Kompetenzen zusammengelegt

Das WSA Verden ist Geschichte: WSA Weser startet

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Henning Buchholz in seinem neuen Büro an der Hohen Leuchte in Verden. 

Verden - Es war Henning Buchholz’ erster Tag in Verden: Seit Montag dieser Woche ist der 59-Jährige der Leiter des neuen, kürzlich eröffneten Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts (WSA) Weser. Das geht aus den Ämtern Hannoversch Münden und Verden hervor, die allerdings beide als separate Standorte erhalten bleiben. Zuvor arbeitete Buchholz 17 Jahre lang als Amtsleiter des WSA Minden.

Unter dem neuen Namen WSA Weser stehen rund 400 Mitarbeiter, die nun für den Bau, die Unterhaltung und den Betrieb der Bundeswasserstraßen Fulda, Werra, Aller, Leine und für die 354 Kilometer der Weser, bis an die Landesgrenze Niedersachsen/Bremen, zuständig sind. Darüber hinaus ist das neue Amt verantwortlich für die Bewirtschaftung der Diemeltal- und der Edertalsperre. „Damit kommt dem WSA Weser ein Alleinstellungsmerkmal zu. Mit der Verantwortung für die gesamte Ober- und Mittelweser bis Bremen wird die Schifffahrt ab sofort alle Informationen aus einer Hand erhalten“, so der Präsident der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt, Prof. Dr.-Ing. Hans-Heinrich Witte. Das WSA Weser ist das achte neu strukturierte Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt, das jetzt im Rahmen der Ämterreform gestartet ist.

„Der Haushaltsausschuss im Bundestag hatte die Reform schon vor vielen Jahren angemahnt“, erläutert Henning Buchholz im Pressegespräch. Im Vergleich zu anderen Bundesbehörden, wie beispielsweise der Bundeswehr, die rund alle fünf Jahre eine Umstrukturierung vornimmt, hinkte die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) des Bundes etwas hinterher. „Die letzte Reform wurde Mitte der 70er-Jahre durchgeführt“, berichtet der Leiter des WSA Weser.

Ein weiterer Faktor, der für eine Reform sprach, war der starke Stellenabbau beim WSV seit den 90er-Jahren. „Von anfänglichen 19 000 Stellen war die Bundesbehörde nach wenigen Jahren bei 12 000 angelangt“, erklärt Buchholz weiter. Durch diese vielen Streichungen waren einige Strukturen, so wie es sie vor der Wiedervereinigung Deutschlands gab, nicht mehr arbeitsfähig. Folglich entschied man sich, Synergien zu bündeln und die Verwaltung neu zu strukturieren. „Die Leute waren durch die Streichungen ja quasi eh schon weg.“

Das Bundesverkehrsministerium startete das Programm für diese Reform. „In einem ersten Schritt wurden alle Mittelbehörden zu einer zusammengefasst. Der Prozess, der dafür angewendet wurde, nennt sich Top-Down“, so Buchholz. Relativ schnell stellte sich jedoch heraus, dass das die falsche Herangehensweise war. „Es hat überhaupt nicht gut funktioniert. Deswegen entschied man sich in einem nächsten Schritt, die Beschäftigten, anders als beim Top-Down-Prinzip, zu beteiligen“, erläutert der 59-Jährige.

Mithilfe des Button-Up-Prinzips erarbeiteten also über zwei Jahre hinweg die alten, bundesweit 39 Ämter selbstständig – natürlich unter einigen Regularien und Vorgaben – Strukturen für die bevorstehende Reform, am Ende derer insgesamt nur 17 Ämter stehen sollen. „Und genau mit der, wie sie in langer Kooperation entwickelt wurde, sind wir nun 2019 gestartet“, so Buchholz. „Die Arbeit fängt im Grunde aber gerade erst an. Wir müssen die erarbeitete Struktur auch leben, die Aufgaben müssen erledigt werden.“

Zu denen zähle unter anderem die Stabilisierung und Weiterentwicklung des Systems Schiff/ Wasserstraße auf der Mittelweser. Auch bezüglich der Nebenwasserstraßen kommen neue wichtige Aufgaben auf das WSA Weser zu, zum Beispiel im Zusammenhang mit dem Blauen Band Deutschland.

„Die innere Umstrukturierung wird in fünf Jahren abgeschlossen sein“, erklärt Buchholz. Das hängt mit der Altersstruktur im Amt zusammen. „Vor der Reform hat der damalige Verkehrsminister, Dr. Peter Ramsauer, allen Mitarbeitern eine Sozialgarantie ausgesprochen.“ Das bedeutet, dass trotz der Umstellung niemand entweder weniger Gehalt bekommt oder von jetzt auf gleich umziehen muss. „Die Mitarbeiter übernehmen eine Tätigkeit von einem anderen Standort, sie bleiben aber da, wo sie vorher gearbeitet haben. Davon betroffen sind in etwa 30 Prozent der in Verden und Hannoversch Münden Angestellten. In fünf Jahren werden es nur noch zwei sein.“

„Der neue und größere Zuständigkeitsbereich ermöglicht uns einen gesamtheitlichen Blick auf die Mittel- und Oberweser. In unserem neuen WSA Weser bündeln wir Kompetenzen und Zuständigkeiten. Ich freue mich, dass die Beschäftigten intensiv an der Neustrukturierung mitgearbeitet haben“, fasst Buchholz abschließend zusammen.

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