IHK Stade: Unternehmen sehen in Wirtschaftspolitik größtes Geschäftsrisiko

Konjunkturmotor läuft noch

Insgesamt ist die Stimmung positiv, aber die Kurve ist flacher, als die Lage vermuten lassen würde.

Landkreis - Durchweg zufrieden sind die Unternehmen im Elbe-Weser-Raum mit dem ersten Quartal des Jahres. Das zeigt die aktuelle Konjunkturumfrage der IHK Stade. 89 Prozent der Betriebe bewerten ihre Geschäftslage als gut oder befriedigend. Die Baubranche profitiert von der gestiegenen Nachfrage im sozialen Wohnungsbau. In der Industrie schwächt sich jedoch die Euphorie aus dem Vorquartal etwas ab.

Vier von zehn Industrieunternehmen beurteilen ihre Geschäfte als positiv, nur 13 Prozent sind unzufrieden. „Der Handel meldet Umsatzsteigerungen. Die Dienstleistungsbranche allerdings kämpft weiter mit zunehmenden Reglementierungen und Markteingriffen durch den Staat. Doch auch andere Branchen sind von den Diskussionen um Leiharbeit und Werkverträge betroffen.

Wieder einmal schaffen es die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen bei den Nennungen zu den Geschäftsrisiken an die traurige Spitze: 43 Prozent der 235 Unternehmen, die an der Umfrage teilgenommen haben, sehen hier das größte Gefährdungspotenzial für ihre Geschäfte, für 42 Prozent ist es der Fachkräftemangel, und 40 Prozent befürchten steigende Arbeitskosten.

56 Prozent der regionalen Betriebe bewerten den Zugang zur externen Finanzierung als gut, 23 Prozent als befriedigend und nur sechs Prozent als schlecht. „Der Geldhahn ist für die Unter-nehmen weit aufgedreht“, sagt IHK-Volkswirtin Katharina Zalewski. 14 Prozent waren nicht auf eine zusätzliche Finanzierung angewiesen. Im Vorjahr verzichteten noch 21 Prozent auf externe Geldmittel. Die wenigen Betriebe, die einen schlechten oder keinen Zugang zur Fremdfinanzierung hatten, wiesen vor allem Probleme bei den Sicherheiten (57 Prozent) und beim eigenen Finanzierungsanteil (32 Prozent) auf.

Während die Investitionsabsichten in den vergangenen Quartalen moderat anstiegen, fand der Entwicklungstrend im ersten Quartal 2016 ein jähes Ende. Nur noch 18 Prozent (Vorquartal: 23 Prozent, Vorjahr: 28 Prozent) der Unternehmen planen, ihre Investitionsausgaben in den kommenden zwölf Monaten zu erhöhen, 15 Prozent (Vorquartal: 16 Prozent, Vorjahr: 14 Prozent) wollen Einsparungen vornehmen.

„Besonders bei den Investitionen zeigt sich, was gute Rahmenbedingungen bewirken könnten“, so Zalewski. „Die Politik wünscht sich eine höhere Investitionstätigkeit der Unternehmen, gleichzeitig sind gerade im Bereich der Förderung die Regularien so hoch, dass vor allem kleinere Betriebe schon die Antragstellung scheuen.“

Die allgemeinen Erwartungen geben darüber hinaus keinen Anlass zur Euphorie. 23 Prozent der regionalen Unternehmen erwarten einen eher günstigeren Verlauf, 20 Prozent einen ungünstigeren. Die Beschäftigtenpläne bleiben deshalb stabil. Fast drei Viertel der Betriebe planen keine Änderungen ihres Personalbestands. Gleichzeitig bleiben die Zahlen auf dem Arbeitsmarkt stabil und überdurchschnittlich gut.

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