Konflikt mit der Kreissparkasse Verden geht in die nächste Runde

Auch das Angebot der Notbremse nimmt Rüdiger Meyer nicht an

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Rüdiger Meyer hat vor der KSK einen Stammplatz.

Verden - Ob Amtsgericht, Landgericht oder Staatsanwaltschaft – der Streit zwischen Rüdiger Meyer aus Kirchlinteln und der Kreissparkasse Verden beschert der Justiz reichlich Arbeit. Deshalb startete die Vorsitzende Richterin der 4. Zivilkammer des Landgerichts Verden, Heidrun Bischoff, die jüngste Verhandlung mit einem Appell an beide Parteien. Diese mögen doch über eine Mediation nachdenken, denn der Konflikt schade beiden Seiten.

„Wir fürchten, es ist nicht das letzte Verfahren“, erklärte die Vorsitzende. „Halten sie es nicht für sinnvoll, die Gesamtangelegenheit zu klären?“ Die Frage richtete sie an beide Parteien und zog einen Vergleich mit der Konflikttreppe nach Friedrich Glasl. Das Modell zur Analyse von Konflikten beinhaltet neun Stufen.

Stufe sechs steht für „Drohstrategien“ und sieben für „begrenzte Vernichtungsschläge“. Es folgen acht „Zersplitterung“ und neun „Gemeinsam in den Abgrund“. „Ich stufe sie derzeit auf die Konfliktstufe 6 bis 7 ein“, so die Juristin. Wollen sie nicht vielleicht die Notbremse ziehen?“, fragte Bischoff und schlug eine Mediation vor.

„Grundsätzlich begrüße ich jeden Versuch der gütlichen Einigung“, betonte Meyers Anwalt, Gotthard Brand aus Kassel. Doch die Ursache liege in der Streitfrage Akkreditiv. Meyer wirft der Kreissparkasse vor, dabei gravierende Fehler gemacht zu haben, weshalb ein Auslandsgeschäft scheiterte und sein Unternehmen Viak insolvent wurde. Wenn in diesem Punkt Klarheit herrsche, dann sei man vielleicht zu einer Mediation bereit, so Brand.

„Niemand würde das mehr begrüßen als die Kreissparkasse“, sagte der Verdener Rechtsanwalt Dr. Burkart Fischer zum Vorschlag der gütlichen Einigung. Gemeinsam mit seinem Kollegen Dr. Falk-Rembert von Eickstedt vertritt er die Kreissparkasse. Zum „Grundkonflikt“, erklärte Fischer nur knapp: „Das Geschäft macht nicht die Kreissparkasse, die finanziert nur.“ „Das alles hier bringt sie keinen Schritt voran“, gab er Meyer zu bedenken. Statt als „schwarzer Mann“ vor der Hauptstelle zu stehen, solle dieser sich besser um den jetzt neuen Lebensabschnitt kümmern.

Das Bemühen der Vorsitzenden um eine gütliche Einigung war groß, die Minen Meyers und des Vertreters der Kreissparkasse jedoch eher finster. Somit ging es dann um die aktuelle Klage, mit der Meyer Auskünfte über zwei seiner Girokonten und sieben Darlehensverträge forderte. Das Datenmaterial benötige er, um die Schadensersatzforderungen beziffern zu können, erklärte Meyers Anwalt. Knapp zwei Stunden später war dieser Punkt erledigt, denn die Auskünfte sind bereits erteilt worden. Meyers Anwalt bezweifelt jedoch die Richtigkeit der Auskünfte. Das sei rechtlich eine andere Frage, erklärte die Vorsitzende.

Ein zweiter Punkt betraf die Erlösverteilung aus der Zwangsversteigerung eines Grundstücks in Rieda. In diesem konkreten Fall dürfte man mit dieser Frage juristisches Neuland betreten, so die derzeitige Einschätzung der Kammer. Die Beklagtenseite übergab dem Gericht und dem Kläger eine Kopie des betreffenden Darlehensvertrages, und damit war gleich das nächste Streitfass aufgemacht. Das sei nicht der Vertrag, wie er ihn damals unterschrieben habe, behauptete Meyer nach der Sitzung gegenüber unserer Zeitung.

In der verhandelten Klage will das Gericht am 10. Juli eine Entscheidung verkünden.

wb

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