Auftakt zum integrierten Klimaschutzkonzept / Erste Ergebnisse vorgestellt

Ein Konzept zum Mitmachen

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Annabell Methler und David Sommer stellten erste Ergebnisse der Datenanalyse vor.

Verden - Mit der öffentlichen Auftaktveranstaltung am Montagabend im Rathaus wurde der erste Schritt zur Erstellung eines integrierten Klimaschutzkonzeptes für die Stadt Verden getan. Bürgermeister Lutz Brockmann zeigte sich erfreut über die große Resonanz.

„Alle Menschen, die man braucht, um den Klimaschutz voranzutreiben, sind hier“, sagte er. Im Foyer des Rathauses gab es zudem einen Markt der Möglichkeiten, wo die Schornsteinfegerinnung, das Norddeutsche Zentrum für Nachhaltiges Bauen, die Stadtwerke sowie die Energieberatung der Verbraucherzentrale mit Infoständen vertreten waren.

Zunächst hielt Jens Tanneberg vom Klimahaus Bremerhaven einen Impulsvortrag. Unter dem Titel „Keine Zeit für Pessimismus – mit Klimaschutz Zukunft nachhaltig gestalten“, zeigte er die Herausforderungen auf, denen sich die Menschheit stellen muss. Als Folgen der Erderwärmung für Niedersachsen nannte er die Zunahme der Durchschnittstemperatur bis 2100 um 2,6 Grad, die Zunahme der Extremwetterereignisse mit Starkregen und Überflutungen, die extreme Abnahme von Schnee- und Eistagen im Winter sowie die Zunahme von Sommer und Hitzetagen.

Die Entscheidungsträger in Politik und Wirtschaft forderte er auf, zu bedenken, dass Klimaschutz nur ein Teil der notwendigen Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft hin zu einer nachhaltigen Zukunft ist. Daher sollten auch die Felder Produktion und Mobilität, Landwirtschaft und Ernährung, Biodiversität und Ressourcenschutz sowie Bildung, soziale Gerechtigkeit und kulturelle Vielfalt in die Planungen einbezogen werden. „Entwickeln Sie gemeinsam mit möglichst vielen Anspruchsgruppen erreichbare und dennoch optimistische Ziele“, lautete die Empfehlung des Klimaexperten. Den Bürgerinnen und Bürgern riet er, sich zu beteiligen und einzumischen. „Fangen sie einfach an, eigene nachhaltige Vorhaben zu planen und umzusetzen.“

Energielenker stellen Klimaschutzkonzept vor

Anschließend stellten Annabell Methler und David Sommer von der Energielenker Beratungs GmbH das Klimaschutzkonzept vor und präsentierten erste Ergebnisse der Datenerhebung und ihrer Analyse. Laut der Ergebnisse der Energie- und Treibhausgasbilanz hat der Sektor Wirtschaft in Verden 2016 einen Anteil von 38 Prozent am Endenergieverbrauch. Auf private Haushalte entfallen 36 Prozent, der Verkehr schlägt mit 25 Prozent zu Buche. Auf kommunale Einrichtungen entfällt ein Anteil von einem Prozent.

Die Ergebnisse, aufgeschlüsselt nach Energieträgern, weisen für 2016 einen Endenergieverbrauch von 58 Prozent an Brennstoff, 25 Prozent Kraftstoff und 17 Prozent Strom aus. Der Anteil der erneuerbaren Energien am Stromverbrauch lag in Verden 2015 bei 15 Prozent, wogegen er im selben Jahr in Deutschland 30 Prozent betrug. Bei den Treibhausgasemissionswerten in Verden hat Brennstoff einen Anteil von 42 Prozent, Strom von 34 Prozent. Kraftstoff liegt bei 24 Prozent.

Die Energie- und Treibhausgasbilanz weist 2015 in Deutschland eine Emission von 11,6 Tonnen CO2 pro Einwohner aus, Verden liegt mit 11,7 Tonnen CO2 pro Einwohner genau im Durchschnitt.

„Ein Konzept zum Mitmachen“

Nachdem die Datenerhebung und -analyse abgeschlossen ist, folgt die Maßnahmenentwicklung mit Bürgerbeteiligung und schließlich die Vorbereitung der Umsetzung. „Ein Konzept zum Mitmachen“, betonten Methler und Sommer.

So hatten die Anwesenden gegen Ende der Veranstaltung noch die Möglichkeit, sich Gedanken zu den Themen der geplanten Workshops zu machen. Auf das größte Interesse stießen unter anderem: Erneuerbare Energien für den Eigenbedarf, Energieberatung, energetische Sanierung, Wegenetze für den Radverkehr, Ausbau von E-Tankstellen, Car-Sharing sowie der Schutz des Grundwassers.

Der erste Workshop zum Thema Mobilität und Verkehr findet am 9. November, ab 19 Uhr, im Ratssaal statt. Am 15. November, ab 19 Uhr, folgt der erste Workshop zu einem frei gewählten Thema. Weitere Infos demnächst unter www.verden.de/Leben in Verden/Klimaschutz. 

ahk

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