NieKE-Landesinitiative Ernährungswirtschaft tagt in Verden

Konflikte im Umwelt- und Tierschutz

Diskutierten über die Zukunft der Schweinehaltung (v.l.): Eckard Koch, VzF, Doris Schröder NieKE, Dr. Conrad Welp, VzF, Dr. Jens Schap, EU-Kommission-DG Agri, Dr. Ludger Breloh, Rewe-Group und Heiko Plate, VzF. - Foto: Nieke

Landkreis - Die NieKE-Landesinitiative Ernährungswirtschaft aus Vechta und Uelzen sowie die Erzeugergemeinschaften der VzF GmbH führten eine gemeinsame Vortragsveranstaltung unter dem Titel „Globalisierung und Regionalität – Wege für die Zukunft?“ im Niedersachsenhof in Verden durch. Die Zukunft der Schweineproduktion sei derzeit nicht einfach zu prognostizieren, da zahlreiche, sich verändernde Einflussfaktoren berücksichtigt werden müssten, hieß es dazu.

Beispielsweise bestehen Zielkonflikte im Umwelt- und Tierschutz. So haben das Gutachten des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung „Wege zu einer gesellschaftlich akzeptierten Nutztierhaltung“, die Novellierung des Baugesetzbuches, Filtererlasse in einigen Bundesländern und die anstehende Novellierung der Düngeverordnung zu erheblicher Verunsicherung bei den schweinehaltenden Landwirten geführt. Neben der Planungsunsicherheit bedeutet das erhöhte Kosten in der Produktion sowie gesteigerten Arbeitsaufwand. Wie muss der Schweinestall der Zukunft unter den gesetzli-chen Maßgaben aussehen und mit welchen Strategien können die Akteure in Zeiten niedriger Preise im Schweinesektor auf die Herausforderungen reagieren? Diese und weitere Fragen wurden auf der Vortragstagung diskutiert.

Die Schweineproduktion in der Welt und die Einschätzung der Folgen für die deutsche Schweineproduktion und mögliche Handlungsempfehlungen wurden betrachtet. Dazu referierte Herr Dr. Jens Schaps, Direktor der European Commission, DG Agri-Single Market Organisation aus Brüssel. In seinem Vortrag ging er auf die Veränderungen der weltweiten Schweineproduktion ein und kam zu dem Schluss, dass Europa ein leistungsfähiger Standort in der Schweineproduktion ist und bleibt. Da der Binnenmarkt in der Zukunft wenig wachsen wird, seien Drittlandsimporte wichtig für Wachstumsimpulse. Dabei bestimme ein professionelles Qualitäts-, Tierschutz- und Umweltmanagement wesentlich den Erfolg der nächsten Jahre.

Ein weiterer wichtiger Einflussfaktor, der in der Veranstaltung thematisiert wurde, betrifft die Anforderungen, die seitens des Lebensmitteleinzelhandels an die künftige Schweineproduktion gestellt werden und in die Entscheidungen der Betriebsleiter einfließen. Aus Sicht der Rewe Group berichtete hierzu Dr. Ludger Breloh, Bereichsleiter Grüne Produktion aus Köln. Die Rewe-Group habe im Bereich grüne Produkte einige Leitlinien und ein Leitbild entwickelt, so eine zu Soja als Futtermittel und eine andere zur Nutztierhaltung in der Zukunft, die durch Projekte mit der Land- und Ernährungswirtschaft umgesetzt werden.

Für eine nachhaltigere Erzeugung tierischer Lebensmittel wurde eine NRW-Erklärung zum „Verzicht auf das routinemäßige Schwänzekürzen bei Schweinen“ zwischen den Landwirtschaftsverbänden in NRW und dem Landwirtschaftsministerium in diesem Bundesland geschlossen.

Abschließend zeigte der VzF als Beratungs- und Vermarktungsunternehmen Wege für die Zukunft auf. Dr. Conrad Welp, Vorsitzender der Geschäftsführung der VzF GmbH, ging auf die weltweite Konkurrenz sowie die Themen Tierwohl und Regionalität ein. Dr. Welp stellte die biologisch technischen Fortschritte in der Schweinehaltung dar, die auch zum Wohlstand in Deutschland beigetragen hätten. Die Branche selbst müsse sich auf einen klaren Weg in die Zukunft verständigen, wohin sie gehen wolle und wofür sie stehe.

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