaue Vorstellung vom Berufsbild haben. Schließlich sei ein Jahr Gelegenheit gehabt, sich fachliche Kenntnisse anzueignen, Anforderungen kennenzulernen und Fähigkeiten zu erproben.

Auch den teilnehmenden Firmen biete das Modell Vorteile: „Die Betriebe lernen ihre Praktikanten intensiv kennen, können Stärken fördern und sie mit betrieblichen Abläufen vertraut machen.“ Entschieden sich Unternehmen und Praktikanten dann für einen Vertrag, sei der Azubi optimal vorbereitet.

Die Gefahr eines Ausbildungsabbruchs sinke, während die Chance auf einen erfolgreichen Abschluss steige. Die beteiligten Unternehmen stellen für die Pilotphase des Projekts jeweils bis zu zwei Plätzen zur Verfügung. Interessierte junge Leute können sich dafür bewerben und ein Auswahlgremium aus BBS-Lehrkräften und Ausbildungsverantwortlichen entscheidet über die Vergabe. Die ersten sechs Plätze in dem Projekt, an dem sich weitere Ausbildungsbetriebe aus dem Kreisgebiet beteiligen können, sind bereits besetzt. Die Pilotphase läuft bis zum Ende des Schuljahres, danach werden die Erfahrungen mit dem Modell ausgewertet.

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