Brockmann und Richter optimistisch

Kampf um Bürgermeister-Posten: Es kommt zur Stichwahl

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Auch die SPD mit Lutz Brockmann (r.) freute sich über das Ergebnis

Verden - Von Katrin Preuss. Der Wähler hat gesprochen. Entschieden hat er allerdings noch nicht, wer denn für die nächsten sieben Jahren ins Büro des Bürgermeisters einzieht. Klar ist nur: Der unabhängige Bewerber Hermann Dittmers (9,72 Prozent) und Kai Rosebrock (6,47 Prozent), Kandidat der Freien Wähler, sind es nicht.

Das Rennen um den Posten werden Amtsinhaber Lutz Brockmann (SPD) mit 47,31 Prozent und sein Herausforderer Jens Richter (CDU), der 36,51 Prozent der Stimmen holte, unter sich ausmachen.

Während Hermann Dittmers für eine Stellungnahme nicht zu erreichen war, waren seine drei Konkurrenten Sonntag umso auskunftsfreundlicher.

Brockmann und Richter zeigten sich nach Bekanntgabe der letzten Schnellmeldung zufrieden mit den Ergebnissen. „Wir haben nicht nur gegen einen SPD-Bürgermeister gekämpft, sondern auch gegen die Grünen“, kommentierte Richter sein Abschneiden.

Seine 4752 Stimmen betrachte er als „eine gute Ausgangsposition“, sagte der Christdemokrat. Nun gelte es, eine Strategie zu erarbeiten, die beim zweiten Wahlgang auch die Rosebrock- und Dittmers-Wähler überzeuge. Bei Themen wie Stadtentwicklung und Trinkwasserschutz müsse er noch pointierter werden, sagte Richter und bezog die auch auf Großprojekte, „die hier finanziell völlig aus dem Ruder laufen“.

Gute Stimmung bei der CDU um Jens Richter. als

Er sei sehr guter Stimmung, gab Lutz Brockmann Auskunft. Er freue sich über den Vorsprung gegenüber Jens Richter. Über 1400 Stimmen mehr seien „ein deutlich erkennbarer Wählerwille“, sagte der Bürgermeister.

Er hoffe jetzt erst einmal auf eine wahlkampffreie Domweih, erklärte er. Danach sei es entscheidend, die Bürger zu mobilisieren, ein zweites Mal zur Wahl zu gehen. Dem Ausgang dieses Stechens schaut er zuversichtlich entgegen. Offenbar rechnet Brockmann dabei auch mit Stimmen aus dem Dittmers-Lager. Zumindest habe er zu dem unabhängigen Bewerber eine große Nähe empfunden.

Ob er seinen Wählern für die Stichwahl eine Empfehlung geben werde, stand für Kai Rosebrock Sonntagnacht noch nicht fest. Er werde jetzt zunächst einmal Gespräche mit Jens Richter und Lutz Brockmann führen und sich dann entscheiden.

Freie Wähler feiern „Riesenerfolg für eine so kleine Partei“

Der Kandidat der Freien Wähler holte Sonntag 842 Stimmen. „Das ist ein Riesenerfolg für eine so kleine Partei“, freute sich der 27-Jährige, der dies als eine Teamleistung wertete. „Ich freue mich mit diesem Ergebnis im Rücken auf die Kommunalwahlen.“

Doch nicht nur vom eigenen Erfolg zeigte sich der Freie Wähler überrascht, sondern auch davon, dass der amtierende Bürgermeister Sonntag nicht die absolute Mehrheit holte. Er sei fest davon überzeugt gewesen, dass Brockmann es im ersten Wahlgang schaffe, bekannte Rosebrock.

Die Wahlhelfer in Eissel hatten Sonntagabend ihre Stimmen als erste ausgezahlt. Hier lag Richter mit 44,74 Prozent der Stimmen vor Brockmann (35,96 Prozent). Diese Mehrheit sollte der Herausforderer aber schon bald wieder verlieren.

2011 mit 61 Prozent der Stimmen gewählt

Stattdessen baute nun Brockmann seinen Vorsprung aus. Für die nötige absolute Mehrheit reichte es aber auch bei ihm am Ende nicht. Anders als 2011, als er mit gut 61 Prozent der Stimmen in seinem Amt bestätigt worden war. Damals hatte es nur einen Gegenkandidaten gegeben: Dr. Heinrich Klopp von der CDU.

Mit 60,95 Prozent lag die Wahlbeteiligung Sonntag um eines höher. 55,6 Prozent hatten vor knapp acht Jahren von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht. Obwohl es seinerzeit auch darum gegangen war, die Besetzung von Kreistag und Stadtrat neu zu bestimmen.

Der zweite Urnengang zur Bürgermeisterwahl wird für die rund 21.800 Wahlberechtigten in Verden voraussichtlich am Sonntag nach Pfingsten, 16. Juni, stattfinden. Das müsse aber formal morgen noch vom Gemeindewahlausschuss beschlossen werden, betonte Uwe Grafe. Prophylaktisch hat der städtische Wahlleiter aber schon einmal Kontakt aufgenommen zu dem Unternehmen, das die Wahlzetttel druckt. Und auch die internen Abläufe seien bereits besprochen, sagte Grafe, für den die Stichwahl dann die letzte als Wahlleiter sein wird.

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