Konzertreise im Weltall

Das Orchester im Treppenhaus und die Synchronsprecher Marcus Off und Tobias Kluckert inszenierten eine beeindruckende Reise ins All. Foto: haubrock-kriedel

Das wahr ein ungewöhnlicher Hörgenuss: Mit Schlafmaske und Liegestuhl ins All, so erlebten die Besucher das Konzert der Niedersächsischen Musiktage in der Kreissparkasse Verden. Ein musikalisches Live-Hörspiel mit dem Orchester im Treppenhaus in der Kreissparkasse.

VON ANTJE HAUBROCK-KRIEDEL

Verden – Es war ein so noch nie da gewesenes Konzerterlebnis, zu dem die Stiftung der Kreissparkasse Verden und die Niedersächsische Sparkassenstiftung am Mittwochabend im Rahmen der Niedersächsischen Musiktage eingeladen hatten. In der Schalterhalle des Geldinstituts nahm das Orchester im Treppenhaus unter der Leitung von Thomas Posth die mit Schlafmaske ausgestatteten und bequem im Liegestuhl sitzenden Besucher mit zu einem „Blindflug ins All“. In einer Mischung aus Hörspiel und Konzert erlebten die Gäste den Flug der sowjetischen „Woshod 2“ mit dem dramatischen Weltraumspaziergang des ersten Menschen im All, Alexei Leonow.

„Mut“ lautet das Motto der Niedersächsichen Musiktage. Ein bisschen Mut brauchten auch die Konzertbesucher, um sich auf dieses besondere Hörerlebnis einzulassen. Die Schlafmasken wurden noch im Vorraum aufgesetzt. Blind wurden die Gäste dann zu den Liegestühlen geführt. In entspannter Position hatten sie so einige Minuten Zeit, sich auf das Kommende einzustimmen.

Dann ertönten Sphärenklänge und die beiden Synchronsprecher Marcus Off und Tobias Kluckert begannen das Raumabenteuer zu erzählen. Im März 1965, als der Wettlauf zum Mond zwischen den USA und der Sowjetunion seinem Höhepunkt zustrebte, starteten die sowjetischen Kosmonauten Pawel Beljajew und Alexei Leonow ins All. Leonow sollte der erste Mensch werden, der die schützende Hülle seines Raumschiffs verlässt. Den beiden Sprechern gelang es mit ausdrucksstarken Dialogen sofort, das Publikum in die Szenerie zu ziehen.

Ein kraftvoll intonierter Start des Raumschiffs

Der musikalisch kraftvoll intonierte Start des Raumschiffs war geradezu körperlich zu spüren. Die Gäste nahmen Teil an den Zweifeln an der Mission, stellten sich den überwältigenden Blick auf die Erde vor und fieberten den Vorbereitungen zum Weltraumspaziergang entgegen.

Jede Phase des Abenteuers wurde von dem hervorragenden 17-köpfigen Ensemble aus Streichern, Bläsern, Klavier und Schlagwerk passend und intensiv intoniert. Das musikalische Spektrum war breit gefächert und reichte von flächig-atmosphärischen Klängen über sehnsüchtige Romantik bis hin zu Pop- und Rockreminiszenzen.

Gespielt wurden Werke von Marko Nikodijevic, Gustav Mahler, Johann Strauss und weiteren. Dank der Schlafmaske erlebten die Gäste das Gehörte tatsächlich viel intensiver, als es ohne der Fall gewesen wäre. Den dramatischen Höhepunkt erreichte der Abend, als sich der Raumanzug von Alexei Leonow während des Raumspaziergangs aufgrund des fehlenden Gegendrucks immer weiter aufblähte und er nicht mehr durch die Luftschleuse passte.

Es sah aus, als müsste er im All zurückbleiben. Buchstäblich in letzter Minute gelang ihm die Rückkehr in die Raumkapsel.

Auch bei der Rückkehr zur Erde gab es Probleme, sodass die beiden Kosmonauten mit der Kapsel bei minus 15 Grad in einer unwirtlichen Gegend im Ural landeten. Nach dem überstandenen Raumabenteuer drohte ihnen nun der Erfrierungstod.

Doch dann hören sie Hubschraubergeräusche – und Licht dringt durch die Schlafmasken. „Hier sind wir, nehmt eure Schlafmasken ab“, rufen die Kosmonauten. Dass diese Aufforderung auch an das Publikum gerichtet war, merken einige der versunkenen Zuhörer zunächst gar nicht.

Wieder sehend, bedankten sich die Gäste mit lang anhaltendem Applaus für dieses einmalige Hör- und Musikerlebnis. „Wirklich ganz toll“, „beeindruckend“, waren Kommentare, die an diesem Abend immer wieder zu hören waren.

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