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Neue Parkautomaten: Kontrolle per App statt Knöllchen

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Von: Markus Wienken

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Automat mit Solarbetrieb und App: Dieter Schiemann vom städtischen Betriebshof (l.) und Jörg Kahls von Flowbird tauschen die alten Säulen aus.
Automat mit Solarbetrieb und App: Dieter Schiemann vom städtischen Betriebshof (l.) und Jörg Kahls von Flowbird tauschen die alten Säulen aus. © Markus Wienken

Schlank, modern und praktisch: Die neuen Parksäulen in Verden lassen sich per App auf dem Handy bedienen. Wenn alle Säulen stehen, wird die Technik scharf geschaltet....

Verden – Parken in Verdens Innenstadt, ein Fünkchen Hoffnung, dass die Gebühr entfällt, weil der Automat streikt, schwebte immer mit. Die Zeiten sind vorbei. Die Stadt kommt jetzt mit modernster Technik auf ihre Kosten, holt sich das Geld in bar oder – noch einfacher – per App auf dem Handy. Insgesamt sieben Säulen stellt das Ordnungsamt auf. Kosten: circa 30 .000 Euro.

Neue Parkautomaten in Verden: Sieben Säulen für circa 30.000 Euro

Ordentlich ruckeln, ein bisschen stemmen, dann ziehen, und die alte Säule an der Claus-Ruge-Straße gibt nach, landet auf dem Pickup. Dieter Schiemann, Mitarbeiter des städtischen Betriebshofes, kümmert sich um die Entsorgung. „Weggeworfen wird hier aber nichts“, betont Schiemann. Derweil macht sich Jörg Kahls von der Firma Flowbird bereits an dem Nachfolgermodell zu schaffen. Die Säule, von der Statur deutlich schlanker, ist von der Technik her ihrer Vorgängerin trotzdem überlegen, auch wenn der Inhalt übersichtlich scheint. Circa eine Stunde braucht das Duo Kahls / Schiemann. Die Zeit drängt schließlich, weil bereits die ersten Kunden den Automat bedienen wollen. „Gleich geht’s los“, vertröstet Schiemann eine Kundin, die ihr Münzgeld loswerden will.

Parksäulen in Verden: Münzgeld wird auch weiterhin möglich sein

Doch der Automat kann noch mehr, er denkt sogar ein bisschen mit: „Münzgeld wird auch weiterhin möglich sein, doch wenn alle Automaten stehen, die Technik frei geschaltet wird, geht es noch sehr viel einfacher und auch bequemer“, sagt Patrick Düsselbach vom städtischen Ordnungsamt. Und zwar mit einem Mobiltelefon, darauf eine entsprechende App laden und dann bequem die Zeit eingeben, auch so soll künftig geparkt werden.

Parksäulen in Verden: Nach Freisschaltung bequem die Parkzeit per App aufstocken

Die Handy-App regele den kompletten Ablauf, bargeldlos werde die Gebühr abgebucht und lande dann komplett bei der Stadt. Hat sich der Kunde eingeloggt, lässt er sein Auto auf dem Parkplatz zurück, die App hält ihn über die Parkzeit auf dem aktuellen Stand. Droht die Zeit abzulaufen, kann bequem aus der Ferne mit dem Smartphone nachgeladen werden und man läuft nicht Gefahr, möglicherweise ein Knöllchen zu kassieren. Ob bezahlt wurde oder nicht, die Ordnungshüter können per Scan des jeweiligen Nummernschilds nachvollziehen, inwieweit der Kunde seiner Pflicht nachgekommen ist. „Das Programm ist bereits installiert und soll, wenn alle Säulen betriebsbereit sind, in wenigen Tagen scharf gestellt werden“, so Düsselbach.

Parken in der Verdener Innenstadt: Die Brötchentaste bleibt

Neue Technik, aber der Preis für die Parkkunden bleibt trotz der Anschaffung unverändert. Wer schnell ist und unter der Zeit von 15 Minuten zurück in seinem Auto ist, für den ist es weiterhin sogar kostenlos, wenn er die Brötchentaste drückt. Darüber hinaus kostet die Doppelstunde 50 Cent. Angetrieben werden die Säulen mit Solartechnik. Gut, dass gestern die Sonne schien? Egal, was für Wetter, die Stadt kommt trotzdem an ihre Gebühren. „Die Geräte laufen auch, wenn’s mal länger trübe bleibt. Dafür sorgt eine leistungsfähige Batterie“, versichert Düsselbach.

Insgesamt sieben Säulen lässt die Stadt austauschen:

• Große Straße, vor der Commerzbank;

• Claus-Ruge-Straße, Höhe Verdener Aller-Zeitung;

• Johanniswall, Amtsgericht;

• Andreasstraße, Parkplatz vor der Kirche;

• Anita-Augspurg-Platz;

• Untere Straße;

• Wohnmobilparkplatz.

Jährlich circa 150.000 Euro Parkgebühren

Der Wechsel zu den modernen Säulen ist nicht nur aus Servicegründen unausweichlich. 13 alte Parksäulen stehen verteilt über die gesamte Innenstadt. „Vier davon sind defekt und irreparabel“, so Düsselbach. „Und es werden immer mehr, die schwächeln, zumal es an Ersatzteilen mangelt.“ Auch deshalb, da passt der Betriebshof beim Abbau auf, werden die alten Säulen nicht ungeprüft entsorgt. „Da, wo Bauteile noch funktionieren, wird ausgebaut und bei Bedarf woanders eingebaut“, erklärt Düsselbach. Der dauerhafte und zuverlässige Einsatz aller Säulen lohnt sich: Immerhin plant die Stadt jährlich mit Parkgebühren von circa  150. 000 Euro.

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